Poker League – mehr Schulden als erwartet

epic fail

Nach dem Konkurs von Federated Sports+Gaming (FS+G), dem Mutterkonzern der Epic Poker League hatte Annie Duke, die Vorsitzende der EPL noch versichert, dass die erste Saison irgendwie doch fortgesetzt würde. Nun aber sind bei „WickedChopsPoker“ Unterlagen aufgetaucht, die das wirkliche finanzielle Desaster der Unternehmung offen legen und wenig Hoffnung für die Zukunft zulassen.

„Hoffnung ist keine Strategie“ – diesen rätselhaften Satz des bekannten Unternehmensberaters und Buchautors Rick Page hatte sich die Firma Federated Sport+Gaming zum Motto gewählt. Die Firma ist nun seit vergangener Woche insolvent. Das Prinzip Hoffnung verbreitet sie gegen alle Firmenmaximen trotzdem.

Oder sollte man besser sagen, es sind die Gründer, Vertreter und Organisatoren des FS+G- Tochterunternehmens Epic Poker League, dir ihr Scheitern immer noch nicht anerkennen wollen. Denn, so erklärte es Jeffrey Pollack, einst Sprecher der WSOP und nun Chef jener Firma, die für die Durchführung der Epic Poker League, der Heartland Poker Tour und der Erstellung des World Poker Indexes verantwortlich ist, Konkurs wurde nur nach Kapitel 11 des US-Insolvenzrechtes beantragt.

Das ließe, so Pollack alle Möglichkeiten einer Reorganisation und Wiederbelebung zu. Nach einer nicht genauer bestimmten, aber nachvollziehbaren Frist würde im Falle eines Scheiterns der Wiederbelebung des Unternehmens Kapitel 7 greifen, in Folge dessen die einzelnen Firmenwerte für die Begleichung der Schulden zum Verkauf stünden.

Doch so schwammig sich die Organisatoren der Epic Poker League, vor allem in Person ihrer Vorsitzenden Annie Duke bezüglich des weiteren Fortgangs (nächste Termine) der Liga äußern, so genau hat nun die Pokerseite WickedChopsPoker den genauen Schuldenstand von Federal Gaming+Sports dokumentiert.

Dank den auf der Seite veröffentlichten Gerichtsunterlagen kann nun jedes Detail der Pleite und warum die FS+G in finanzielle Schieflage geriet, nachvollzogen werden. Die Akten zeigen vor allem wem das Unternehmen noch Geld schuldet und vor allem wie hoch die Schulden dabei insgesamt ausfallen.

Rund 2 Millionen Dollar hatte sich FS+G beim Spiele-Entwickler Pinnacle Entertainment geliehen. Mit weiteren 1,97 Millionen Dollar steht man bei All In Production, den Besitzern der Heartland Poker Tour in der Kreide. Weitere Gläubiger sind 411 Productions (500.000 Dollar, die Anwaltskanzlei Kirkland & Ellis (250.000 Dollar), Rogers & Cowan (75.000 Dollar und creativputty (39.000 Dollar). Insgesamt betragen die Verbindlichkeiten nun also fünf Millionen Dollar.

Am Tag der Konkurs-Bekanntgabe, dem 28. Februar, hatte FS+G noch Barmittel in Höhe von 15.000 Dollar zur Verfügung. 15.000 Dollar gegen einen Schuldenberg von fünf Millionen – es braucht wohl keinen Hellseher, um zu begreifen dass das Geschäftsmodell der EPL unter keinen Umständen nachhaltig war. Die einst als reine Elite-Liga konzipierte EPL wird somit kaum aus den ewigen Jagdgründen zurückzuholen sein.

Zeit für die nie verstummten Kritiker der früh Verblichenen noch ein paar bittersüße Worte hinterher zu werfen. Doyle Brunson beispielsweise fand es lustig nun eine weitere lebenslange Mitgliedschaft überlebt zu haben.  Fand das Ende der EPL aber traurig, weil das Pokerspiel dringend eine Erfolgsgeschichte bräuchte.

Der Amerikaner Scott Montgomery war da weniger moderat: „Die Epic Poker League lebte genau zwei Monate länger, als ich es vorausgesagt hatte.“ Und ein gewisser Todd Witteles wollte es wohl auch mit Verweis auf die Machenschaften von Bruder Howard Lederer wissen: „Hat Annie Duke mit der EPL Geld verdient? Wenn ja, sollte sie den Spielern alles zurück erstatten. Jeder, der sie jetzt nicht in die Kritik nimmt ist einfach nur naiv.“

 

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