Ende eines Champions – Michael Tureniecs Ausscheiden aus dem EPT ME

Michael Tureniec poker player

Man sagt, Poker bestünde aus Stunden von Langeweile, gefolgt von Minuten des Horrors. Selten traf das mehr zu als beim Ausscheiden des früheren EPT-Titelträgers Michael Tureniec aus dem, EPT Main Event.

Eigentlich sollte es nur eine neue Folge in unserer Serie „ein Orbit, ein Champion“ werden, die wir Ihnen täglich von den Live Events bringen, um zu zeigen, wie sich meisterliche Spieler am Tisch verhalten.

Aber dann wurden wir Zeugen einer Tragödie griechischen Ausmaßes.

Ein drei Orbits, tschüss Champion

Der 30-jährige Schwede Michael Tureniec hatte bereits im Oktober 2008 vor einem EPT-Triumph gestanden, dann aber in London gegen den Amerikaner Michael Martin im Heads Up verloren.

2011 im Februar in Kopenhagen holte er sich den Titel allerdings doch noch: gegen Landsmann Per Linde setzte er sich die EPT-Krone auf und sackte außerdem knapp $800k Siegprämie ein.

Vor allem in den Jahren 2009 und 2010 hatte Tureniec einen heißen Lauf und räumte in diversen Turnieren (u.a. Sieg im SCOOP $25k Heads Up-Event für $360k) hohe Preisgelder ab.

Er ist nach wie vor Sechster der schwedischen Alltime Money-List.

Turniersituation: Level 13, Blinds 1.000/2.000 Ante 300, 170 Spieler noch im Turnier, Chipaverage 100.000

Michael Tureniec hat noch knapp 60.000 sitzt auf Seat 7 und hat einen starken Tisch erwischt. Mit ihm von der Partie, unter anderem der Brite Owain Carey (seat 2), EPT-London 2013 Champion Ruben Visser (seat 5) und Jake Codys bester Kumpel Rhys Jones (seat 8).

Michael Tureniec spielt hier so passiv, dass es sich lohnt, die Action orbitweise zu beschreiben.

Orbit 1:

Der Niederländer Ruben Visser ist Big Stack (180k) am Tisch und macht auch gleich ordentlich Druck. Im ersten Orbit raist er fast jede Hand preflop und sackt die Pötte auch ein, wenn es mal bis zum Showdown geht.

Als er UTG sitzt, raist er wieder, und der Spieler zwischen ihm und Tureniec geht all in für 30k. Visser callt und seine Pocket Tens halten gegen K Q.

Unser Mann, Michael Tureniec hingegen sieht bei seinem Stack von immerhin noch knapp 30 Big Blinds nicht viel Spielraum und verteidigt im ersten Orbit noch nichtmal seine Blinds.

Ruben Visser
Ruben Visser gewann das Duell der Champions glücklich.

Orbit 2:

Ein ähnliches Bild ergab sich in Orbit 2. Visser bekam hier allerdings ein, zweimal Gegenwehr vom Briten Owain Carey, der ungefähr den selben Chipstack vor sich stehen hatte, wie Michael Tureniec.

Nach Gewinn von zwei mittleren Pötten übernahm Carey dann komplett die Initiative am Tisch und baute nach und nach seinen Stack aus.

Der Lohn: ein Double Up gegen einen älteren Italiener, der ebenfalls ungefähr 100k vor sich stehen hatte.

Carey hielt Asse, der Italiener Buben. Und das Board war mit Ax 6x 6x Tx Jx besonders bitter für Careys Kontrahent, der danach seinen Platz räumen musste.

Michael Tureniec spielte auch in diesem Orbit weder eine Hand, noch verteidigte er seine Blinds.

Orbit 3:

Gegen Ende des dritten Orbits hatte Michael Tureniec über zwanzig Hände an sich vorbeiziehen lassen.

Dann saß er im High Jack und sah sich mit einem Raise auf 5.000 von Ruben Visser konfrontiert.

Tureniec fingerte an seinem Chipstack herum, überlegte kurz und annoncierte dann für etwa 50.000 „All In“.

Die Action ging zurück zum Niederländer, der ungefähr 180k vor sich stehen hatte. Visser schien zu überlegen, mit welcher Range er es bei Tureniec zu tun hatte. Dann traf er eine Entscheidung: Call.

Es wurde aufgedeckt. Tureniec hielt hier A Q offsuit. Und Visser – etwas überraschend – A J offsuit. Der Holländer riskierte hier mit einer vergleichsweise mittelmäßigen Hand fast ein Drittel seines Stacks.

Und wurde belohnt: auf dem Board entblätterte sich ein Bube und Michael Tureniec musste seinen Platz räumen.

Freude und Schmerz, Aktion und Untätigkeit – nirgendwo liegen sie so nahe beieinander wie in einem Pokerturnier.

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