Elisabeth Hille – „In Sanremo muss man gewesen sein“

elisabeth hille

Die Norwegerin hatte nach ihrem Sensationsauftritt bei der WSOP 2012 schnell einen Sponsorenvertrag, danach aber keine größeren Erfolge zu verzeichnen. Dabei ist sie aktiver denn je.

Niemand hätte Elisabeth Hille wäre vor zwei Jahren in einem Saal voller Pokerspieler erkannt. Aber den Main Event der WSOP 2012 beendete die Norwegerin sensationell auf dem 11. Platz und kassierte dafür eine halbe Million Dollar. Bei ihrem Run erwies sich die Hille als harte Nuss für die Poker Pro`s. Wir trafen sie am Rande der EPT Sanremo.

PL: Elisabeth, vor zwei Jahren hast du sensationell am vorletzten Tisch des WSOP Main Events gesessen und schiedst erst auf Platz 11 aus. Nun hast du hier in San Remo das Main Event und das €2.000-Event gespielt. Ist das noch derselbe Spaß, wie zu deinen Amateurzeiten?

EH: Für mich waren diese großen Turniere immer sehr anstrengend. Das galt auch für den Main Event, wo ich ja als pure Amateurin angetreten bin. Die Konkurrenz ist stark, aber ich trete gerne in großen Teilnehmerfeldern an, also macht es auch Spaß.

Wenn man weit kommt, erfasst ein mehr und mehr eine besondere Aufregung. Wenn ich könnte, würde ich diese Turniere bis an mein Lebensende spielen.

PL: Kannst du dir ein €5000 Turnier einfach so leisten?

EH: Wenn ich gut im Bankroll-Management wäre, könnte ich es mir nie leisten, ein solches Turnier zu spielen. Aber ich konnte mir San Remo leisten. Und zwar von meinen normalen Pokereinnahmen. Denn den Gewinn vom Main Event hab ich bis jetzt nicht angerührt.

Der ist eingenäht in meine Matratze und wird in den Kauf eines Appartments investiert.

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Greg Merson das Leben ganz schön schwergemacht.

Allerdings wollte ich eigentlich nach Wien kommen, aber da ist etwas dazwischen gekommen. Deshalb bin ich eben hier in San Remo. Das sind zwei Spielorte, wo man als Spieler einfach gewesen sein muss.

PL: Spielst du eigentlich auch online?

EH: Ich habe nie viel online gespielt und auch nie viel gewonnen.

PL: In Norwegen darf man weder live noch online spielen. Wo spielst du eigentlich?

EH: Es gibt da natürlich einige illegale Pokerclubs. Aber dazu werde ich logischerweise nichts sagen. Ich komme gerade von den Norwegischen Meisterschaften, die in diesem Jahr in Dublin stattgefunden haben.

1260 Spieler waren bei dem €800 Main Event dabei.

Es ist eine vollkommen andere Pokererfahrung. Im Vergleich zu einem EPT Main Event ist das eine Riesenparty. Hier sitzen die Leute vom ersten Moment an voll konzentriert mit dem Kopfhörer am Tisch.

In Dublin hatte ich einen Spieler am Tisch, der alle 20 Minuten eine Runde Schnaps bestellt hat. Es herrschte eine tolle Atmosphäre, und trotzdem wurde gutes Poker gespielt.

PL: Bist du noch mit deinem Freund Harald zusammen, der dich damals in den Main Event eingekauft hat?

EH: Er hat damals zwei Satellites gewonnen und mir eines der Tickets geschenkt. Wir leben zusammen in Bergen. Leider spielt er große Turniere nicht so gerne wie ich.

PL: Wirst du im WSOP Main Event wieder antreten?

EH: Ja, natürlich. Das ist mein Lieblingsturnier. Das riesige Teilnehmerfeld, die einzigartige Struktur. Solange ich Poker spiele, werde ich immer dabei sein.

PL: Ist für dich als Norwegerin Annette Obrestad ein Vorbild?

EH: Als ich ihre Geschichte gelesen habe, konnte ich noch gar nicht Poker spielen. Ich habe angefangen, nachdem sie damals in London gewann. (Anm. d. Red.: Annette Obrestad gewann die erste WSOPE.)

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Weibliche Vorbilder - Hille mit Liv Boeree bei der EPT Sanremo.

Sie ist die Inspiration schlechthin!

PL: Hältst du dich für eine gute Spielerin?

EH: Ich hoffe, als gute Spielerin anerkannt zu werden. Ich mache immer noch viele Fehler, aber ich habe zum Beispiel 2012 dem späteren Sieger Greg Merson das Leben ziemlich schwergemacht.

Von Spielerinnen wie Vanessa Selbst bin ich natürlich noch weit entfernt. Sie ist mein persönliches Vorbild.

PL: Gibt es Spieler, vor denen du so richtig Respekt hast?

EH: Yngwe Steen. Ich habe gegen ihn Heads-up in Dublin gespielt, und er hat mich total geownt. Ich hoffe, ich begegne ihm nie wieder am Pokertisch.

PL: Spielst du nur NLHE?

EH: Und Open Face Chinese. Das liebe ich besonders. Hätte ich gewusst, dass es hier angeboten wird, wäre ich einen Tag früher gekommen.

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