Edgar Stuchly: „Wir werden uns den Battle of Malta genau ansehen“

Edgar Stuchly

Wir haben uns mit EPT-Präsident Edgar Stuchly darüber unterhalten, ob es in dieser Saison noch eine EPT im deutschsprachigen Raum geben und wo diese stattfinden wird. Außerdem haben wir ihn zu den Zukunftsplänen von PokerStars und dem Grund befragt, warum die EPT San Remo zur EPT Malta wurde und was er sich vom brandneuen EPT-Stopp Malta erwartet.

Das Interview führten Christian Henkel und Dirk Oetzmann.

PZ: Lange Zeit war unklar, welcher Stopp uns in der laufenden EPT-Saison im neuen Jahr noch erwartet. Nun ist es Malta geworden. Eine überraschende Entscheidung. Wie kam es dazu?

ES: Wir haben sehr viel mit den Spielern geredet und auch intern. Und das beste Gesamtpaket hat am Ende Malta geboten. Visite gemacht und mit möglichen Partnern gesprochen. Und PokerStars hat ja auch ein Büro dort. Jetzt freuen wir uns sehr auf Malta, denn wir können dort eine perfekte EPT anbieten.

PZ: Und Austragungsort ist das Casino in Portomaso?

ES: Das Casino befindet sich im Hilton Hotel in Portomaso, welches ich übrigens für eines der schönsten Hilton Hotels weltweit halte. Die EPT wird in beiden Konferenzräumen stattfinden, denn dort bringen wir 90 bis 100 Turniertische unter. Plus zusätzlich 35 bis 40 Cash Game-Tische. Solche Bedingungen gibt es in Europa  nicht an vielen Standorten.

PZ: Wie wird das ganze Poker Festival am Ende ablaufen?

ES: Es wird 50 bis 60 verschiedene Pokerturniere geben und 24 Stunden Nonstop Cash Game-Action. Zusammen mit der Italian Poker Tour, die dort unser Partner ist, wird das Festival elf Tage dauern. Das Gesamterlebnis wird bombastisch sein.

PZ: IPT als Partner heißt auch, dass Pagano Events involviert sind?

ES: Ja, Luca und Claudio sind unsere Partner. Immerhin ist Malta ja dann so etwas wie der Stopp der Italiener.

PZ: Die sagten uns beide, dass Malta schon immer auf ihrer Wunschliste gestanden hat. Warum kommt der Stopp ausgerechnet jetzt?

ES: Die Infrastruktur - inklusive das Hotelangebot und die Flugverbindungen - hat sich in den letzten Jahren unheimlich verbessert. Außerdem gab es Probleme in San Remo, die sich über die Jahre nicht haben klären lassen.

EPT Malta
Malta ist der neueste Stopp der European Poker Tour.

PZ: Und zwar?

ES: Die Probleme mit dem Cash Game-Angebot sind bekannt. Dazu kommt, dass die Stadt mit ihrer ganzen doch etwas überholten Infrastruktur für junge Leute nur bedingt interessant erscheint. Die immer noch auftretenden Probleme mit den kabellosen Internetverbindungen dürfte auch den meisten bekannt sein. Für mich am problematischsten war immer, dass man sich in Turniere nur mit maximal 1.000 Euro in bar einkaufen konnte. Das hat die Abläufe am Ende für alle Beteiligten doch empfindlich gestört. Das heißt aber am Ende nicht, dass es in Zukunft nicht auch noch einen anderen Stopp in Italien, zum Beispiel in Saint Vincent geben könnte.

PZ: Was sind dann die letztlich zählenden Auswahlkriterien?

ES: Das letztliche Auswahlkriterium ist inwieweit wir das komplette Spielerlebnis anbieten können. Wir arbeiten unter der Lizenz vom Casino Portomaso, aber natürlich ist das Casino viel zu klein, um eine solche EPT zu stemmen. Wir können das logistisch und organisatorisch mit unserer Crew durchaus und bekommen dafür vom Casino auch die entsprechenden Freiheiten. Alles in allem perfekt für alle Seiten.

PZ: Der Battle of Malta steht vor der Tür und von den Veranstaltern wird ein vierstelliges Teilnehmerfeld angepeilt. Ähnliche Vorstellungen wird es auch bei der EPT geben. Werdet ihr den Battle of Malta im November genau beobachten?

ES: Ja, und nicht nur das. Die Battle of Malta ist ein sehr interessantes Projekt, welches wir mit großem Interesse verfolgen. Außerdem werden natürlich schon Anregungen umgesetzt, die wir mit dem CEO der Lotto Gaming Association besprochen haben. Zum Beispiel die Ein- und Zugänge zum Casino zu verändern. In der Beziehung profitieren beide Seiten von ihren jeweiligen Veranstaltungen. Darüber hinaus freuen sich auch schon viele unserer über 100 Mitarbeiter auf Malta auf die Teilnahme am Battle of Malta. Und das wiederum freut uns natürlich auch.

PZ: Was ist mit dem deutschsprachigen Stopp? Es heißt ja von EPT-Seite immer es wäre noch ein Termin im Frühjahr frei. Und die Hofburg hat im März alle Teilnehmer aus den Socken gehauen.

ES: Wien ist noch nicht aus dem Turnierkalender gestrichen. Ob es einen deutschsprachigen Stopp in Season 11 gibt, kann ich jetzt weder verneinen noch bestätigen. Bis Ende November sind wir aber alle diesbezüglich klüger. Falls es aller Bemühungen zum Trotz doch nicht klappen sollte, greifen wir in Season 12 bezüglich der Realisierung des deutschsprachigen Stopps wieder an.

Edgar Stuchly
"Wien ist noch nicht aus dem Turnierkalender von EPT Season 11 gestrichen", sagt Stuchly.

PZ: Die European Poker Tour, deren Präsident sie sind, gehört ja bekanntlich seit kurzem der kanadischen Firma Amaya Gaming. Was hat das für Auswirkungen auf die EPT? Es kursieren ja bereits Gerüchte, dass die EPT verkauft werden soll.

ES: Um ehrlich zu sein, das höre ich hier zum ersten Mal. Es gibt von Seiten von Amaya Gaming momentan keine Pläne an der operativen und strategischen Ausrichtung der Live Events irgendetwas zu verändern. Und das der neue Eigentümer bezüglich der EPT nicht nach vorn tritt, ist für die Spieler und deren EPT-Erlebnis doch erstmal gut, oder nicht?

PZ: In letzter Zeit werden von PokerStars zahlreiche Pro-Verträge nicht verlängert. Dafür spielen Raffael Nadal und Ronaldo Heads-Up. Ist das die neue Marketing-Strategie?

ES: Das hat man ja schon gesehen, was sich in den letzten zwölf Monaten verändert hat. Wir wollen zunehmend wieder den Main Stream für Poker gewinnen und dazu brauchen wir Repräsentanten, die dort einen hohen Wiedererkennungswert haben. Pokerspieler sind das eher nicht. Der Marketingaufwand von PokerStars bleibt unvermindert groß. Nur fließ das Geld jetzt eben in andere Kanäle.

PZ: Dann sind Prominente wie Sportler besser geeignet als Profis, die man nur in der Szene kennt?

ES: Das ist Ihre – gute – Interpretation.

PZ: Und an welchen Formel-1-Piloten haben Sie dabei so gedacht?

ES: (lacht) Kein Kommentar.

Zu guter Letzt wurden noch ein paar Stars zum neuen EPT-Stopp in Malta befragt:

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