Verkehrte Welt – Eddy Scharfs Gerichtsprozess

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Eddy Scharf soll Steuern zahlen. Deshalb will er nun vor Gericht beweisen, dass Poker ein Glücksspiel ist.

Seit Jahren kämpft die Poker-Community darum, dass Poker als Geschicklichkeitsspiel und/oder Sport anerkannt wird, und Eddy Scharf gehörte immer zu denen, die betonten, wie sehr Gewinn und Verlust vom Können des einzelnen Spielers abhängen.

Der Staat hielt dagegen, dass Poker ein Glücksspiel sei, da der Ausgang „maßgeblich durch Glück beeinflusst“ werde, wobei es für den Begriff „maßgeblich“ bis heute keine eindeutige Definition gibt.

Seit das Finanzamt bei Scharf vorgesprochen und ihn aufgefordert hat, auf seine Gewinne Steuern zu bezahlen, haben sich die Fronten auf groteske Weise verschoben.

Um dem Fiskus zu entgehen, will Scharf nun vor Gericht darlegen, dass er hauptsächlich deswegen gewonnen habe, weil er einfach Glück hatte. U. A. hatte Scharf beim WSOP Main Event im Jahr 2004 den 15. Platz erreicht und dafür $275.000 kassiert.

Das Finanzamt argumentiert nun, dass Poker zwar ein Glücksspiel sei, Scharf aber als erfahrener Spieler gewissen Methoden anwendete, die ihm einen Vorteil gegenüber seinen Gegnern verschaffte. Außerdem habe er so viel Zeit mit Poker verbracht, dass man von einer gewerblichen Tätigkeit ausgehen müsse.

Eddy Scharf dürfte es in seiner momentanen Situation hauptsächlich darum gehen, nicht in eine finanzielle Bredouille zu geraten. In der Not ist sich jeder selbst der Nächste, und Gewinne aus Glücksspiel sind in Deutschland nunmal steuerfrei.

Interessant sind jedoch die Konsequenzen, die dieser Musterprozess haben könnte: Erkennt das Finanzgericht Köln, wo der Fall verhandelt wird, darauf dass Scharf wegen seines Könnens Geld gewann und deshalb steuerpflichtig ist, ist Poker offiziell kein Glücksspiel mehr.

Damit müsste Poker als legales Geschicklichkeitsspiel anerkannt werden. Außerdem wäre jemand, der beruflich pokert, auch berechtigt, seine Ausgaben auf das Einkommen anzurechnen, also z. B. Reise- und Hotelkosten, Buy-ins usw.

So könnten dem Fiskus mehr Gelder verlorengehen, als er kurzfristig von Spielern wie Eddy Scharf kassiert. Dabei ist Scharf kein Einzelfall. Mehrere hundert deutsche Spieler haben in den letzten Jahren vom Finanzamt Post bekommen und wurden aufgefordert, ihren Steuerbescheid mit den entsprechenden Angaben zu ergänzen.

Ein Urteil soll noch in diesem Jahr fallen.

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Gio 2012-09-23 15:24:28

So werden Steuergelder aus dem Fenster geschmissen, dass Finanzamt kann nicht gewinnen denn wenn sie wirklich gewinnen würden, würde das bedeuten das man Verluste von der Steuer absetzen kann.
Der Deutsche Staat könnte dann mit ziemlicher Sicherheit Insolvenz beantragen oder Geld von Griechenland ausleihen. ;)
Etwas gutes würde bei einer gewonnenen Gerichtsverfahrens seitens des Finanzamtes mit sich bringen, es gäbe keine Arbeitslosen mehr es sind ja jetzt schließlich Profi Poker Spieler.

AssaufdemFluss 2012-08-22 12:58:36

Andererseits hat der Herr Scharf imme am lautesten geschrien, dass Poker kein Glücksspiel ist, und jetzt, wo es drauf ankommt, ist plötzlich alles nur Glück gewesen?
Ich finde das eine Sauerei gegenüber allen Spielern.
Herr SCharf, wenn es Glücksspiel ist beantworten Sie bitte dei Gretchenfrage: Wieso gibt es Profis?

Steffen Kaergel 2012-08-20 02:25:03

Hallo Alle zusammen,

Herr Scharf macht es genau richtig. Die Firma Deutschland solllte eigentlich wissen, dass Gewinne ein Jahr steuerfrei sind und jeder der Geld gewonnen hat es ja natürlich auch in diesem einem Jahr ausgibt ;-)

Die Finzbehörde schreibt allso Menschen an die nichts zahlen müssen und hoffen das von 10000 Angeschrieben 5000 zahlen um somit ein Stück vom Kuchen abzubekommen. Zum Schluss: Immer mehr Menschen versuchen Ihr Glück mit Glücksspiel, Lotto, Wetten und anderen Dingen um zu Geld zu kommen, da mann in Deutschlan mit ehrlicher Arbeit nichts mehr erreichn kann. Jedes jahr fällt dem Staat wieder eine neue Steuer bzw. Abgabe ein um an dem hartverdientem Geld der Arbeitnehmer ran zu kommen.