Dragonara Casino Malta kündigt Neueröffnung des Pokerrooms an

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Das Dragonara-Casino auf Malta

Als ich anlässlich meines letzten Besuchs auf Malta im Mai 2016 das altehrwürdige Casino Dragonara betrat, bestätigte sich leider die Ankündigung auf der Website, dass dort kein Poker mehr angeboten würde. Der ohnehin schon immer recht kleine Pokerroom (vier Tische) in einem Seitenraum des Hauptspielsaals existierte nicht mehr, weil das Angebot von den Kunden nicht im erforderlichen Maß angenommen wurde - so hieß es damals auf der Website des Casinos.

Neuer, größerer Pokerroom

Umso mehr verwundert - und freut - mich die Neuigkeit vom 19.07.2016 auf der Facebook-Seite des Casinos. Ein neuer, größerer Pokerroom soll in wenigen Tagen eröffnet werden. Auf der Westterrasse des Casinos gelegen, mit einem grandiosen Blick auf das Mittelmeer, öffnet der Pokerroom am 29.07.2016 mit einem Turnierwochenende seine Türen. Die angekündigte Turnierkapazität von 70 Personen lässt einen Pokerroom mit 7 bis 10 Tischen erwarten.

Man darf gespannt sein. Denn diese Neueröffnung passt nicht zum Eindruck der Pokerszene, den ich im Mai gewonnen hatte. Damals existierten drei Pokerräume auf Malta: im Portomaso Casino, im neuen Olympic Casino und im Oracle Casino/Burgiba an der St. Pauls Bay im Norden der Insel. Das Oracle Casino hatte ich nicht besucht, aber mir wurde von Spielern im Portomaso berichtet, dort sei ziemlich „tote Hose“. Und ich habe mich gefragt, ob Poker auf der kleinen Insel dauerhaft existieren kann. Denn die Turniere im Portomaso und im Olympic waren zwar halbwegs gut besucht, im Cashgame liefen aber nur Partien zu Blinds von 1/2 Euro und auch diese waren dünn besucht.

Mein Gesprächspartner, der Pokermanager des Olympic Casino bestätigte diesen Eindruck.

Eine begrenzte Spielerszene

Er erklärte damals, dass besonders im Cashgame die stetig nagende Rake für eine überschaubare lokale Spielerpopulation von etwa 400 Personen Schwierigkeiten bedeutet. Eine begrenzte Spielerszene kann nur dann relativ stabil existieren, wenn Geld von außen nachfließt, entweder aus dem sonstigen Einkommen der lokalen Spieler oder, indem überregionale oder internationale Events Gäste von außen bringen.

Dragonara Casino
Reicht der Meerblick aus?

Und so stellt sich anlässlich der angekündigten Eröffnung eines vierten Pokerrooms die Frage, ob hier nur ein Verdrängungswettbewerb begonnen oder fortgesetzt wird. Allein die Aussicht auf einen spektakulären Meerblick wird dem Dragonara Pokerroom keine dauerhaften Pokergäste bescheren, insbesondere nicht unter den Einheimischen, für die das Panorama der Insel nichts Neues ist.

Ein Pokerroom befindet sich immer im Spannungsfeld von Profitorientierung und Attraktivität für die Gäste. Der Betreiber muss einen Profit erwirtschaften, das geht nur über Rake beim Cashgame. Turniere bringen lediglich Spieler ins Haus, sie decken über die Startgebühr eventuell einen Teil der Overheadkosten. Erst wenn Spieler aus dem Turnier ausscheiden und dann noch an Cashgames teilnehmen, wird Rake erzeugt. Oder wenn die Turniergewinner ihre Gewinne im Cashgame oder bei anderen Casinospielen investieren. Das passiert aber nach meinen Beobachtungen vom Mai nicht in ausreichendem Maß.

Ein Pokerroom muss deswegen für seine Spielerpopulation attraktive Bedingungen schaffen, indem er sein Angebot preiswerter macht, also die Rake im Vergleich zu seinen Wettbewerbern niedrig ansetzt. Oder er garantiert Turnierpreisgelder, die Gäste veranlassen, die Turniere zu besuchen. Das funktioniert aber nur begrenzt, wenn der Veranstalter Geld zuschießen muss, um die garantierten Preisgelder auszahlen zu können.

Deswegen: man darf gespannt sein, wie sich der Pokerroom des Dragonara entwickelt und welchen Einfluss er auf das bereits vorhandene Pokerangebot haben wird. Einen Abstecher anlässlich des nächsten Malta-Besuchs ist er allemal wert.

 

 

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