WSOP Main Event – Doyle Brunson foldet

Doyle Brunson

Schon vor dem Start hat der Main Event der World Series of Poker sein erstes prominentes Opfer gefordert: „Texas Dolly“ Brunson hat seine Teilnahme abgesagt.

Vielleicht war es ja die Enttäuschung, bei der $50k Players Championship ausgeschieden zu sein. Vielleicht auch die Enttäuschung darüber, bei überhaupt keinem Event der WSOP 2011 ins Geld zu kommen. Laut eigener Aussage spielt auch der Schwarze Freitag eine Rolle.

So oder so, Doyle Brunson erklärte gestern, dass er nicht im Main Event der World Series spielen wird. In typischer Weise ließ Brunson die Neuigkeit über Twitter verbreiten.

„No main event for me. Maybe the DOJ will stake me“, stand dort zu lesen. Dass Brunson sich das Buy-in nicht mehr leisten kann, muss man wohl nicht fürchten, aber die Frustration über die Geschehnisse seit dem Schwarzen Freitag sind ihm durchaus anzumerken.

Texas Dolly bedankte sich später höflich „für die ganzen Kommentare zu meinem Aussetzen beim Main Event. Es hat nichts mit Geld zu tun. Mir ist nach dem Schwarzen Freitag einfach die Lust vergangen.“

Der Grund für Doyles Lustlosigkeit scheint jedoch ein anderer zu sein.

Es fällt schwer, sich das vor Augen zu führen, aber Doyle Brunson wird nicht ewig weiterspielen. Der Mann ist 77 Jahre alt. Irgendwann wird man müde.

Doyle Brunson hat in der Pokerwelt mehr erlebt als sonst ein Spieler. Er hat zehn WSOP-Bracelets gewonnen, WPT Events, er hat Poker after Dark gespielt, High Stakes Poker, und er kennt Pokervarianten, die so wenigen Spielern noch bekannt sind, dass man kaum noch ein SnG zusammenbekommt.

Er hat Las Vegas zur Zeit der Mafia erlebt, er hat schon zu Zeiten gespielt, da man als Profi besser mit dem Rücken zur Wand saß, und er war zu einer Zeit Profi, als dieser Ausdruck noch bedeutete, „Mann, der mit seinem eigenen Geld spielt und von den Gewinnen lebt“, und nicht, „3-Jahres-Sponsorvertrag“.

Doyle Brunson hat über die Jahrzehnte gegen alle Großen gespielt, und er hat sie alle geschlagen, zumindest an manchen Abenden. 1962 feierte er seinen größten Sieg. Ärzte erklärten seine Krebserkrankung für unheilbar. Nach der Operation war der Tumor verschwunden, Brunson gilt seitdem als medizinisches Wunder.

1988 wurde er in die Hall of Fame aufgenommen.

Die Anstrengungen eines mehrtägigen Turniers sind nicht zu unterschätzen. Brunson wäre nicht Brunson, wenn er nicht die Selbsterkenntnis besitzen würde, dass es dafür irgendwann nicht mehr reicht. In der jüngeren Vergangenheit hat er bereits mehrfach Andeutungen gemacht, sich vom Turnierpoker zurückzuziehen.

Dem Cash Game wird er wohl vorerst erhalten bleiben, im WSOP Main Event müssen wir auf ihn jedoch verzichten.

Abe vielleicht überlegt er es sich ja noch.

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