Doyle Brunson erhält lebenslanges Startrecht bei Epic Poker

Doyle Brunson
Doyle Brunson - sein Leben IST die Geschichte des modernen Poker.

Zu Beginn des dritten Main Events wird die lebende Legende mit einer unbegrenzten Spielberechtigung für die Epic Poker Events geehrt. Die Aktion soll wohl den eigenen Ruf wieder verbessern.

Bisher stand die erste Saison der Epic Poker League nicht gerade unter einem guten Stern. Dem ersten Sieger Chino Rheem wird eine miserable Zahlungsmoral vorgeworfen. Nach seinem Titelgewinn meldeten sich mehrere Schuldner und erhoben Ansprüche auf einen Teil des Preisgelds.

Amm zweiten Event nahm mit Michael DaVita ein Spieler teil, dem Belästigung von Kindern vorgeworfen wurde. Und der immer wieder aufflammende Konflikt zwischen Daniel Negreanu und League Commissioner Annie Duke hilft der Liga auch nicht unbedingt weiter.

Obwohl die Epic Poker League an keiner der Geschichten Verantwortung trägt und sich außerdem korrekt verhalten hat – Rheem wurde auf Bewährung gesetzt, DaVita hinauskomplimentiert und die Querelen vorsorglich ignoriert -, steht Epic Poker nicht im besten Licht da.

Vor diesem Hintergrund wirkt die feierliche Verleihung einer Startkarte auf Lebenszeit für Doyle Brunson eher wie ein PR-Gag. Brunson ist 78 Jahre alt und hat in der jüngeren Vergangenheit mehrfach erklärt, dass ihn die tagelangen Turniere zu sehr anstrengen und er deshalb in Zukunft hauptsächlich Cash Games spielen wird.

An den ersten beiden Events der Epic Poker League nahm Brunson nicht teil, obwohl ihm vor Beginn der Saison eine Zweijahreskarte zugeteilt worden war. Im Global Poker Index, auf den sich die Auswahl der Spielerberechtigungen stützt, ist Brunson nicht unter den ersten 300 vertreten.

doyle brunson jack binion
Leute wie Doyle Brunson und Jack Binion haben Poker in Las Vegas erst groß gemacht.

Auf der anderen Seite ist Doyle Brunson wegen seines Bekanntheitsgrads, seiner Geschichte und seines Status in der Pokerbranche kein Spieler, den sich Epic Poker leisten kann zu ignorieren.

Die Zuerkennung einer lebenslangen Startberechtigung erinnert ein wenig an den „Preis für das Lebenswerk“, wie er bei der Oscar-Verleihung oder ähnlichen Veranstaltungen vergeben wird. Epic Poker geht mit der Verleihung ehrenhalber also unangenehmen Nachfragen aus dem Weg.

Davon abgesehen: Ehre, wem Ehre gebührt. Doyle Brunson ist die Poker-Ikone schlechthin. Sein Name ist mit Poker so eng verbunden wie der von Ferdinand Porsche mit der Autoindustrie. Brunson ist Autor des bekanntesten Pokerbuchs der Welt, und Spieler wie er, Amarillo Slim, Johnny Moss und die anderen „Texas Rounders“ machten Poker in Las Vegas überhaupt erst populär.

„Doyles Leben ist die moderner Geschichte von Poker“, fasst Epic Poker Chef Jeffrey Pollack den Sonderstatus von Doyle Brunson passend zusammen. Sein Beitrag zum Erfolg von Poker sei zeitlos, und Brunson insgesamt ein „Elder Statesman“ der Branche.

„Er hat alles erreicht, was man sich vorstellen kann, ist gegenüber der Poker Community großzügig, spielt seit Urzeiten und ist ein bestechender Repräsentant des Spiels“, fährt Pollack fort. „Und dann ist er auch noch ein richtig netter, liebenswerter Mensch.“

Brunson selbst nimmt die Würdigung mit eine gewissen Altersmilde an. „Das Ganze ist unnötig, aber es ist schön, dass gewürdigt wird, was wir alles durchmachen mussten, um Poker dahin zu bringen, wo es heute ist“, sagte Brunson zu Associated Press. „Die meisten Leute wissen ja gar nicht, was hier alles passiert ist. Wir haben ein paar ziemlich schwierige Phasen erlebt.“

Die Verleihung soll am Mittwoch vor Beginn des dritten Epic Poker Main Events im Palms in Las Vegas stattfinden.

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