Dominik Nitsches WSOP Tagebuch Teil 5 – „Die WSOP war ein Erfolg, jetzt rocke ich die EPT Barcelona“

Dominik Nitsche Bracelet

Dominik Nitsche ist ein echter Poker-Globetrotter. Er hat schon auf jedem Kontinent Liveturniere gespielt und gecasht. Vor kurzem konnte Dominik, dass WSOP National Championship und WSOP Event #21 gewinnen. Damit ist er der jüngste mehrfache Bracelet-Gewinner aller Zeiten. Im letzten Teil seines WSOP Tagebuchs berichtet er vom klanglosen Abschied aus dem Main Event, zieht eine positive Bilanz für die gesamte World Series und erinnert sich angesichts der anstehenden 100. EPT in Barcelona an seine ersten Schritte in der Welt der Major-Turniere.

Im vierten Teil seines Tagebuchs verriet euch Dominik wie er das Main Event angehen will, leider ging dieser Plan nicht auf:

Beim Main Event ging einfach gar nichts”

Ich bin nun schon seit ein paar Tagen wieder Zuhause in Edinburgh und erinnere mich mittlerweile entspannt an die langen Wochen in Vegas.

Der letzte Eindruck war natürlich das Ausscheiden aus dem Main Event. Ich kann mich eigentlich an kaum ein Turnier erinnern, in dem ich 14 Stunden gesessen habe, keine signifikante Hand gespielt habe und am Ende meinen, sich nie wirklich veränderten Starting Stack in eine unspektakuläre Hand investiert habe und nach Hause geschickt worden bin.

Amazon Room
Beim WSOP Main Event 2014 lief für Dominik gar nichts zusammen.

Ich hielt A Q und nach dem Flop von T 3 2 und der Queen auf dem Turn callte ich letztlich das All-In meines Gegeners, den ich als Online MTT-Regular kannte. Ich hatte ihm bei zwei Herzen auf dem Board mehrere Semi-Bluffs gegeben, aber nicht das Paar Zweien vermutet, das er zum Set hielt. Aus und vorbei.

Die beiden Tische, die ich an meinen beiden Spieltagen erwischt hatte, waren super tight. Bei einer EPT hätte ich die gern gespielt. Aber im WSOP-Main Event beobachtet man sich schon dabei, wie man an die Nachbartische schielt und sich fragt, warum da schon wieder ein paar alte Herren “wilde Sau” spielen und schon wieder acht Spieler in einem fetten Pot sind und das selbe nie am eigenen Tisch passiert.

Wer nach der WSOP nicht froh ist, ohne Verlust nach Hause zu kommen, hat keine Ahnung von Poker”

Die WSOP war natürlich trotzdem ein grosser Erfolg. Das merke ich vor allem daran, dass ich nun bei meiner Wohnungssuche in Edinburgh in ganz anderen Katalogen blättern kann.

Aber im Ernst: Es war meine dritte WSOP und die zweite, die ich mit Gewinn abgeschlossen habe. Und wer am Ende nicht froh ist, aus Vegas ungeschoren davon zu kommen, hat keine Ahnung von Poker. Dabei hab ich eigentlich nur zweimal gecasht und dann direkt auch gewonnen.

Ausserdem haben mir natürlich die Prozente an Manig, Melanie Weissner und Oliver Price im 5k NLHE-Event, die 60.000 Dollar wert waren die Bilanz aufgefrischt.

Die Belohnung ist nun der Immobilienkauf in Edinburgh, bei dem ich nun auch solche Dinge, wie zum Beispiel ein Gästezimmer ins Anforderungsprofil schreiben kann.

Wenn ich $200/$400 Online Cash Game spielen könnte, würde ich vielleicht auch nicht mehr nach Vegas fahren”

Nachdem ich nun das dritte Jahr hintereinander die ganze WSOP gespielt habe, fragt man sich natürlich, wie lange man das noch interessant findet.

Sebastian Ruthenberg
Nitsche kann Leute, die nur noch online spielen, wie z.B. Sebastian Ruthenberg, gut verstehen.

Ich kann Spieler, wie Sebastian Ruthenberg oder Tobias Reinkemeier verstehen, dass sie irgendwann nicht mehr ein halbes Dutzend $1000er-Turniere spielen wollen und auch das mit Vegas und den Parties nicht mehr so spannend finden. Wenn ich, wie Sebastian $200/$400 Online Cash Games gewinnbringend spielen könnte, würde ich wahrscheinlich auch nicht zwei Monate bei der WSOP verbringen.

Auf der anderen Seite ist die WSOP gerade durch unser Haus und die vielen Freunde, mit denen man dadurch viel Zeit verbringt, wie ein Ferienlager für mich. Und solange das so bleibt, kann ich mir schon vorstellen wieder jeden Sommer nach Vegas zu fliegen

Auf nach Barcelona!

Ich bleib jetzt bis zur EPT in Barcelona in Edinburgh und mach Ferien. Qualifiziert bin ich schon. Allerdings ohne Hotel. Ich muss also noch überlegen, wo ich mit wem wohne.

In Barcelona wird die 100. EPT stattfinden
Bei der Jubiläums-EPT in Barcelona will Dominik so richtig angreifen!

Das Arts-Hotel, wo es letztes Jahr die Einbrüche gegeben hat, ist dabei keine Option. Die 350 Euro pro Nacht sind mir einfach zuviel. Allerdings kommen bei dem anstehenden Jubiläum “100. EPT” Erinnerungen hoch. Ich hab mich unwillkürlich gefragt, wann ich die erste EPT gespielt habe. Es war Dortmund 2009.

Ich bin also ungefähr die halbe Strecke mitgegangen. Eigentlich wollte ich nur eine Woche nach meinem 18. Geburtstag die EPT Budapest 2008 spielen, aber da musste ich am Ende zur Schule gehen.

Das erste Major-Turnier war dann die Aussie Millions und nach Irish Open und EPT Dortmund bin ich nach Argentinien geflogen, wo ich mit 18 mein erstes Turnier gewonnen habe. Die EPT ist seitdem eine Art Zuhause geworden.

Ich bin gespannt, ob ich ausgerechnet zur 100. meinen ersten Final Table erreichen kann. Nach Vegas rocke ich jetzt auch Barcelona!

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