Dominik Nitsches WSOP Tagebuch Teil 4 - „Beim Main Event geht es darum die Chips der Amateure zu bekommen“

Dominik Nitsche Bracelet

Dominik Nitsche ist ein echter Poker-Globetrotter. Er hat schon auf jedem Kontinent Liveturniere gespielt und gecasht. Vor kurzem konnte Dominik, dass WSOP National Championship und WSOP Event #21 gewinnen. Damit ist er der jüngste mehrfache Bracelet-Gewinner aller Zeiten. Im 4. Teil seines WSOP Tagebuchs verrät er mit welcher Strategie er in das Main Event ging, wie er sich bei zehn Stunden dauernden Tagen die Langeweile vertreibt und warum ihn langsam der Abschiedsschmerz beschleicht.

Den dritten Teil hatte Dominik dem auf tragische Weise verstorbenen Johannes Strassmann gewidmet.

Im vierten und letzten Teil seines WSOP Tagebuchs verrät er euch, auf was es beim Main Event ankommt.

Geduld ist der Schlüssel zum Erfolg

Eigentlich ging Tag 1C für mich richtig gut los. Ich kam an meinen Tisch, sah mich um und fand keine bekannten Gesichter. Das ist im WSOP Main Event schonmal richtig gut, weil es hier natürlich darum geht die Chips der Amateure zu bekommen. Für die Strategie beim „Big One“ ist also die Tischzusammensetzung von überragender Bedeutung.

bubble burst
Beim WSOP Main Event ist die Strategie von der Tischkonstellation abhängig.

Dann hatte ich nach Orbit 1 schon 40.000 Chips und nach Orbit 2 50.000, doch plötztlich lief überhaupt nichts mehr zusammen. Die Spieler an meinem Tisch waren sehr tight und vor allem haben sie sich im Laufe des Tages alle stark verbessert. Freiwillig hat keiner von ihnen einen Chip hergegeben. In zehn Stunden sind dann auch nur zwei ausgeschieden.

In solchen Situation hoffst du dann natürlich, dass der Tisch aufgelöst wird. Im härtesten Fall musst man sich auch durch den Tag folden können.

Wenn du mit dem Starting Stack in Tag 2 gehst, dann hast du immer noch 60 Big Blinds. Und das ist genug, um komfortabel zu spielen.

WhatsApp gegen die Langeweile

So ein Tag in diesem Turnier kann schon extrem langweilig werden. Ich chatte dann via WhatsApp mit Freunden. Über alle möglichen Themen. Aber natürlich auch über Poker. Immerhin hat man ja in diesem Turnier noch ein paar externe Prozente mitlaufen.

Weil es allerdings ein paar mehr Swaps sind als normalerweise, sind die Prozente nicht so hoch. Ich halte 3% an meinem Freund Manig Loeser, jeweils 2% an Melanie Weissner (die leider früh ausgeschieden ist) und Andrew Teng. Und jeweils 5% an den beiden EPT-Champions David Vamplew und Mickey Petersen.

Unterhaltung find ich allerdings auch immer an meinem eigenen Tisch. Ich bin meistens für ein Gespräch zu haben. An meinem ersten Tisch gab es zudem ein paar interessante Charakter. Ein ehemaliger NBA-Spieler namens Anthony Gregory. Ein Anderer war in der Cash Game-Szene von Miami Zuhause. Der kannte einen guten Freund von mir. Ja, die Pokerwelt ist klein.

Der Puls geht nur bei den Amateuren nach oben

Trotz des immensen Preisgeldes ist es für mich ein Turnier, wie jedes andere. Vielleicht würde der Puls ein wenig höher werden, wenn man an den letzten drei, vier Tischen sitzt. Schon allein, weil der Final Table jedes Jahr von solch einem gewaltigen Medieninteresse begleitet wird, und man diesem ja schon richtig nahe kommt. Zehn Millionen Dollar Siegprämie ist natürlich auch nicht schlecht.

Mickey Petersen
Dominik hat 5% an der Onlinelegende Mickey "mement_mori" Petersen.

Dagegen zittern manche Amateuren allerdings schon bei Blinds von 50/100 die Hände. Die stehen total unter Strom und ich denke der Hauptgrund dafür ist nicht das Geld, sondern die mögliche Blamage. Niemand will als Volltrottel dastehen. Und der bist du beim Poker ganz schnell.

Time to Say Good Bye

Ich hatte an den beiden ersten Starttagen endlich mal frei. Ausschlafen, Essen kochen, ein paar Pokervideos schauen ("Run it Once" und die Zusammenfassung der EPT London) und ansonsten einfach mal nichts tun. Das war großartig.

Allerdings schleicht sich da natürlich auch schon ein bisschen Abschiedsschmerz ein. Immerhin haben wir hier in diesem Haus alle fast zwei Monate gelebt. Das wird dann schon ein bisschen zu deinem Zuhause.

Am Freitag geht mein Rückflug. Dann gehen alle wieder ihrer Wege. Aber ein Wiedersehen gibt’s ja schon zur EPT Barcelona.

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