Dominik Nitsches WSOP Tagebuch Teil 3 – „Ich habe nie viel Bargeld in der Tasche“

Dominik Nitsche Bracelet

Dominik Nitsche ist ein echter Poker-Globetrotter. Er hat schon auf jedem Kontinent Liveturniere gespielt und gecasht. Vor kurzem konnte Dominik, dass WSOP National Championship und WSOP Event #21 gewinnen. Damit ist er der jüngste mehrfache Bracelet-Gewinner aller Zeiten. Im 3. Teil seines WSOP Tagebuchs verrät er euch wie ihn der Tod von Johannes Strassmann getroffen hat, wie er während der WSOP sein Bargeld transportiert und warum es nun endlich Zeit für den Main Event wird.

In Teil 1 seines WSOP Tagebuchs beschrieb Dominik den Weg zum Gewinn des Bracelets.

Im zweiten Teil sprach er dann über das Little One for One Drop, die Parties in Las Vegas und den Kauf und Tausch von Shares.

Den dritten Teil widmet Dominik Johannes Strassmann und er erklärt, wie er große Geldmengen transportiert.

Trauer um Johannes Strassmann

Ich kannte Johannes vor allem durch meine Mitarbeit bei CardCoaches wirklich gut. Und ich habe ihn und seine Art sehr gemocht. Deshalb hat mich die Todesnachricht auch mehr schockiert als die Anderen in meinem Haus. Die kannten ihn natürlich auch, aber eben nicht persönlich, so wie ich.

Johannes Strassmann
Dominik kannte Johannes Strassmann aus seiner Zeit als Pokercoach bei CardCoaches sehr gut.

Wir haben darüber natürlich geredet und uns auch so unsere Gedanken über die Sache gemacht. Irgendwie macht das mit dem Unfall für mich gar keinen Sinn.

Vielleicht ist Johannes am Ende doch bezüglich der falschen Leute ein wenig zu unvorsichtig gewesen.

Aber das bleibt natürlich reine Spekulation.

Ich persönlich bin ja auch an wirklich exotischen Orten, wie im Libanon oder Moldawien gewesen und muss sagen, ich hab mich eigentlich immer sicher gefühlt. Allerdings hab ich zu bestimmten Kreisen auch immer großen Sicherheitsabstand gehalten.

Wie transportiert man in Vegas große Geldsummen?

Große Geldsummen bei sich zu tragen, kann auch in Vegas kreuzgefährlich sein. Man hat ja immer wieder von Pokerspielern gehört, die selbst innerhalb des Rio ausgeraubt worden sind. Allerdings kann man das auch leicht vermeiden.

Ich überweise vor jeder WSOP dem Rio einen hohen Betrag, den ich mir dann sofort in Dollarnoten oder Pokerchips auszahlen lasse. Die deponiere ich dann in einer Safety-Box, die sich im Rio befindet und so eine Art Bankschließfach ist, für dessen Sicherheit das Rio bürgt.

Alle Ausgaben entnehme ich der Box und alle Einnahmen pack ich wieder hinein. Wenn die World Series vorbei ist, wird das Fach geräumt und der dann enthaltene Betrag auf mein US-Dollar-Konto überwiesen. Dadurch hantiere ich zwar während der WSOP mit gewaltigen Summen, hab die allerdings nie länger in der Hosentasche.

Staking? Läuft.

Für mich war im $5k-NLHE-Turnier nicht viel zu holen. Aber fast hätten mich dort meine Anteile an anderen Spielern wirklich reich gemacht. Ich hatte mit Manig Loeser die üblichen 5% geswappt und größere Anteile an Oliver Price und Melanie Weissner. Als noch zwei Tische übrig waren, hatten die drei die meisten Chips und ich dachte schon, die machen das jetzt unter sich aus und mich reich.

Allerdings hat Melanie dann einen wirklich bösen Bad Beat verkraften müssen und ist als Zwölfte ausgeschieden. Manig wurde Dritter und Oliver Fünfter. Am Ende sprangen bei diesem Turnier trotzdem $60k Gewinn heraus, wofür ich bei knapp 700 Spielern unter die letzten Neun hätte kommen müssen.

Vorfreude auf den Main Event

Ich spiel jetzt noch zwei, drei reguläre WSOP-Turniere und dann geht’s ab in den Main Event. Das schönste Turnier des Jahres, worauf sich alle bei uns im Haus schon mächtig freuen.

Amazon Room
Dominik freut sich schon riesig auf das WSOP Main Event 2014, welches am kommenden Samstag beginnt.

Bei mir lief es ja in den vergangenen zehn Tagen gar nicht. Im letzten $1k-Massen-Event kam ich drei Stunden zu spät und hab dann meinen Starting Stack innerhalb von einer halben Stunde verfünffacht. Ich dachte schon, dass damit mein kleiner Downswing beendet ist.

Aber dann hab ich mich gegen den Schweden Michael Tureniec verschätzt und der von mir angenommene Bluff war gar keiner. Doch kein Live-Read wie gedacht hatte. So spielt man dann eben, wenn man grad nicht „in the zone“ ist.

Genau deshalb bereite ich mich jetzt auch auf die $1.000er Satellite-Turniere vor.

Dort will ich mir einfach ein paar Erfolgserlebnisse holen, um dann gut geschmiert in den Big One zu rutschen.

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