Dominik Nitsches WSOP Tagebuch Teil 2 – „Warum ich das Little One for One Drop nicht spielen werde“

Dominik Nitsche Bracelet

Dominik Nitsche ist ein echter Poker-Globetrotter. Er hat schon auf jedem Kontinent Liveturniere gespielt und gecasht. Vor kurzem konnte Dominik, dass WSOP National Championship und WSOP Event #21 gewinnen. Damit ist er der jüngste mehrfache Bracelet-Gewinner aller Zeiten. In 2.Teil seines WSOP Tagebuchs verrät er euch warum er das Little One for One Drop nicht spielen wird, berichtet von den letzten Parties in Las Vegas und spricht über das Staken.

Im ersten Teil seines Tagebuchs hat Dominik ja bereits den Weg zum Gewinn des Bracelets beschrieben.

In Teil 2 spricht er über das Little One for One Drop, Parties in Las Vegas und den Kauf von Prozenten:

Spaß, Entspannung und die nächsten Turniere

Zwar bin ich in Las Vegas, um Poker zu spielen, aber nach duzenden Turnieren und dem Gewinn von zwei Bracelets ist es jetzt an der Zeit etwas zu relaxen.

Gemeinsam mit Andrew Teng, einigen anderen Pokerspielern und unseren Freundinnen war ich am Sonntag beim Electric Daisy Carnival. Beim EDC handelt es sich um ein cooles Festival der elektonischen Musik, welches einmal im Jahr auf dem Las Vegas Motor Speedway stattfindet.

EDC Main Stage
Die Main Stage des Electro Daisy Carnivals in Las Vegas.

Wir haben bis 7 Uhr morgens gefeiert und hatten Riesenspaß, auch wenn ich am nächsten Tag sehr müde war. Am Freitag hatte Andrew Geburtstag und es war mein erster freier Tag seit mehr als drei Wochen. Wir haben ein Barbecue in unserem Haus veranstaltet und unsere Freunde Ben Dobson, Melanie Weisner, Jake Schwartz und Xuan Liu dazu eingeladen.

Ich hatte eine Auszeit und etwas Entspannung dringend nötig, da ich in den Wochen davor jeden Tag bis um 3 Uhr nachts gespielt hatte. 

Nun fühle ich mich wieder fit für die anstehenden Herausforderungen. Am meisten freue ich mich auf das $1.500 Monster Stack am Wochenende. Im letzten Jahr war das Turnier ein Riesenerfolg und die Veranstalter rechnen auch in diesem Jahr wieder mit hunderten Amateuren.

Ich glaube es wird eines der Highlights der diesjährigen WSOP und ich muss deshalb wohl in diesem Jahr auf das Ladies Event verzichten (grins). Dieses Turnier sollte meiner Meinung nach sowieso Jamila von Perger gewinnen.

Warum ich das Little One for One Drop nicht spielen werde

Ich werde das Little One for One Drop nicht spielen. Der Grund hierfür ist auch nicht, dass ich nicht für wohltätige Zwecke spenden möchte, sondern dass das Rio für jedes Turnier eine Gebühr einstreicht!

Das bedeutet konkret, dass das Rio bei jedem Turnier automatisch mitgewinnt. Beim Little One for One Drop beträgt das Rake und der Betrag der an die Wohltätigkeitsorganisation geht 22% des gesamten Preispools! Das Rio und die WSOP spenden aber soweit ich weiß nichts.

Das ganze Geld für wohltätige Zwecke kommt von den Spielern. Meiner Ansicht nach sollte sich das Rio stärker engagieren. Solange alles so bleibt, werde ich an diesem Turnier nicht teilnehmen.

Der Kauf von Prozenten

Ich hache mir ständig Gedanken über Poker. Wenn ich nicht selber spiele, beschäftige ich mich mit dem Kauf oder Tausch von Prozenten. Via Facebook und Twitter bin ich in ständigem Kontakt mit der internationalen Pokerszene und so sehe ich immer wer Prozente verkauft.

Beim $50k Poker Players Championship habe ich beispielsweise versuch Shares von George Danzer zu kaufen, aber diese waren bereits ausverkauft. Deshalb habe ich dann Prozente von zwei anderen Spielern gekauft, die einen Teil ihrer Action ohne  Mark-Up angeboten haben: Und zwar von den beiden Amerikanern Ben Yu und Dylan Lind.

Ich weiß, dass Dylan ein exzellenter No-Limit Spieler ist und in der entscheidenden Phase eines Turniers genau weiß, worauf es ankommt. Ben ist dagegen ein absoluter 8-Game Spezialist, der jede Variante gut spielt. Beide haben ein gutes Turnier gespielt, aber das Final Table letztendlich leider verpasst. Der nächste Versuch folgt schon bald.

Deutsche Poker Dominanz und gutes Essen in Las Vegas

Es ist bereits meine dritte WSOP. Deshalb kennen mich einige junge amerikanische Pokerspieler mittlerweile schon recht gut. Immer häufiger höre ich sie über die deutsche Dominanz der internationalen Pokerszene sprechen. Sie zählen dann die ganzen Titel und bemerkenswerte Resultate auf und zeigen eine Menge Respekt. Das macht mich ehrlich gesagt schon etwas stolz, auch wenn ich seid 5 Jahren nicht mehr in Deutschland lebe.

Hofbräuhaus
In Las Vegas versammelt sich die deutsche Pokercommunity zu den Deutschlandspielen traditionell im Hofbräuhaus.
 

Auch wenn ich mich in Vegas sehr wohl fühle, könnte ich hier nicht länger als 6 Wochen bleiben. Es ist einfach zu heiß und es gibt zu viel Verkehr und Stress. Was ich allerdings wirklich mag ist das Essen und damit meine ich nicht nur die noblen Restaurants. Da wäre z.B. Annie Le Page, die einen Catering Service für Pokerspieler hat und erstklassige Snacks zubereitet. Ihre Mädels liefern mir jeden Tag frisches Essen und nachmittags bringt sie es sogar selbst vorbei. Das Sushi in Las Vegas ist ohnehin der Hit und so bereite ich nur mein Frühstück selbst.

Ich mache keinen Sport, aber schaue Fußball

Ich habe Spaß, Entspannung und gesundes Essen, aber Sport mache ich in Las Vegas keinen. Meine beiden Freunde und Mitbewohner Scott O`Brien and David Vamplew gehen dreimal die Woche früh morgens zum Golfspielen, aber das ist nicht mein Ding.

Ich brauche sieben Stunden Schlaf, um am nächsten Tag fit zu sein und außerdem ist es mir zu heiß in Vegas, um dort draußen Sport zu machen.

Ich habe ja nicht mal genug Zeit, um regelmäíg die WM-Spiele anzuschauen. Bis auf Deutschland und England habe ich die meisten anderen Spiele verpasst. Allerdings wird es auch jetzt erst richtig interessant und das Spiel Deutschland gegen die USA werde ich mir auf jeden Fall hier im Hofbräuhaus anschauen.

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