Dominik Nitsches WSOP Tagebuch – „Ich bin hier um gegen Amateure zu spielen“

Dominik Nitsche Bracelet

Dominik Nitsche ist ein echter Poker-Globetrotter. Er hat schon auf jedem Kontinent Liveturniere gespielt und gecasht. Vor kurzem konnte Dominik, dass WSOP National Championship und WSOP Event #21 gewinnen. Damit ist er der jüngste mehrfache Bracelet-Gewinner aller Zeiten. In seinem WSOP Tagebuch beschreibt er den Weg zum Bracelet und erzählt von seinen Erlebnissen in Sin City.

Massenturniere

Einige spielen die WSOP, um gegen die besten anzutreten und sie zu schlagen. Ich nicht. Ich spiele lieber gegen Amateure und  Hobbyspieler.

Die No-Limit Hold’em Massenturniere sind perfekt dafür geeignet und ich habe alle drei Bracelets in solchen Turnieren gewonnen.

Einer der großen Vorteile ist, dass ich dabei keine Shares verkaufen muss. Die meisten NLHE-Turniere sind für mich eine Art der Entspannung.

Wenn du gegen Top-Spieler antrittst, dann darfst du dir keine Fehler leisten und must deine Spots sehr genau aussuchen. Die Entscheidungen gegen schwache Spieler sind viel einfacher. Deshalb liebe ich die Massenevents an den Wochenenden. In diesen spielen viele Touristen und es gibt sehr viel Dead Money.

Ich versuche dann in den ersten Levels einen großen Stack aufzubauen und falls ich buste, gibt es immer ein nächstes Turnier.

Die Bedeutung eines Bracelets

Ich spiele in erster Linie wegen dem Geld und will bei so vielen Turnieren wie möglich an den Start gehen.

WSOP Bracelet

Nehmen wir beispielsweise mal das Event, in dem ich das Bracelet gewonnen habe.

Vor dem Final Table war ich einige Male short und hatte mich bei meinem WG-Mitbewohner Manig Loeser bereits über die Late Registration des $5.000 6-max informiert.

Als wir nur noch zu dritt waren habe ich darum gebeten, dass wir auf die Dinner Break verzichten, weil ich der Meinung war wir könnten das Turnier in 30 Minuten beenden.

Bob Bouhnara war der schwächste Spieler und deshalb habe ich darauf gehofft ihn schnell an die Rails schicken zu können. Dave D`Alessandro und ich würden dann einen Deal machen und das Heads-Up wäre schnell beendet.

Das erste Mal als ich mir wirklich Gedanken über das Bracelet gemacht habe war, nachdem die Late Registration geschlossen wurde. Ich dachte mir: „Ok, jetzt kannst du dich voll und ganz auf dein großes Ziel konzentrieren.“

Für mich bedeutet die WSOP: Konstant spielen und keine Möglichkeit viel Geld zu verdienen auszulassen.

Nachdem nun ein paar Tage vergangen sind, fange ich auch an den Ruhm etwas mehr zu genießen. Mir haben hunderte Menschen gratuliert und was mir ehrlich gesagt am meisten bedeutet hat war die Tatsache, dass mir die meisten Spieler, gegen die ich in diesem Turnier gespielt habe, aufgrund meines Spiels alles Gute gewünscht und den Titel gegönnt haben.

Gute Freunde sorgen für gute Stimmung

Während der WSOP möchte ich nicht auf meine Freunde verzichten müssen. Ich lebe hier in Vegas in einem Haus gemeinsam mit Andrew Teng, David Vamplew und Scott O`Reilly, mit denen ich auch in Edinburgh zusammenlebe, sowie meinem ehemaligen Mitbewohner in London, Manig Loeser und seiner Freundin Jamila von Perger.

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Dominik mit zwei seiner Mitbewohner und besten Kumpels David Vamplew und Rupert Elder.

Zwar sehen wir uns besonders zu Beginn der World Series recht wenig, weil jeder mit den Turnieren beschäftigt ist und versucht gut reinzukommen.

Gefeiert wird dann erst später. Selbst bei meiner Bracelet-Party habe ich nur drei oder vier Drinks zu mir genommen. Zumal einen die Abwesendheit bares Geld kosten kann. So habe ich dadurch vergessen, Prozente bei Andrew im Millionaire Maker zu kaufen und dann ist er Vierter geworden. Ich hätte mir in den Arsch beißen können. Übrigens warten wir immer noch auf die Party...

Jetzt wird Andrew nicht mehr gestackt und muss Prozente verkaufen. Rupert Elder und ich haben diese gekauft und wir hoffen darauf, dass er seinen guten Lauf fortsetzt.

Mit meinem Sieg habe ich David Vamplew und Manig Loeser glücklich gemacht, da sie beide jeweils 5 Prozent hatten. Allerdings waren sie es, die mir im vergangenen Jahr die WSOP gerettet haben, als sie es beide an den Final Table schafften und ich Anteile an ihnen hatte.

Den amerikanischen Cash Game Spielern fehlt die Onlineerfahrung

Wie ich schon im PokerZeit-Interview bei der EPT San Remo gesagt habe, hatte ich eigentlich vor viel Cash Game zu spielen, wenn ich aus einem Turnier ausscheide.

Bis auf einmal habe ich es aber immer durch den ersten Tag geschafft und daher bis 3 Uhr nachts gespielt. Dennoch hoffe ich, dass ich noch drei oder vier Cash Game Sessions einbauen kann, da das hier sehr profitabel ist.

Ich spiele online NL $5/$10 und NL $10/ $20 und das recht erfolgreich. Auf diesen Limits findet man hier viele Regulars, die aufgrund des Black Fridays schon lange nicht mehr online gespielt haben. Ich sitze lieber mit ihnen am Tisch, als mit einem guten NL $2/ $4 Onlinespieler.

Mehr zu den Cash Games in Las Vegas werde ich euch dann in den nächsten Tagen berichten.

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