Nitsche: „Ich hätte die ISPT niemals verpassen dürfen!“

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Dominik Nitsche.

Dominik Nitsche ist Braceletträger und Weltreisender in Sachen Poker, immer auf der Suche nach dem ultimativen Live-Turnier. Aber bei der ISPT war er nicht dabei.

Dank seines Sieges bei der WPT Südafrika im vergangenen Jahr hatte Nitsche eine Freikarte für die WPT Championship in Las Vegas. Ohne wissen zu können, wie groß das Overlay im Wembley-Stadion würde, entschied sich Nitsche gegen die Reise nach London.

Als sich herausstellte, dass 600.000 Euro Overlay bezahlt wurden, bereute er diese Entscheidung, wie er uns in einer Pause bei der WSOP erzählte.

PL: Letzten Sommer konntest du dein erstes Bracelet gewinnen. Wie hält man seine Konzentration während einer so langen Turnierserie aufrecht?

DN: Vielen fällt das schwer, aber ich finde es eigentlich ganz einfach, weil ich das dauernd mache und es deshalb immer wieder dieselbe Situation ist. Dass man 20 bis 30 Turnier nacheinander nichts reißt, ist immer möglich.

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Erfolgreich bei der WPT Südafrika - Dominik Nitsche.

Das gilt vor allem hier bei der WSOP, weil die Struktur in vielen Turnieren sehr steil ist. Man hat von Anfang an keinen Freiraum, man versucht, auch die kleinsten Vorteile zu nutzen und man kann deshalb auch ganz schnell draußen sein.

Aber so ist das eben beim Turnierpoker. Man spielt auf den einen ganz großen Coup – wenn er denn groß genug ist.

Meine Freunde David Vamplew und Manig Loeser haben in diesem Jahr schon große Summen gewonnen. Hoffentlich bin ich jetzt dran.

(Anm. d. Red.: Nitsche wurde in der Nacht 16. bei Event Nr. 18 und gewann 20.000 Dollar. Nicht der ganz große Wurf, von dem er gesprochen hat.)

PL: Du bist ständig unterwegs, aber nicht nach London geflogen. Warum?

DN: Nicht zu fassen, dass ich die ISPT in London verpasst habe. Das ist superärgerlich, ich war voll auf Tilt.

Ich war schon in Vegas, weil ich eine WPT gewonnen hatte und natürlich die WPT Championship gespielt habe. Das Turnier hätte ich nicht überspringen können.

Ich wollte zur ISPT, weil ich schon vermutet hatte, dass es zu einem Overlay kommen würde. Außerdem erwartete ich ein eher softes Turnier.

Mit David Vamplew und Rupert sprach ich darüber, ob es sich lohnen würde, nach London zu kommen, aber ich konnte mich nicht dazu entschließen. Ich war ja schon in den Staaten, und der Flug nach London dauert zwölf Stunden.

Das war einfach ein bisschen zuviel für mich, also bin ich stattdessen zu einem Freund nach Mexiko geflogen und habe die SCOOP gespielt, oder zumindest das letzte Wochenende.

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Errfolgreich in Las Vegas - Nitsche mit seinem ersten Bracelet.

Das war natürlich auch ok, aber als ich dann gesehen habe, wie groß das Overlay war, habe ich mir schon geünscht, ich wäre nach London geflogen.

Jeder hatte geglaubt, dass es ein Overlay geben würde, abner niemand hatte mit fast 600.000 Euro gerechnet. Für 600.000 wäre ich in den nächsten Flieger gesprungen und dann direkt wieder zurück nach Vegas geflogen.

PL: Was war denn die ISPT jetzt? Erfolg oder Misserfolg?

DN: Das ist wirklich schwer zu beantworten. Rob Yong von DTD will eventuell weiter Events in Prag oder in Brasilien veranstalten, was ziemlich cool sein könnte.

Der Event war für die Poker-Community eine gute Sache, und wer dort war, hat auch eine gute Zeit gehabt. Viele Spieler aus der Gegend waren dabei, was grundsätzlich ein gutes Zeichen ist.

Unter den Profis ist man sich uneins, ob es eine gute Veranstaltung ist, aber ich würde überall hinreisen, wo auch immer ein solches Turnier stattfindet.

Zum Glück haben sie das Overlay bezahlt. Es wäre eine echte Katastrophe gewesen, wäre das nicht passiert. Dann würde es garantiert keine weitere ISPT mehr geben.

Die Veranstalter haben Wort gehalten und sich damit Möglichkeiten für die Zukunft eröffnet. Rob Yong hat ausgezeichnete Arbeit geleistet.

Wäre doch ganz nett, wenn die Veranstlatung eine Zukunft hätte. Sie zumindest mal was Anderes. Fußball hat so viele Anhänger, dass man vielleicht mehr davon anlocken kann, weil sie gferne mal in einem Stadion spielen würden.

Für Hobbyspieler ist das doch auch eine schöne Gelegenheit, bei einem Live-Event mizzuspielen. Mit den großen Serien EPT und WPT kann man nicht konkurrieren, also muss man sich etwas Neues ausdenken.

So gesehen hoffe ich, dass es noch weitere ISPT-Events geben wird.


Lesen Sie hier, warum es keine weitere ISPT mehr geben darf.

Lesen Sie hier, warum Sie schön doof sind, weil Sie die ISPT nicht gespielt haben.

Lesen Sie hier, wer die ISPT gewonnen hat.

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