Bridge over Trouville Water – Austern-Schmaus mit Dominik Nitsche

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7 Februar 2015, Von: Christian Henkel
Geposted in: The Hand , Featured
Bridge over Trouville Water – Austern-Schmaus mit Dominik Nitsche

Seit neun Jahren gibt es nun die EPT-Deauville, aber kaum ein Spieler hat es mal über die Brücke ins unmittelbar benachbarte Trouville sur Mer geschafft. Auch Dominik Nitsche – immerhin ein ausgewiesener Poker-Globetrotter – nicht.

Mit der Aussicht auf die berühmten Austern in der Fischmarkthalle hat er sich mit uns, auf bisher unbetretenes Terrain gewagt.

„2014 ist es hier so kalt gewesen, dass man froh war es ohne Taxi vom Casino ins Hotel zu schaffen“ erklärt Dominik Nitsche, als wir ihn fragen, wie gut er eigentlich die Gegend hier kennt. Doch die Ausrede zieht dieses Mal nicht.

Die Sonne lacht über der Normandie und so führt unser Weg direkt zum Marché aux Poissons, dem täglich geöffneten Fischmarkt.

Nitsche Trouville Oyster 6

Mit der Aussicht auf „exzellente Austern“ haben wir den High Roller aus dem Bett gelockt. Nur profane Muscheln hätten es wohl nicht gebracht.

Immerhin wohnt der Deutsche seit geraumer Zeit in Edinburgh. Das Meer ist auch dort nicht weit.

Der Erfolgsdruck ist dementsprechend hoch: Dominik ist bekannt als Bonvivant, als einer der Spieler, die nicht nur Turnierreisen monatelang vorher planen, sondern gleich auch noch die Restaurantbuchungen mit weitem Vorlauf vornehmen.

Und gut genug ist dann nur das Beste: 2012 zum Beispiel hatte er den Besuch des „Noma“ in Kopenhagen zusammen mit Melanie Weisner und Ruppert Elder ein Jahr vorher klar gemacht.

Anders bekommt man im Lokal von René Redzepi, dem Starkoch der „neuen nordischen Küche“, das zwischen 2010 und 2014 viermal zum besten Restaurant der Welt gewählten worden war gar keinen Platz.

Das Essen dort, so Dominik sei wirklich ausgezeichnet gewesen und mit 200 Euro pro Gericht noch nicht einmal außergewöhnlich teuer. „In die Vollen ist es dafür im „Le Louis XV“ in Monaco gegangen. Dort haben wir fürs Essen am Ende jeder 1.000 Euro auf den Tisch gelegt. Und wirklich geschmeckt hat man das nicht.“

Auf dem Fischmarkt von Trouville bekommt man die lokale Haute Cuisine für einen vergleichsweise schmalen Taler. Den Austern hier eilt trotzdem ein gewisser Ruf voraus. Und wir sind gespannt, ob der Luxus-Gaumen von Dominik Nitsche, der vor allem auch Seafood-Gourmet ist das so bestätigen kann.

Nach einigem Herumschleichen zwischen den eisigen Auslagen entscheiden wir uns für das „Chez Alain“, wo eine Gruppe älterer Franzosen gerade mit einer gewaltigen Austernschale beschäftigt ist.

Ungefähr einen Euro würde das pro Auster kosten, soviel verstehen wir immerhin. Welche genau es dann am Ende sind, das übersteigt unsere schmalen Französischkenntnisse doch um ein Vielfaches.

Zehn Stück gibt es für jeden von uns. Auf reichlich Eis, mit frischer Zitrone, wie man es erwartet. Und schon nach dem ersten Schlürfen strahlt Dominik mit der Sonntagsssonne um die Wette: „Jetzt fahr ich schon so lange nach Deauville und bin nie hier gewesen. Ich glaub ich werde meinen Buddy David Vamplew morgen gleich nochmal über die Brücke nach Trouville schleppen.“

Nitsche Gayet Best Patisserie Deauville

Fünfzig Euro und ein paar Zerquetschte kostet das eiweißhaltige Sonntagmorgenmal für drei Personen. Viel billiger bekommt man frische Austern wohl nicht an vielen Plätzen. Die authentische Fischmarktatmosphäre von Trouville gibt’s gratis dazu.

Auf dem Weg zurück – über die Brücke – ins edle Deauville will uns Dominik trotzdem nochmal reraisen. Die Edel-Patisserie „Francois Gayet“ in der Rue du Général Leclerc wäre seine Top-Adresse in Deauville. Die hat nur am Wochenende geöffnet und vor den Preisen warnt uns mit einem Lächeln sogar unsere Hotelbesitzerin.

Für einen Preis von drei Austern gibt es dort ein Croissant. Allerdings drückt die Verkäuferin die Vanillecreme eigenhändig in den Teig. Der Geschmack: überwältigend.

Wir haben genug von der viel zu guten Cuisine française. Schnell zurück in den stickigen Presseraum. Zurück zu Poker. Das ist auch das Motto von Dominik Nitsche. „Ich setz mich jetzt noch ins $5.000er Turbo. Bei der Vorbereitung kann da eigentlich nichts schiefgehen.“

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