Dinesh Alt – „Ich habe noch nie geswappt oder Shares verkauft“

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Im Main Event der EPT San Remo war der Dinesh Alt der letzte deutschsprachige Spieler und schied als 25. für 15.000 Euro aus. Zwar spielt der Schweizer erst seit einem Jahr professionell Poker, aber seine Erfolge seitdem sind spektakulär.

230.000 Euro gewann er seit März 2013 in Live-Turnieren, online waren es unter seinem Nick „NastyMinder“ sogar 300.000 Euro. Wir trafen den 22-Jährigen nach seinem Bustout zum Interview:

PZ: Dinesh, du bist 22 und hier bei einem großen europäischen Live-Turnier erstmals in Erscheinung getreten. Wenn man sich allerdings mit deinen Ergebnissen der letzten Monate beschäftigt, merkt man schnell, dass du einen gewaltigen Lauf zu haben scheinst?

DA: Poker spiele ich seitdem ich 18 bin. Aber Anfang des vergangenen Jahres habe ich mich dann entschieden, es mal mit einer professionellen Karriere zu probieren.

Und ich habe denkbar niedrig angefangen. Nur NLHE, nur MTT`s und nicht höher, als $10 Buy-In.

Nach dem Sieg bei einem 8 Dollar-Turnier für 9.000 Dollar hab ich dann auch Satellites für die großen Live-Turniere dazu genommen...

PZ: ... und schnell den ersten großen Schritt nach oben gemacht?

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Dinesh Alt in Sydney.

DA: Ja, tatsächlich. Ich konnte im März den Main Event der AZNPT in Sydney spielen und hab ihn gleich gewonnen. Die 150.000 Euro Siegprämie haben mich bankrolltechnisch natürlich in eine andere Liga befördert.

PZ: Du hast ja nur wenige Wochen nach diesem Triumph weitere 60.000 Euro für den vierten Platz im Main Event der APPT in Macau abgeräumt. Wie bringt man sich in so kurzer Zeit so eine Kaltschnäuzigkeit bezüglich großer Summen bei?

DA: Ich glaube, dass das eine der größten Fähigkeiten eines Pokerspielers, am Anfang einer Karriere ist: die Preisgeldstufen auszuschalten und sich ausschließlich auf das Spiel konzentrieren zu können. Ich denke, ich bin nicht so schlecht darin.

PZ: Du fängst mit einer Karriere an, zu einem Zeitpunkt, wo viele sagen: der Boom ist vorbei und die Games sind fast nicht mehr zu schlagen. Offensichtlich geht ja trotzdem noch eine Menge...

DA: Ich höre das natürlich auch immer wieder. Dass es viel härter geworden ist, dass sehr viel mit 3-Bet und 4-Bet-Bluffs gearbeitet wird etc. Am Ende geht es wie bei allen Entwicklungen um die Fähigkeit der Anpassung.

Ich zum Beispiel schau sehr viele Livestreams von großen Turnieren und bekomme dadurch ein sehr gutes Bild, wie gute Spieler in solchen Turnieren agieren.

Man kann sich immer noch eine Menge abgucken und ausbeutbare Muster erkennen.

PZ: Hört sich für 22 schon ziemlich abgeklärt an. Was sagen eigentlich deine Eltern zu deinem momentanen Lebensentwurf?

DA: Die würden sich natürlich schon wünschen, dass ich irgendwas studiere, sind es aber gewohnt, dass ich mein eigenes Ding durchziehe und damit auch Erfolg habe.

Schon während meiner Zeit im Gymnasium hatte ich mein eigenes Import-Geschäft. Elektronik aus China, Autos aus den USA. Ist richtig gut gelaufen.

Ich habe das Ganze aber zugunsten meiner Pokerkarriere mittlerweile aufgegeben.

PZ: Warum?

DA: Der Pokerlifestyle ist angenehmer. Man ist freier und kann seiner wahren Leidenschaft nachgehen.

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Jetzt Zweiter in der Landesrangliste - Dinesh Alt.

PZ: Bist du reiner Turnierspieler und spielst du dabei nur NLHE?

DA: Ja, nur MTT`s und fast ausschließlich NLHE. Das einzige andere Spiel, was ich sehr liebe ist Omaha Hi/ Lo. Aber da gibt’s nicht so viele Turniere.

PZ: Kaufst du dich in alle Turniere zu 100 Prozent selber ein?

DA: Ja. Ich habe noch nie geswappt oder Shares verkauft. Ich spiele streng nach Bankroll-Management.

Durch meine Online-Gewinne im letzten Monat, in Höhe von ungefähr 250.000 Dollar ist das Buy-in für Sanremo und Monte Carlo allerdings kein Problem.

PZ: Aus welcher Stadt in der Schweiz kommst du?

Eigentlich aus Bern, aber seit Kurzem wohne ich offiziell in Malta. Die Steuerfahndung hat auch in der Schweiz die Pokerspieler längst auf dem Zettel.

PZ: Das hört sich so an, als würdest du im Gegensatz zu vielen anderen Pokerspielern alles allein  unternehmen. Kein Kontakt zur Schweizer Poker-Community?

DA: Mit der Schweizer Pokerszene bin ich noch nicht wirklich gut vernetzt. Dafür bin ich einfach zu kurz dabei. Allerdings kennen mich mittlerweile schon recht viele Schweizer Pokerspieler.

Nicht zuletzt, weil ich im Pocketfives-Ranking inzwischen zweitbester Schweizer bin.

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