Die zehn besten Pokerbücher aller Zeiten 5: Mike Matusow – „Check-Raising the Devil“

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17 Januar 2014, Von: Rainer Vollmar
Die zehn besten Pokerbücher aller Zeiten 5: Mike Matusow – „Check-Raising the Devil“

In unserer Serie „Die zehn besten Pokerbücher aller Zeitenwerfen wir einen Blick auf die wichtigsten Titel, die im Pokerbuchmarkt erschienen sind. Große Versprechungen gibt es oft, doch nur die wenigsten Bücher halten sie auch.

Neben den wichtigsten strategischen Texten haben auch autobiographische Texte ihren Platz in unseren Top Ten gefunden. Eines der lesenswertesten und spannendsten Bücher überhaupt ist Mike Matusows Check-Raising the Devil, das wir heute vorstellen wollen.

Hintergrund zum Buch

Mike Matusow
Kein anderer Spieler lag so oft am Boden...

Zweifellos ist Mike „The Mouth“ Matusow bis heute einer der bekanntesten und beliebtesten Pokerspieler. Vor dem Black Friday war er Mitglied des Team Full Tilt und lange Zeit galt er als einer der besten, wenn nicht der beste Omaha Hi/Lo-Spieler des Planeten.

Seine Turniergewinne belaufen sich auf knapp 9 Millionen Dollar, damit liegt er auf Platz 26 der All-Time Money List. Zuletzt zeigte Matusow, dass er noch lange nicht zum alten Eisen gehört. Im Januar sicherte er sich den Sieg bei der NBC National Heads-Up Championship und im Juni gewann er in Seven Card Stud sein viertes WSOP-Bracelet.

Vor diesen jüngsten Erfolgen liegen allerdings schwierige Jahre, die Matusow in seiner Autobiographie schonungslos offen legt. Erschienen ist das Buch Check-Raising the Devil im Jahr 2009, als Co-Autoren haben Amy Calistry und Tim Lavalli mitgewirkt.

Eine Biographie mit tiefen Tälern

Wer ein selbstgefälliges Porträt erwartet, wird bei Check-Raising the Devil enttäuscht. Vielmehr beleuchtet der heutige 45-jährige Mike Matusow die vielen Täler, die er in seinem Leben durchschreiten musste.

Thematisiert wird etwa seine Chrystal-Meth-Sucht, die Matusow nicht nur an den Rand des Todes, sondern auch Ende 2004 bis Anfang 2005 ins Gefängnis brachte.

Beeindruckend auch Matusows Schilderungen von seinen Zeiten als Spieler auf Ultimate Bet, wo er einer derjenigen war, die innerhalb des Superuser-Skandals am schlimmsten betrogen wurden.

Wie recht Matusow mit seinem seiner Mutter gegenüber geäußertem Gefühl, seine Gegner spielten, als würden sie seine Karten sehen, Recht hatte, kam zu seinem Pech erst Jahre und einige Millionen Dollar Verlust später heraus.

Matusows Autobiographie ist die eines passionierten Spielers und eines Mannes, der um sein Talent beim Poker weiß. Aus dem Nichts pokerte sich Matusow an die Spitze, nur um dann mehrfach tief zu fallen und wieder aufzustehen.

matusow nbc heads up winner
... und stand immer wieder auf.

Unvergessen ist etwa sein Auftritt beim Main Event der WSOP 2004, wo er mit AK gegen Ed Fosters AQ einen grausamen Bad Beat auf dem River erlitt und anschließend vor Kummer heulte.

Er zeigt, wie Matusow Poker immer verstanden hat – als Leidenschaft und Zentrum seiner Existenz.

Bedeutung und Fazit

Innerhalb der Pokerliteratur hat Matusows Autobiographie einzigartigen Status.

Niemand hat so hautnah und so persönlich sein Leben als Pokerspieler aufgezeichnet, und dabei auf jede Art der Selbstbeweihräucherung und des Selbstmitleids verzichtet, das ist das Großartige und das immer wieder Anrührende an Check-Raising the Devil.

Wer strategische Hinweise oder ausführliche Beschreibungen von Händen sucht, wird an diesem Buch wenig Freude haben.

Wer aber an einem ausführlichen Lebensbericht mit vielen Höhen und Tiefen Interesse hat, der wird sich atemlos durch dieses Buch arbeiten, das gleichzeitig eine Metapher für das Pokerspiel an sich ist.

Bis heute hat sich leider kein Verlag gefunden, der dieses höchst lesenswerte Buch ins Deutsche übersetzen ließ. Allen, die Englisch können, sei die amerikanische Originalausgabe aber uneingeschränkt empfohlen.

Englische Ausgabe:

Mike Matusow – Check-Raising the Devil

  • 288 Seiten, Softcover
  • Cardoza
  • Ca. €12.-

Die zehn besten Pokerbücher aller Zeiten

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