Die Poker-Höhepunkte des Jahres 2010 - Teil 1

Moritz Kranich

Das Jahr 2010 neigt sich seinem Ende und wir haben die Höhepunkte aus deutschsprachiger Sicht für euch noch mal zusammengefasst. Teil 1 von 2.

16. Juli 2010 - Moritz Kranich gewinnt den WPT Bellagio-Cup

Die WSOP war aus deutschsprachiger Sicht eine Enttäuschung. Trotz zahlreicher Final table Teilnahmen mal wieder kein Bracelet. Dann aber, der Main Event im Rio-Casino liegt gerade in den letzten Zügen gibt es doch noch das ersehnte Highlight. EPT-Deauville 2009 Gewinner Moritz Kranich zerlegt die anwesende Welt-Elite und gewinnt das $10.000 Championship Event der WPT beim Bellagio Cup.am Vegas-Strip.

Moritz Kranich ließ bei diesem Erfolg insgesamt 335 Spieler hinter sich und darf sich nun über das beachtliche Preisgeld von $875.150 freuen. Zusätzlich bekommt er sogar noch eine Uhr, ein WPT Bracelet, einen Pokal und das Buy In für WPT World Championship im Mai. Der Hamburger war als Zweiter an Chips an den Final Table gegangen und konnte dort von Beginn das Tempo bestimmen. Seine Gegner am letzten Tisch konnten sich sehen lassen, so saßen ihm dort neben dem wohl reichlich bekannten Phil Ivey auch Justin Smith, Rob Akery, Eric Afriat und John Caridad gegenüber. Letztere war mit über 5 Millionen auch massiver Chipleader, während sich Moritz mit 2,7 Millionen begnügen musste.

Moritz Kranich ist der erste Deutsche überhaupt, dem das große Double gelang: Ein Sieg bei der EPT und einen Sieg bei der WPT, außerdem nimmt er nach diesem Sieg nun den Zweiten Platz in der All Time Money List Deutschlands ein.

michael-eiler
Michi Eiler.

2. 1. November 2010 - Michael Eiler aus München gewinnt die EPT-Wien

587 Spieler aus 48 Ländern (darunter Tom Dwan und Daniel Negreanu) waren zum Kursalon Hübner ins herbstlich bunte Wien gereist. Und am Ende triumphierte ein Deutscher. Michael Eiler, ein 20-jähriger Student aus München war von Tag 3 durch das Teilnehmerfeld gepflügt und besiegte in einem rekordverdächtig kurzem Head up den tschechischen PokerStars Pro Martin Hruby.

In der entscheidenden Hand trat Martin Hruby schließlich mit 2 2 gegen A T von Eiler an. Und die EPT Wien wurde mit einem Granaten-Flop quasi beendet. 8 J K bedeutete nicht nur Nutflush, sondern auch noch Royal Flush Draw. Das Board lief dann allerdings mit 3 4 unspektakulär aus.

Michael Eiler war damit der Erste, nach Sandra Naujoks im März 2008, der wieder einen EPT-Titel mit nach Deutschland bringen konnte. Seine Siegerprämie 700.000 Euro.

Tobias Reinkemeier
Tobias Reinkemeier.

1. Mai 2010- Tobias Reinkemeier siegt beim Highroller-Event in Monte Carlo

Es war das wohl bestbesetzte Pokerturnier des Jahres. Mit Phil Laak, Dario Minieri, Bertrand „ElkY" Grospellier, Erik Seidel, John Juanda, Luke Schwartz, Daniel Negreanu, Isaac Baron, Mike McDonald, Antoine Saout, Gus Hansen, Lex Veldhuis, Liv Boeree, Sorel Mizzi, Yevgeniy Timoshenko, Allan Baekke und Tony G. war Alles da, was in der Turnierszene Rang und Namen hat.

Von den 113 Teilnehmer, die jeweils 25.000 Euro investiert hatten, gewann am Ende ein Deutscher. Der Hamburger Tobias Reinkemeier besiegte im Heads Up den Hispano-Amerikaner Oliver Busquet und nahm Pokal plus €956.000 mit nach Hause.
Der entscheidende Moment des Heads-up Duells kam, als PokerNoob einen All-in Bluff am River spielte, nachdem Busquet alle drei Streets gebettet hatte. Nachdem Busquet gefoldet hatte, zeigte Tobias J 9 auf dem Board von Q 2 8 A 2.

Diese Hand gab PokerNoob einen 4 : 1-Chiplead und am Ende den Triumph in Monte Carlo.

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Ali Tekintamgac.

24. Mai 2010- Ali Tekintamgac gewinnt die WPT in Barcelona

326 Teilnehmer hatte sich in den WPT-Europe Event in Barcelona. Und das Turnier endete zwar mit einem deutschen Sieg, aber wie sich später herausstellen sollte auch unter skandalösen Bedingungen. Der Deutsch-Türke Ali Tekintamgac hatte, das bewies später dieses Video

durch einen als Journalist eingeschleusten Komplizen Einsicht in die Holecards seiner Gegner. So callte er das All In (9 8) mit verdächtig schwachen Q 5. Neben Preisgeld und Bracelet gewann Ali T. auch das 25.500 Dollar schwere Buy-in für das im April nächsten Jahres stattfindende WPT Championship in Las Vegas. Man darf gespannt sein, ob sich der Protagonist des größten Pokerskandal des Jahres dort noch blicken lässt.

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Sebastian Homann.

1. Dezember 2010- Sebastian Homann gewinnt die WPT-Marrakesch

Die World Poker Tour in Marrakesch wurde lange Zeit von den beiden Deutschen Dominik Nitsche und Sebastian Homann bestimmt. Am Ende eliminierte Homann den Mindener (Platz 6 für Nitsche und 36.220 Euro) und schnappte sich den Titel plus 244.508 Euro Siegprämie. Die letzte Hand: Auf einem Board mit J 4 3 gingen die letzten Chips von Heads Up-Gegner Guillaume Cescut in die Mitte und Sebastian Homann machte den Call. Homann zeigte J 9 für Top-Pair, Guillaume Cescut hatte nur A 4 . Turn und River brachten K und 2 und Marrakesch hatte einen strahlenden Sieger aus Deutschland.

habernig
Matthias Habernig.

9. August 2010 - Matthias Habernig aus Österreich gewinnt die LAPT in Florianopolis

Auch in Südamerika, nämlich in Brasilien gab es 2010 Siege zu vermelden. Bei der LAPT in Florianopolis ging der junge Österreicher Matthias Habernig als überragender Chipleader an den Finaltisch und hatte nach viereinhalb Stunden Spielzeit seinen Sieg und das Preisgeld in Höhe von $247.441 in der Tasche.

In der finalen Hand raiste der Onlinequalifikant auf 170.000 und sein Head Up Kontrahent Dayan Vardanega callte. Der Flop zeigte A 7 T und Vardanega setzte 480.000. Habernig überlegte kurz und callte. Am Turn kam die Q und Vardanega checkte. Habernig setzte 650.000 und Vardanega pushte All-In, Habernig callte sofort. Vardanega: A 7. Habernig: A T. Mit dem J am River eliminierte Habernig seinen Kontrahenten und holte sich den LAPT Titel. Schon am 27. September stand Habernig dann erneut an einem Final table der LAPT, nämlich an dem im argentinischen Rosario. Dort reichtes es dann allerdings nur zum 6. Platz und 49.400 Dollar Preisgeld.

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