Die GPL ist für die Zuschauer gemacht

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Heute Abend stellt sich GPI CEO Alex Dreyfus mit einer Q+A-Session auf Twitch der Pokercommunity. Wir haben schon mal einige Fragen gestellt - und Antworten erhalten

Nachdem Dreyfus den Global Poker Index zum besten Pokerspieler-Rankingsystem aufgebaut hatte, organisierte er im vergangenen März die ersten Global Poker Masters, eines der wenigen ernsthaft gemeinten Poker-Teamevents, die es bisher gab.

Das aber war nur der Probelauf für Dreyfus‘ größtes Projekt, die Global Poker League.

Sie soll eine fortlaufende Serie werden, die Poker, Sport und Entertainment vereint.

Der Plan hat Unterstützung, aber auch Kritik hervorgerufen. Alle Parteien sind eingeladen, sich heute Abend direkt an Dreyfus zu wenden.

PokerListings hat sich mit dem französischen Unternehmer zusammengesetzt und 24 Stunden vor Beginn der Sendung die ersten Fragen gestellt und dabei neue aufgeworfen.

Info: Die Sendung beginnt am Mittwoch, 14. Okt. um 19 Uhr. Link: http://www.twitch.tv/gpl

Was hat sich seit den Global Poker Masters geändert?

Die GPM haben gezeigt, das Team Events möglich und den Spielern wichtig sind. Die Spieler trugen ihre Nationaltrikots, und es entstand Teamgeist.

Obwohl es kein Startgeld und praktisch nichts zu gewinnen gab, waren die Spieler bereit, Zeit zu investieren.

Offenkundig spielte auch das Ego eine Rolle, und die Spieler fühlten sich an der Ehre gepackt.

In der Branche hatte kaum ein Manager einen solchen Erfolg für möglich gehalten.

Auch die 30s Shot Clock erwies sich als Erfolg. Die GPM werden zurückkommen, allerdings mit einem neuen Namen: GPI World Cup.

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Die Teams begeisternten sich für die GPM.

Die Zuschauerzahlen bei Twitch beweisen, dass es ein Publikum für solche Veranstaltungen gibt.

Über die dreitägige Laufzeit der Veranstaltung schalteten mehr als eine Million Zuschauer ein.

Wie wird das Format der GPL aussehen?

Es wird drei verschiedene Veranstaltungsorte geben: online, Studio und Live-Arena.

Online wird einen Abend pro Woche gespielt. Dafür hat der GPI eine eigene Software entwickelt.

Zum einen will man dadurch vermeiden, von einem der großen Pokeranbieter vereinnahmt zu werden, zum anderen sollte der Client deutlich interaktiver werden.

So ist es nun optional, die Hole Cards der Spieler zu zeigen. Die Action kann sogar komplett angehalten werden, und beispielsweise die Spannung zu erhöhen, wenn es pre-Flop zu einem All-in und Call kommt.

„Pokersoftware wurde in der Vergangenheit für Spieler konzipiert, nicht für Zuschauer“, kommentiert Dreyfus.

Darüber hinaus wird es regelmäßige Events in den beiden Pokerstudios der GPL geben. Eines davon existiert bereits in Malta, das andere wird in den USA eingerichtet.

Alle vier bis sechs Wochen wird ein Live-Event stattfinden, bei dem der spektakuläre „Cube“ eingesetzt wird.

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Interessiert - Phil Hellmuth.

Wie bei den GPM wird in mehreren Formaten gespielt. Abweichend von der üblichen Pokerterminologie wird aber nicht von Turnieren gesprochen, um die Verschiebung hin zum Sportcharakter der Veranstaltung zu betonen.

Schon bei den GPM sprach man ausschließlich von Spielen, Duellen u. Ä., und der Turnierdirektor wurde als „Schiedsrichter“ bezeichnet.

Es wird jedoch auf 6-max, Heads-ups und Teamformate hainauslaufen. Zusätzlich wird es ein Spielerkomitee geben, damit ständiges Feedback gewährleistet wird.

Welche bekannten Spieler sind schon dabei?

Gar keine. Die Auswahl nach GPI-Platzierung erfolgt frühestens im Januar. Die weiteren Spieler werden erst danach ausgewählt.

Keiner der bekannten Profis würde sich auf so etwas einlassen, ohne zu wissen, was ihm genau bevorsteht.

Das Produkt GPL muss erst komplett fertig sein, bevor es den Spielern vorgestellt wird.

Einige zeigen aber bereits Interesse. So twitterten die WSOP-Champions Martin Jacobson und Phil Hellmuth wie auch der diesjährige November Niner Pierre Neuville ihre Begeisterung über die neue Idee.

Wer sind die wichtigsten Investoren?

Offiziell sind noch keine Namen bekanntgegeben worden. Nachdem die Teams zunächst nach Sponsoren benannt werden sollten, entschied man sich später für Städte.

Dadurch soll die Identifikation erleichtert und der Sponsor von seinem Team getrennt werden, soll heißen, der Besitzer des Teams hat keine Entscheidungskompetenz und keine Spielberechtigung.

Das macht es natürlich schwieriger, Sponsoren zu finden, verhindert aber, dass sich jemand einfach für viel Geld in die Serie einkauft.

Priorität für die GPL hat aber die Schaffung einer Fangemeinschaft.

Zielgruppe als Investoren für die GPL sind Besitzer von NBA-Teams, Hedgefonds-Manager und Prominente aus Sport und Medien.

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The Cube - Markenzeichen der GPL.

 

Trotz der Nachrichtensperre sind in unterschiedlichen Quellen bereits mehrere Namen genannt worden, darunter:

  • Donald Tang, Investment Banker
  • Xavier Niel, France Telecom
  • John Gleasure, CCO Perform Group

Wird sich die GPL auch an andere Sportveranstaltungen anlehnen?

Möglich, aber unwahrscheinlich. Die Live-Events mit dem „Cube“ könnten sich dafür eignen.

Wie wird die Berichterstattung zur GPL im Vergleich zur bekannten Pokerberichterstattung aussehen?

Genauso, aber ganz anders. Das Spielkonzept bleibt unangetastet, aber das Wesen der Veranstaltung stellt nicht mehr den Spieler in den Vordergrund, sondern den Zuschauer.

Statt achtstündiger Live-Streams wird man Spiele zu sehen bekommen, die nicht länger dauern als z. B. ein Fußballspiel, manche sogar nur 30-40 Minuten.

Shot Clocks und digitalisierte Karten sollen die Geschwindigkeit des Spiels um ein Mehrfaches erhöhen und für Zuschauer interessanter machen.

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Schnelleres Spiel, mehr Show.

Insgesamt zielen die verschiedenen Veranstaltungen darauf ab, die Varianz zu reduzieren.

Die Spieler werden stehen, nicht sitzen, um mehr Dynamik in das Spiel zu bringen, die Körpersprache zu betonen und so mehr „physischen“ Druck auf die Gegner ausüben zu können.

Hinzu kommt der werbetechnische Vorteil, dass stehende Spieler natürlich auf Vorder- und Rückseite plötzlich über große Werbeflächen verfügen, die zuvor unsichtbar und damit unverkäuflich waren.

Begleitet werden die Shows von zwei Moderatoren und einem Expertenteam, die vor, während und nach den Events diskutieren und analysieren, wie wir das etwa von Fußball-Länderspielen oder anderen Sportgroßveranstaltungen kennen.

Warum sollte jemand dafür Geld bezahlen, sich Poker live anzusehen, wenn es doch jederzeit online und im Fernsehen verfügbar ist?

Aus demselben Grund, warum Menschen ins Kino oder ins Konzert gehen. Die GPL ist nicht nur eine Pokersendung, es ist eine Show, und sie soll eine neue Erfahrung vermitteln.

Man kann sich heutzutage kostenlos alle möglichen Filme herunterladen, aber die Menschen gehen weiterhin ins Kino, denn das Kinoerlebnis ist unersetzbar.

Man kann sich auch Musik herunterladen, aber Konzerte verlieren nicht an Attraktivität, denn Sie sind etwas Besonderes.

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Experten und Moderatoren begleiten die Events.

Die GPL ist mehr als ein Live-Stream. Sie ist ein Rundum-Unterhaltungspaket, wie es auch in anderen Sportarten geboten wird.

Selbst für ein internationales Großturnier würde niemand Eintritt bezahlen, nur um anderen beim Kartenspielen zuzusehen.

Es wäre einfach zu langweilig. Pokerturniere sind für Spieler gemacht. Die GPL ist für Zuschauer gemacht.

Laut einer Studie der Unternehmensberatung für Sport und Entertainment Repucom wären 30% der Community bereit, für GPL-Events zu bezahlen – am Ende wäre ein Prozent wahrscheinlich ausreichend.

Eckdaten Global Poker League

  • Fünf oder sechs Spieler pro Team.
  • Mindestens drei Spieler werden nach ihrer GPI-Platzierung ausgewählt.
  • In der ersten Saison werden wahrscheinlich zwölf Teams aus drei Kontinenten antreten, später voraussichtlich mehr.
  • Die Teams stammen aus den folgenden Städten: Las Vegas, los Angeles, New York, San Francisco, Sao Paolo und Toronto aus Amerika, sowie Barcelona, Hongkong, London, Moskau, Paris und Prag für Europa und Asien.
  • Die Muttergesellschaft des GPI, Media Rex Sports & Entertainment (MSE) hat 4,9 Mio. Dollar an Sponsorengeldern gesammelt und damit den Start der GPL gesichert.
  • Die Finanzierung wird hauptsächlich durch Sponsoren gesichert. Aus diesen Geldern sollen auch die Spieler bezahlt werden.
  • Gespielt wird online, im Studio, und in Live-Arenen.
  • Die Spielkarten werden für die Live-Events digitalisiert, um die Spielgeschwindigkeit zu erhöhen. Gespielt wird mit echten Chips, aber nicht um Preispools, sondern um Punkte.
  • Spektakuläres Zentrum der GPL wird der „Cube“, ein transparenter, schalldichter Würfel mit sechs Metern Kantenlänge und einem Gewicht von elf Tonnen.

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