Die 5 wichtigsten Poker-Persönlichkeiten des Jahres 2014

Maria Ho
Maria Ho.

Ein ereignisreiches Pokerjahr geht zu Ende, und einige Personen haben besonders deutliche Akzente gesetzt. Wir haben u. A. eine doppelte EPT-Königin, den größten Hotrunner der Pokerturnier-Geschichte und einen Entrepreneur, der Poker zu einem internationalen Mainstream Sport-Event modernisieren will.

Die Persönlichkeiten, die im Jahr 2014 für besondere Akzente gesorgt haben, sind:

5. Maria Ho (USA)

Die 31-jährige gebürtige Taiwanerin ist hinter Vanessa Selbst die wohl beste Turnierspielerin der Welt.

Im Global Poker Index erreichte sie 2014 das dritte Jahr hintereinander eine Top Ten Platzierung bei den Frauen. Und grade bei der WSOP zeigte sie ihre ganze Klasse.

Sie cashte in 8 Turnieren und war „last woman standing“ im Main Event (77. Platz für $85.000). Dieses Kunststück war ihr 2007 schon einmal gelungen, als sie es bis auf den 38. Platz geschafft hatte.

Dabei ist sie nicht nur Spielerin, sondern moderiert nebenbei auch noch Poker TV-Sendungen und -events.

Einen glanzvollen Auftritt legte sie im November hin, als sie durch die Battle of Malta moderierte und der boomenden Midstake-Turnier-Serie besonderen Glamour verlieh.

4. Alex Dreyfus (FRA)

Der Gobal Poker Index (GPI) war der wohl wertvollste Firmenteil der grandios gescheiterten Epic Poker League (EPL). Das hatte Mitte 2012 auch Alex Dreyfus erkannt.

Der Franzose war vorher unter anderem bei Chili Poker und Winamax iGamingFrance.com engagiert und beim Kauf des GPI CEO der Käufer-Firma Zokay Entertainment.

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Alex Dreyfus in London.

In den vergangenen Monaten hat Dreyfus nun das Profil des Global Poker Index entscheidend geschärft.

Vor allem zum ersten Internationalen Poker Summit in London im November 2014 hatte es Dreyfus geschafft Vertreter von EPT, WPT und anderen wichtigen Poker-Organisationen zusammenzubringen, um ihnen seine ehrgeizigen Pläne vorzustellen.

Poker, so Dreyfus müsse als individueller Sport von der Öffentlichkeit wahrgenommen werden, um eine ähnliche Medienpräsenz zu erzielen, wie andere Sportarten. Sein „Sportify-Konzept“ beinhaltet das Darstellen von nachvollziehbaren Rankings, wie beim GPI.

Nur so könnten auch wieder Stars und deren Geschichten kreiert werden, die für den Transport einer Sportart in den Mainstream so wichtig seien.

Alex Dreyfus war sich in seiner Mission, die ihn 2014 um den halben Erdball getragen hat auch nicht zu schade einen Weihnachts-Wunschbrief an Amaya-Gaming zu schreiben.

Darin forderte er die Neueigentümer von PokerStars dazu auf, im kommenden Jahr Poker nicht zu vergessen.  

„Amaya Gaming soll daran denken, dass Poker die Grundlage der Firma PokerStars ist und Diversifikation das Fundament beeinflussen kann. Ich weiß, dass ihr gerade eine  eine Diät macht, aber niemand auf der Welt wünsche sich einen dünnen Nikolaus.

3. Vicky Coren (UK)

Im Jahr ihres 42. Geburtstages schaffte die Engländerin Victoria Coren Mitchell Einzigartiges.

Bis zum Ostersonntag des Jahres 2014 war es keinem Spieler und keiner Spielerin gelungen zweimal einen Main Event der European Poker Tour für sich zu entscheiden.

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Vicky Coren in Sanremo.

98 verschiedene Sieger hatte der Welt größte Poker-Turnier-Serie gesehen. Dann kam Vicky.

2006 in London war sie die erste weibliche Siegerin gewesen. 2014 in San Remo die erste mit Doppel-Titel.

Trotz ihrer zahlreichen Engagements (eigene TV-Quiz-Show für Intellektuelle, Kolumne im „Guardian“, Ehe mit dem Schauspieler und Comedian David Mitchell) ist Victoria Coren immer noch eine respektierte Pokerspielerin.

Leider wird sie in Zukunft nicht mehr als Botschafter für Poker zur Verfügung stehen.

Ihre aufrechte Haltung bewies die, aus der englischen Oberschicht stammende Vicky, als sie im November publikumswirksam ihren PokerStars-Pro-Vertrag kündigte.

Der Grund: Amaya Gaming, der neue Besitzer von PokerStars hatte angekündigt, in Zukunft auch normale Casino-Spiele auf der Seite anzubieten.

2. Dan Colman (USA)

Ganz aus dem Nichts kam der „wohl beeindruckendste Lauf in der Geschichte des Turnier-Poker“ (Jason Mercier über Dan Colmans Run) nicht.

Denn schon im Jahr 2013 hatte der 23-jährige Amerikaner beispielloses vollbracht.

Colman hatte gewettet, dass er innerhalb von nur einem Jahr 1,25 Millionen Dollar Profit und 5 Millionen VPPs per Sit’n‘Gos erspielen kann, etwas dass noch niemandem zuvor gelungen war.

Colman schaffte es und benötigte dafür gerade mal neun Monate. Es folgten ein zweiter Platz beim $21k Heads Up High Roller der SCOOP und der Sieg beim High Roller-Event der WCOOP.

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Dan Colman bei einem seiner Titelgewinne.

Man hätte also gewarnt sein können, vor diesem Wonderkid, dem viele nach seinem unglaublichen Lauf in diesem Jahr sogar die Schuhe von Gambling-Genie Stu Ungar anziehen wollten.

Als Dan Colman beim €100k Super High Roller des EPT Grand Final in Monte Carlo den wohl besten NLHE-Heads Up-Spieler der Welt, Dan Cates besiegte und 2,1 Millionen Euro einsackte, rieben sich noch viele die Augen. Doch dann ging es Schlag auf Schlag:

Dritter bei seinem ersten WSOP-Turnier (World Championship $10k NLHE Heads Up), dann der spektakuläre Sieg beim $1 Million Big One for One Drop für sagenhafte 15,3 Millionen Dollar.

Nur zehn Tage später schafft er es beim $100k Super High Roller im Aria gemeinsam mit Ole Schemion unter die letzten Drei und war an einem Deal beteiligt, der ihm weitere $796.821 einbrachte.

Nach weiteren Triumphen in Turnieren nach der WSOP 2014 waren zahlreiche Rekorde gefallen. Daniel Colman hatte lediglich acht Monate gebraucht, um über 22 Millionen Dollar bei Live-Turnieren zu gewinnen. Nur Antonio Esfandiari und Daniel Negreanu sind in der All Time Money -List noch vor ihm.

Daniel Colman zeigte allerdings auch abseits des Tisches, dass er von der besonderen Sorte ist.

Erst verweigerte er nach dem One Drop-Sieg jegliche Siegergeste und ließ auch ansonsten wissen, dass er nicht viel von der medialen Begleitung des Spiels hält.

Dann trat er bei der 100. EPT in Barcelona allerdings mit politischen Parolen („Free Palestine“) auf dem T-Shirt ins Zentrum der Aufmerksamkeit.

Schlussendlich legte er sich dann via Forum-Beitrag mit Phil „Hellmouth“ höchstpersönlich an und nannte ihn ein „Krebsgeschwür“ für die internationale Pokerszene.

Man darf gespannt sein, was das Wunderkind Dan Colman für 2015 im Geigenkasten bereithält.

1. David Baazov (CAN)

Ein erst 34-jähriger No Name wurde über Nacht zum größten Player im Online Gambling-Markt. David Baazov ist CEO von Amaya-Gaming, einem kanadischen Unternehmen, welches im Juni 2014 für knapp fünf Milliarden Dollar den Online Poker-Giganten PokerStars kaufte.

Baazov wuchs in einer strikt orthodoxen jüdischen Familie mit sechs Kindern auf und wurde schon früh eine Art hochbegabtes schwarzes Schaf.

Das Mathegenie schmiss vorzeitig die Schule und flog in der Folge aus dem Elternhaus. Baazov begann mit Computer-Hardware zu handeln und landete seinen ersten Coup, als er den Zuschlag für die Ausstattung der Bibliotheken in Montreal bekam und in Folge zu einem 20-Millionen-Dollar-Unternehmen wurde.

david baazov Pokerstars Amaya CEO
David Baazov.

Ab 2010 schien sich David Baazov mehr und mehr für die Gaming-Industrie zu interessieren und 2013 kontaktierte er erstmals Isai und Mark Scheinberg, zwecks einer Übernahme.

Im Juni diesen Jahres ging der Deal dann, dank zahlreicher Kreditgeber und Aktionäre über die Bühne. 

Ob die Übernahme am Ende positiv für die Spieler ist, wird erst die Zukunft zeigen. Aufgekündigte Affiliate-Verträge, die Erhebung von Umrechnungsgebühren, die Rake-Erhöhung und die Ankündigung PokerStars in ein Online-Casino umwandeln zu wollen haben die Skepsis gegenüber Amaya innerhalb der Poker-Community erhöht.

Der Fakt, dass die kanadischen Behörden, wegen Insider-Geschäfte gegen Amaya ermitteln, hat sicherlich auch nicht zu einer Verbesserung des allgemeinen Betriebsklimas beigetragen.

Dass David Baazov allerdings mit knapp 34-Jahren, als Selmade-Millionär das größte Schlachtschiff des internationalen Poker entern konnte, macht ihn zu unserem Poker-Mann des Jahres.

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