Die 20 schlimmsten Poker-Momente der letzten 10 Jahre – Plätze 5 bis 1

Howard Lederer – Darf bei der Auflistung von schlimmen Sachen nicht fehlen

Mit unserer Auflistung der besten und schlimmsten Poker-Momente der letzten zehn Jahre geht es heute weiter und wir werfen jetzt einen Blick auf die vordersten Plätze der schlimmsten Poker-Momente seit 2006.

5. Lederer, Bitar und Co. ruinieren Full Tilt

Der Schwarze Freitag war horrend für alle Pokerspieler, die Geld auf Full Tilt hatten.

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Ray Bitar – Ex-Boss von Full Tilt

Anders als die PokerStars-Spieler, die ihr Geld sofort ausgezahlt bekamen, mussten die die Full-Tilt-Opfer fast drei Jahre warten, bevor sie ihr Geld wiedersahen. Und dabei war lange Zeit nicht klar, ob das Geld überhaupt gezahlt würde.

Bei einem privat geführten Unternehmen, wie es Full Tilt damals war, ist es schwierig, von außen zu beurteilen, wer wie sehr woran die Schuld trägt, aber wie Lederer und Bitar mit dem Schwarzen Freitag und der Company umgegangen sind, war haarsträubend.

Es gab keine Informationen, keine Updates, nur Stille und Schweigen. Die Kunden wurden monatelang im Dunkeln gelassen, was mit dem Unternehmen und ihrem Geld war.

Das Motto von Full Tilt war stets „Spiel mit den Profis“ und auch deswegen wiegten sich viele in Sicherheit, dass ihre Einlagen professionell behandelt würden, hatten doch namhafte Spieler wie Ivey, Ferguson und Co. ihren Namen für die Seite hergegeben.

Am Ende zeigte sich, dass kaum jemand Verantwortung übernehmen wollte. Eine Schande für die gesamte Online-Poker-Welt!

4. EPIC Poker Tour, EPIC Fail

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EPIC Fail

Annie Duke und Jeff Pollack überraschten die Pokerwelt 2011 direkt nach dem Schwarzen Freitag mit einer abenteuerlichen Ankündigung. Ähnlich der PGA annoncierten sie die EPIC Poker Tour, welche Profis und Amateure anziehen wollte.

Die Tour offerierte zum Ende der Saison ein $1m Freeroll und sorgte zunächst während einer sehr dunklen Zeit im Pokersport für viel Interesse und Begeisterung. Nur eine Frage stellte sich: Wo sollte das Geld herkommen?

Ein knappes Jahr später gab es die Antwort: Nirgendwo.

Im Februar 2012 meldete EPIC Insolvenz an und war siebenstellig verschuldet. In Anbetracht dessen, was noch im Vorjahr vollmundig angekündigt war, ein Reinfall auf voller Linie.

Das Freeroll mit der versprochenen Million? Gab es nie.

Die Spieler, die an den Turnieren teilnahmen und einen Aussicht auf Preisgelder in diesem Turnier hatten waren entsprechend angefressen.

Pollack zog sich in Folge aus dem Poker-Business zurück und Duke tat es ihm gleich, nachdem sie bei der WSOP ausgebuht wurde. Ein Glück.

3. Superuser auf Absolute und Ultimate Bet

Online Poker basiert auf Vertrauen.

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Superuser Russ Hamilton

Online Poker Anbieter müssen in erster Linie ein sicheres Spielumfeld bieten und ein faires Spiel garantieren.

Viele kleinere Anbieter hatten hier und da Sicherheitsprobleme und es gab schwarze Schafe. Aber kein noch so schwarzes Schaf ist vergleichbar mit Absolute Poker und Ultimate Bet, die zwischen 2004 und 2007 zwei krasse Superuser-Skandale hatten.

Auf beiden Seiten gab es Spieler, welche die Karten ihrer Gegner sehen konnten und entsprechend einen unglaublichen Vorteil hatten.

Auf Absolute Poker war es POTRIPPER, der aufflog, weil er gar zu perfekt spielte und auf Ultimate Bet war es niemand Geringeres als der ehemalige WSOP-Main-Event-Sieger Russ Hamilton.

Beide Skandale wurden durch akribische Arbeit mehrerer Spieler auf 2+2 aufgedeckt und Michael Josem machte sich damals bei der Aufdeckung einen Namen. Unter anderem wurden durch diese Superuser Mike Matusow und Brad Booth um ihr Geld gebracht.

Absolute und Ultimate Bet blieben erstaunlicherweise weiterhin im Geschäft, doch mit dem Schwarzen Freitag verschwanden diese Seiten von der Bildfläche – ohne ihre Spieler auszuzahlen.

2. UIGEA bremst den Online-Poker-Boom

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2006 war das wohl verrückteste Jahr, das es im Poker je gegeben hat. Online-Poker war eine Goldgrube, jeder wollte irgendwie auf den Zug aufspringen und wenn man nur bereit war ein Werbeklebchen zu tragen, hat man fast sicher einen Anbieter gefunden, der einen ins Main-Event einkaufte. Über 8.000 Spieler kamen damals zusammen.

In einem Wort: es war episch.

Aber die Party, die gerade angefangen zu haben schien, wurde jäh beendet, denn irgendwer hatte die Bullen gerufen.

Im Herbst 2006 wurde der Unlawful Internet Gambling Enforcement Act von dem amerikanischen Kongress verabschiedet und am 13. Oktober unterzeichnete George W. Bush das Gesetz.

Mit einem Mal war Online Glücksspiel in den USA irgendwie illegal und der größte Anbieter der Zeit, Party Poker, musste sich, da das Unternehmen börsennotiert war, vom Markt zurückziehen. Auf einmal war Poker wieder drei Hausnummern kleiner.

Die WSOP 2007 zog 2.400 weniger Spieler an und damit war das Ende des Booms vollzogen. Wer weiß, was ohne den UIGEA passiert wäre. Sicherlich, das Ende wäre auch gekommen, aber wie viel mehr wäre drin gewesen?

1. Der Schwarze Freitag

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Am 11. April 2011 wurde die Pokerwelt für immer verändert.

Das amerikanische Justizministerium und das FBI setzten nun um, was der UIGEA fünf Jahre zuvor androhte. Die drei größten Pokeranbieter, PokerStars, Full Tilt und Absolute/Ultimate wurden angeklagt und des Marktes verwiesen.

Noch heute spüren wir die Umwälzungen, die diese Anklage mit sich brachte. Viele Profis leben im Exil, Online-Poker in den USA ist kaum existent und jeder war betroffen – die Spieler, die Anbieter und auch die Medien.

Die Full-Tilt-Spieler warteten drei Jahre auf ihr Geld, die Absolute-Spieler warten immer noch und PokerStars musste bis 2016 warten, bis man wieder zumindest in New Jersey Online-Poker anbieten konnte.

Der amerikanische Spielermarkt war der softeste der Welt und diese Spieler waren auf einmal dem System entzogen. Damit wurde Poker für den Rest der Welt schlagartig schwerer.

Pokerspieler sind sich selten einig, aber der Schwarze Freitag wird von sicherlich allen als ein katastrophaler Einschnitt und als Zäsur betrachtet.

Uns fällt kein schlimmerer Moment in der Pokergeschichte als dieser 11. April 2011 ein.

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