Die 20 schlimmsten Poker-Momente der letzten 10 Jahre – Plätze 10 bis 6

Optimized NWM 6525 Gaelle Baumann Out in 10th2

Mit unserer Auflistung der besten und schlimmsten Poker-Momente der letzten zehn Jahre geht es heute weiter und wir werfen jetzt einen Blick auf die Plätze 10 bis 6 der schlimmsten Poker-Momente seit 2006.

10. Hille und Baumann verpassen die November-Nine

ResizedImage 600 900 0 WM 5096 Elisabeth Hille
Elisabeth Hille kurz vor dem Bust

2012 steuerte das Main-Event der WSOP auf einen bemerkenswerten Final-Table zu. Erstmals standen zwei Frauen ganz kurz davor, einen Platz am wichtigsten Turnier-Tisch des Jahres zu ergattern: Elisabeth Hille und Galle Baumann hätten Geschichte schreiben können.

Hätten.

Sie haben aber nicht – Hille und Baumann schieden auf den Plätzen elf und zehn aus und verwährten der Pokerlandschaft die erste Dame unter den November Nine.

Warum war das so bedeutsam?

Die WSOP gibt es seit über 45 Jahren und nur ein einziges Mal schaffte es eine Dame in das Finale des Main-Events: Barbara Enright 1995. Mit anderen Worten: Es wird wirklich wieder Zeit!

Ein Spielerin am Finaltisch wäre eine willkommene Abwechslung von den ganzen Männern. Es scheint sehr wahrscheinlich, dass Hille oder Baumann – hätten sie es nur in das Finale geschafft – bei verschiedenen Talkshows herumgereicht worden wären und viel mehr Frauen für das Pokerspiel begeistert hätten.

Eine Dame unter den November-Nine könnte auch die Beteiligung der weiblichen Spieler am Main-Event erhöhen. Derzeit liegt diese bei unter fünf Prozent.

9. Verlangsamung des Spiels durch zu viel Bedenkzeit

Jordan Cristos2013 WSOP EuropeEV0710K NLH Main EventDay 3Giron8JG2450
Nachdenken bis die Uhr bricht

Wenn es einen Punkt gibt, der Pokerturnieren den Unterhaltungsfaktor beim Publikum raubt, dann ist es die unnötig lange Bedenkzeit, die sich viele Spieler nehmen.

Man möchte meinen, dass dies eher ein Problem bei älteren Spielern ist, aber tatsächlich sind es vor allem die jungen Pokerspieler, die übertriebene Bedenkzeit als strategisches Element einsetzen und so das Spiel unnötig verlangsamen.

Es steht natürlich außer Frage, dass wichtige Entscheidungen beim Poker wohl überdacht werden müssen, aber wenn derselbe Spieler bei jeder Entscheidung stets fünf Minuten nachdenkt, dann ist dies ein großes Problem. Hier muss man als Spieler auch ein wenig über das eigene Wohl hinausdenken und berücksichtigen, wie das Überstrapazieren der Bedenkzeit dem Pokerspiel schadet.

Gerne würden wir sagen, dass dieses Problem mit dem Fortschreiten des Spiels besser geworden ist, aber es scheint, das Gegenteil sei der Fall. Tatsächlich gibt es sogar Spieler, die Bedenkzeit gezielt einsetzen, um Gegner zu tilten.

8. Aufkommen der Bots, HUDs und Skripte

Poker HUD
Wer hat Angst vor den HUDs?

Die wohl größte Angst, die eine neue Spieler hat, ist, dass die Spiele unfair sind. Man schaue sich einfach nur einmal eine reine Spielgeldseite wie etwa Zynga Poker an und werfe einen Blick auf die Kommentare der Nutzer: "Rigged", "Unfair", "Dubios".

Neue Spieler sind gegenüber erfahreneren Spielern ohnehin im Nachteil und die Vorstellung, ein unschlagbares Spiel zu spielen, dürfte sie vollends abschrecken.

Insofern ist es katastrophal, dass online Poker mehr und mehr von Bot-Netzwerken, Seating-Scripts und ausgeklügelten HUD's durchsetzt ist. Neue Spieler, die auch nur den Hauch einer Idee davon bekommen, dass die Spiele unfair sind, nehmen ihr Geld und hauen ab.

Nun mögen einige HUD's und Skripte nicht per se unfair sein und viele sind von den Anbietern weiterhin erlaubt, aber für neue Spieler sind diese ein Buch mit sieben Siegeln und geben Ihnen das Gefühl, ungleich behandelt zu werden.

Mehr und mehr Seiten bieten deswegen anonyme Tische an, welche zumindest HUD's unbrauchbar machen. Vielleicht wäre es langsam an der Zeit, diese Hilfsmittel komplett zu verbieten oder zumindest einzudämmen.

7. USA zwingen Pokerspieler ins Exil

2016 WSOP Shaun Deeb
Shaun Deeb, einer die vielen Poker-Exilanten

Als das amerikanische Justizministerium und das FBI 2011 die drei größten Pokeranbieter (PokerStars, Full Tilt, Absolute Poker) vom Netz nahmen, zwangen sie gleichzeitig tausende Profi-Spieler zu einem Leben im Ausland.

Die ersten Jahre schien es so, als wäre es für die meisten professionellen Spieler okay, mehr Zeit in Mexiko oder Kanada zu verbringen. Man erwartete, dass Poker in den USA reguliert und legalisiert würde, so das man zeitnah zurückkommen könnte.

Dies ist aber bis heute nicht passiert.

Gut, inzwischen mag es in den USA legalisiertes Poker geben, aber eben nur in kleineren Märkten, wie etwa Nevada und New Jersey. Die dortigen Anbieter sind jedoch so klein, dass sie für professionelle Spieler, die ihren Lebensunterhalt mit Poker verdienen, uninteressant sind.

New York und Kalifornien schaffen es einfach nicht, Poker zu regulieren und deswegen sind die amerikanischen Berufsspieler weiterhin zu einem Leben im Exil gezwungen.

Einige Spieler versuchten sich, dem zu widersetzen, indem sie über VPNs auf PokerStars zockten. Dies ist aber verboten und so wurden unter anderem Brian Hastings und Sorel Mizzi wegen dieser Praktiken gesperrt.

Inzwischen haben viele Online-Pros den Traum aufgegeben und haben sich einen neuen Beruf gesucht. Einige halten aber nach wie vor aus und sagen sich jedes Jahr „vielleicht wird nächstes Jahr was mit der Legalisierung".

Vielleicht, aber wahrscheinlich ist das im Moment leider nicht.

6. PokerStars streicht die Supernova Elite

dario minieri 18427
Dario Minieri – Er ergrindete sich damals noch einen Porsche auf PokerStars

Das eigene Geschäftsmodell radikal zu verändern ist eine Sache, eine andere ist es, Änderungen durch die Hintertür einzuführen, ohne langjährige loyalen Kunden adäquat zu informieren.

Es war eine der umstrittensten Änderungen, die PokerStars 2015 ohne Ankündigung vornahm, als man mit nur wenigen Monaten Frist das höchste VIP-Level zusammenstrich. Eigentlich hätte es für das gesamte Jahr 2016 noch spezielle Boni für die Supernova-Elite-Spieler geben müssen, doch diese wurden im Rahmen einer Rationalisierung reduziert.

Dies sorgte Ende 2015 für den größten Spieler-Streik, den PokerStars je erlebte. Es half allerdings nichts, den loyalen Vielspielern kam das Unternehmen nicht entgegen, stattdessen bestätigte man, dass der weitere Fokus auf Freizeitspielern liegen wird.

Viele Jahre war es für viele Grinder ein Traum, das höchste VIP-Level auf PokerStars zu erreichen und nur wenige hundert Spieler schaffte dies pro Jahr. Dabei generierten sie zigtausende Dollar Rake und waren die aktivsten Spieler auf der Seite. Die fleißigsten Grinder konnten sich sogar einen Porsche auf PokerStars erspielen.

All das gibt es inzwischen nicht mehr, denn PokerStars hat seine Ausrichtung radikal geändert und ist nunmehr an diesen Grindern nicht mehr interessiert.

Bitte füllen Sie die erforderlichen Felder korrekt aus.

Es ist ein Fehler aufgetreten!

Sie müssen drei Minuten warten, bevor sie einen weiteren Kommentar abgeben können.

Noch keine Kommentare