Deutsche Bank Casino eröffnet in Las Vegas

josef-ackermann

Nach dem gigantischen City Center und seinem Casino Aria eröffnet in Las Vegas heute mit dem „Cosmopolitan" das nächste nagelneue Casino-Hotel seine Türen. Realisiert wurde der luxuriöse Gebäude-Komplex vor allem mit deutschem Geld. Insgesamt vier Milliarden Euro investierte die Deutsche Bank in Sin City. Analysten sind sich allerdings nicht sicher, ob das Geld nicht in den Sand gesetzt ist.

Brandon Flowers ist Sänger der in Las Vegas beheimateten Band „The Killers". Mit ihnen wird er heute Abend das neue Mega-Casino „Cosmopolitan" einweihen. Und es sind vor allem Deutsche, die nun hoffen, dass der Name ihrer Eröffnungs-Entertainer nicht zum Omen für eine künftige Pleite wird.

Ganz freiwillig, - wenigstens das muss man dem Geldinstitut lassen - sind die Frankfurter nicht in das Vegas-Abenteuer gestolpert. Die Bank wurde zum Investor in das Cosmopolitan-Projekt nachdem der ursprüngliche Bauträger im Jahr 2008 einen Kredit bei den Deutschen nicht zurückzahlen konnte und kein anderer Käufer gefunden wurde.

Um das neue Luxushotel zu Ende zu bauen, benötigte die Deutsche Bank weitere drei Milliarden US-Dollar. Jetzt aber ist das „Cosmopolitan" fertig und die Welt darf staunen: eingekeilt zwischen dem 4000-Zimmer-Hotel „Bellagio" und dem genau vor einem Jahr eröffneten Citycenter mit vier Luxushotels und insgesamt 6291 Zimmern, steht jetzt der nächste Palast aus Chrom, Beton und Glas.

2995 Zimmer sind untergebracht in zwei je 50 Etagen hohen Türmen. Im Gegensatz zur Konkurrenz fallen die Standardzimmer mit 57 Quadratmetern groß aus, die Suiten messen über 100 Quadratmeter. Die meisten haben - sehr ungewöhnlich für Las Vegas - einen eigenen Balkon. Das allerdings kommt daher, weil das Hotel ursprünglich als ein Hochhauskomplex mit Eigentumswohnungen geplant war.

Nun können die Gäste im „Cosmopolitan" also die Fenster öffnen. Das ist ein nicht unwesentliches Alleinstellungsmerkmal, welches der entscheidende Trumpf im Kampf um die Kunden werden könnte. Und dieser ist in Vegas längst zum Existenzkampf geworden. 2009 kamen im Schnitt 22 Prozent weniger Besucher als 2008 in die Wüsste Nevadas. Anfang 2010 sackten die Zimmerpreise nochmal um fast fünf Prozent ab.

Die Aussichten sind für das „Cosmopolitan" und somit auch für die deutsche Bank nicht gerade rosig. Die Bank begebe sich damit in ein "schwieriges ökonomisches Umfeld", sagte ein Insider. Die Zahl der Las-Vegas-Besucher nehme nach einem Rückgang in den Vorjahren zwar wieder zu, aber nicht in dem Maße, in dem Immobilienfirmen neue Übernachtungs- und Spielmöglichkeiten geschaffen hätten.

In Frankfurt geht der Puls ob der miesen Prognosen indes nicht in die Höhe. Das Hotel wird dort als reines Investment betrachtet. Das Institut sei "kein Hotelbetreiber, sondern primär eine Bank", sagte ein Sprecher. Ziel ist ein Weiterverkauf.

Sollte sich so schnell kein Interessent finden, wird das in Mainhattan wohl auch niemanden den Schlaf rauben. Angesichts der zweistelligen Milliardenbeträge, die für die Deutsche Bank in den EU-Krisenstaaten Irland, Spanien und Portugal auf dem Spiel stehen, nehmen sich die paar Kröten in Las Vegas geradezu lächerlich aus.

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