Neue Details zum Absolute Poker Skandal

Bisher gab es nur unzählige Spekulationen und ein nicht zufriedenstellendes Dementi seitens Absolute Poker („99,9 % of the user can't see the other user's holecards."). Nun wurden jedoch neue Details bezüglich der angeblichen „Superuser-Accounts" bekannt.

Auslöser der Gerüchte waren die Beobachtungen eines Spielers, der in einem $1000+50 Turnier von eben jenem verdächtigten Account („Potripper") auf den zweiten Platz verwiesen worden war. Sein Gegner hatte unter anderem sein All-in nach dem Flop mit 10 hoch gecallt und gewonnen. Daraufhin kontaktiere der Unterlegene den Support und erhielt eine Excel-Datei mit der kompletten Hand-History des Turniers zuzüglicher aller IP- und E-Mail-Adressen, sowohl von den Teilnehmern, als auch von den Zuschauern. An der Echtheit, der in Auszügen in diversen Foren veröffentlichten Handhistory, besteht kein Zweifel, da einige beteiligte Spieler die Hände bestätigt haben.

Die Auswertung jener Excel-Datei ergab, dass ein User mit der äußerst niedrigen Nummer 363 (also ein sehr alter Account) ständig den Tisch von besagtem „Potripper" beobachtet hat und dieser währenddessen so gut wie jede Hand spielte (er foldete nur dann, wenn jemand anderes ein hohes Paar hielt). Als die Tische aufgefüllt und „Potripper" umgesetzt wurde, so dass besagter User ihn für kurze Zeit nicht observieren konnte, foldete „Potripper" plötzlich.

Die Spuren führen über E-Mail-Adressen, Mailserver und IP-Adressen zu Scott Tom (soviel zur Anonymität des Internets), 2005 noch Präsident von Absolute Poker und anschließend großer Teilhaber. Der Account „Potripper" gehört allerdings anscheinend einem seiner besten Freunde, AJ Green, der früher ebenfalls ein hohes Tier bei Absolute gewesen war.

Ob noch weitere Personen an diesem Betrugsversuch beteiligt waren ist offen. Sicher ist nur, dass es weitere auffällige Accounts gibt oder gab. „Doubledrag" und „Graycat" erspielten sich auf ähnlich spektakuläre Art und Weise wie „Potripper" hohe Gewinne in den High Stakes Cashgames. Und sie sollen nicht die Einzigen sein.

Die naive Vorgehensweise der Betrüger, gerade in Zeiten von Poker-Software und Statistik-Kult, vermittelt den Eindruck, dass die Täter es darauf angelegt haben, erwischt zu werden. Man könnte mutmaßen, dass es sich um einen Racheakt ehemaliger Mitarbeiter handelt, die noch eine Rechnung mit Absolute Poker offen hatten. In jedem Falle muss man die weiteren Entwicklungen abwarten, bevor man sich ein abschließendes Urteil erlauben kann.

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