Der PokerStars Heads-up Rematch Bug

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Wenn Ihre Gewinnkurve so aussieht, haben Sie entweder viel Glück gehabt oder...

Millionenverluste bei PokerStars? Keineswegs, beschwichtigte ein Sprecher nun. Ein ungewöhnlicher Softwarefehler hat bei der Spielercommunity des weltgrößten Pokerraums für Unruhe gesorgt. Etwa zwei Dutzend Spieler wurden wegen des versuchten Betrugs gesperrt.

Stellen Sie sich vor, Sie haben gerade ein Heads-up Match auf PokerStars verloren und haben Lust auf eine Revanche. Stellen Sie sich weiterhin vor, dass Sie leider gar nicht mehr genug Geld auf ihrem Account haben, um das Buy-in zu bezahlen. Und jetzt stellen Sie sich vor, das Rematch wird von der Software trotzdem akzeptiert, und Sie können ein HU-Turnier spielen, für das Sie gar nicht bezahlt haben. Was tun Sie? Umsonst freerollen, solange es geht? Oder machen Sie den Support freundlicherweise darauf aufmerksam.

Genau dieser Softwarefehler hatte sich am letzten Julitag dieses Jahres beim Marktführer eingeschlichen. Nach einem Restart des Servers am Tag zuvor hatten die Entwickler einen Fehler bei der „Rematch"-Option für HU-Turniere festgestellt. In aller Eile wurde dieser behoben und der Server ein weiteres Mal neu gestartet. Dabei schlich sich jedoch unbemerkt ein neuer Fehler ein, der es Spielern ermöglichte, aus der oben beschriebenen Situation Nutzen zu ziehen.

Die Geschichte hat in der Pokercommunity in den letzten Tagen für einigen Wirbel gesorgt. Spieler beschwerten sich über eingefrorene Konten und beschlagnahmte Gewinne, riesige Summen standen plötzlich im Raum, die PokerStars verloren haben sollte. Im Interview mit 2+2 stand nun ein PokerStars-Mitarbeiter der Mitarbeiter Rede und Antwort.

 

Auszüge aus dem Interview

„Der Fehler existierte tatsächlich, und wir haben das Problem selbst verursacht. Nach etwa fünf Tagen hatten wir ihn isoliert und mussten reagieren."

„Wir haben 400-500 Accounts vorläufig gesperrt und überprüft. Bei etwa zwei Dutzend Spielern stellte sich heraus, dass sie offensichtlich betrogen hatten. Diesen Spielern wurde das Geld wieder abgebucht und die Konten geschlossen. Alle anderen Spieler haben ihre Gewinne zurückerhalten. Nur bei vier Konten mussten wir im Nachhinein feststellen, dass wir die Situation falsch beurteilt hatten. Auch diese Spieler erhielten ihr Geld zurück. Wir haben uns natürlich auch entschuldigt."

„Bei den Accounts, die geschlossen wurden, handelte es sich teilweise um Spieler, die normalerweise $5 oder $10 Turniere spielten und dann plötzlich $5000 Heads-up, und zwar 50 Stück hintereinander gegen denselben Gegner, und jedes Turnier war nach ein oder zwei Händen beendet. Hier war der Missbrauch offensichtlich ...[siehe Abbildung oben, d. Red.] Wir waren froh, feststellen zu können, dass keiner unserer regelmäßigen High Stakes-Spieler darunter war."

„Einige betroffene Spieler beschwerten sich und erklärten, ihr Konto sei gehackt worden. Die E-Mails kamen jedoch vom selben PC, von dem aus auch gespielt worden war, also war das eindeutig nicht der Fall. Ein Spieler hatte sich von dem Geld für alle WCOOP-Events registriert. Wir mussten diese Registrierungen leider rückgängig machen."

„Nachdem alle betroffenen Konten überprüft waren, lag unser Verlust bei etwa $50.000. Es tut uns leid, dass es für Spieler zu Unannehmlichkeiten kam, aber wir mussten sehr schnell reagieren, als wir das Problem erkannten, da wir nicht wussten, ob es nur eine Handvoll Spieler gab, die Schaden verursachten, oder ob es vielleicht schon einhundert waren. Wir gerieten in Panik."

„Der Fehler wurde nicht absichtlich von einem Mitarbeiter verursacht. Es ist vielmehr so, dass unser System mit der Zeit so komplex geworden ist, dass eine Veränderung an einer Stelle eine Funktion an ganz anderer Stelle beeinflussen kann, ohne dass man das gleich bemerkt."

PokerStars hat also die Verantwortung übernommen und den Fehler korrigiert. Der Rematch-Button wurde zwischenzeitlich deaktiviert, soll aber Ende des Monats wieder verfügbar sein.

 

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