WSOP Main Event Splitter: Der nervigste Spieler

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19 Juli 2011, Von: Dirk Oetzmann
Geposted in: The Hand
WSOP Main Event Splitter: Der nervigste Spieler

Schadenfreude ist ja bekanntlich die reinste Freude, wenn auch nicht unbedingt politisch korrekt. Dass Brasilien und Hilton Laborda innerhalb von 24h ausscheiden, erfüllt mich aber klammheimlich genau damit.

Klar, hier geht’s nicht um Fußball, und wenn die Brasis vier Elfer hintereinander verschießen – das ist noch schlechter als damals die Schweiz gegen die Ukraine – gehört das nicht hierher.

Wenn aber ein Spieler am Feature Table des WSOP Main Events sitzt, und das an Tag 6, und dieser Spieler entblödet sich nicht nur, sich in seine Nationalflagge zu hüllen und mit Vollbart und verspiegelter Pornobrille und Vollbart dazusitzen, sondern sich auch in jeder Hand mit jeder Entscheidung soviel Zeit zu lassen, dass fast alle anderen Spieler aufstehen und sich ein wenig die Beine vertreten, dann gehört das sehr wohl hierher.

Nachdem der Haupttisch 40 Hände gespielt hatte, lag der zweite Tisch mit Laborda bei 22 Händen. Wenn ein einzelner Spieler für solche Ungleichheit sorgt, ist das Wettbewerbsverzerrung. 2-3 Minuten Tank-folding vor dem Flop in jeder Hand sind unverschämt.

Normalerweise ruft so tief in einem Turnier niemand mehr nach der Uhr, aber nicht nur Jean-Robert Bellande war mehrere Male drauf und dran, genau das zu tun.

Wenn Laborda mit Absicht so gehandelt hat, war das in höchstem Maß unsportlich, war ihm das nicht bewusst, so hätte ihm das Verhalten der Mitspieler einen Hinweis geben müssen. Es ist für mich kaum vorstellbar, dass jemand, der auf diesem Niveau spielt und derartig extrovertiert ist, nicht weiß, was er da tut.

Es ist legitim, zu versuchen, seine Gegenspieler zu entnerven, es ist aber nicht in Ordnung, dies durch simples Verzögern zu tun. Hier ist eine Regelanpassung gefragt. Dem unsportlichen Verhalten muss Einhalt geboten werden.

Hilton Laborda riverte in der Nacht einen Flush, der Matt Gianetti gleichzeitig ein Full House vervollständigte. Nicht ein-, sondern zweimal. Der Arme. Der zweite Streich kostete den Mann in der Flagge, auf der übrigens „Ordnung und Fortschritt“ steht, alle verbliebenen Chips. Laborda hatte den Tag in den Top Ten begonnen und schied in Level 29 aus.

Vielleicht haben wir ja jetzt ein wenig Ruhe vor Leuten in brasilianischen Flaggen. Im besten Fall sogar bis zur nächsten Fußball-WM. Da würde ich mich dann über ein Elfmeterschießen Brasilien gegen England freuen.

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