Der Crash-Kurs: Texas Hold'em in 10 Minuten

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Zur WSOP nach Las Vegas oder einfach ins nächste Casino. Poker im Fernsehen gesehen und Lust bekommen, es selbst zu probieren? Sie wissen nicht, wie Sie anfangen sollen? Hier ist Ihr 10-Minuten-Texas-Holdem-Crash-Kurs.

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Alle paar Monate spricht mich jemand an und erklärt mir, er wolle für ein paar Tage nach Las Vegas fahren, Und dann höre ich jedes Mal dieselbe Frage: „Welche Tipps können Sie mir bezüglich poker geben?"

Wegen dieser Frage ist dieser Artikel entstanden. Wenn Sie also Poker mal so richtig ausprobieren wollen, lesen Sie ihn zuerst, und Ihre Chancen werden dramatisch steigen.

Anm. d. Autors: Wir setzen hier voraus, dass Sie mit den Grundregeln von Texas Hold'em vertraut sind. Sollten Sie sich da noch nicht sicher sein, lesen Sie zunächst die Poker-Regeln.

Ist Poker Glücksspiel?

Kurz gesagt: ja; genauer gesagt: nein, aber...

Poker ist insofern ein Glücksspiel, als Sie keine Kontrolle darüber haben, welche Karten Sie oder Ihr Gegner bekommen und welche Karten auf dem Board erscheinen. Sie entscheiden jedoch selbst, wann Sie Geld in den Pot investieren.

Wenn Sie nur dann Geld investieren, wenn Sie in der besseren Position sind und Ihre Karten abwerfen, wenn die Chancen gegen Sie stehen, werden Sie auf Dauer Gewinn machen.

Natürlich können Sie trotzdem kurzfristig Geld verlieren, weil es so viele Variable gibt, aber wenn Sie regelmäßig und dauerhaft bessere Entscheidungen treffen als Ihre Gegner, werden Sie Profit machen.

Pokerstrategie in 30s

Texas Hold'em is ein Spiel, bei dem es um die Stärke der Hände/Blätter geht. Beim Showdown gewinnt nur die beste Hand.

Bevor Sie auch nur einen Cent in den Pot investieren, sollten Sie einen Plan haben, wie Sie die beste Hand bekommen.

Wenn Sie die beiden Hole Cards bekommen, geht es los.

Sie sollten nur die besten Blätter spielen, denn diese werden nach dem Flop auch meistens zu den besten Händen.

Im Allgemeinen sollten Sie an einem Tisch mit neun Spielern 18-20% Ihrer Hände spielen. Hört sich nicht nach viel an, ist es auch nicht, aber es ist der erste Schritt auf dem Weg zum Erfolg.

Bei Hold'em geht es oft genauso sehr um die Hände, die man spielt, wie um die, die man nicht spielt.

Spielen Sie zu viele Hände, werfen Sie mit Ihren schwachen Händen zu viel Geld aus dem Fenster, dass Sie mit den guten nicht zurückgewinnen können.

Also spielen Sie tight. Tight is right.

Phil Ivey
Phil Ivey gewinnt beim Pokern, weil er unprofitable Situationen vermeidet.

Die Gegner

Die Texas Hold'em Partien, die Ihnen in einem Casino begegnen, sind häufig sehr loose. Häufig werden im Casino 30% der Hände und mehr gespielt.

Wenn Ihre Gegner vor dem Flop schwache Blätter spielen, werden Sie auf dem Flop schwache Hände bilden.

Schwache Hände sind im Showdown nur die zweitbesten, und genau gegen diese Hände werden Sie gewinnen!

Handstärke

Halten Sie sich Ihr Ziel vor Augen. Wenn alle fünf Gemeinschaftskarten auf dem Tisch liegen und alle Setzrunden vorbei sind, wollen Sie die beste Hand halten.

Es gibt keine einfache Antwort auf die Frage, welche Hand gut genug ist, um damit bis zum Showdown zu gehen. Es kommt immer auf die Situation an. Aber durch tightes Spiel stellen Sie sicher, dass Sie häufiger die beste als die zweitbeste halten.

Sie müssen in jeder Hand abschätzen, welche Kombinationsmöglichkeiten die Gemeinschaftskarten eröffnen. Überlegen Sie, gegen welche Art Spieler Sie antreten und wie sich die Hand entwickelt hat.

Poker ist ein Spiel, in dem es um Informationen geht. Seien Sie wie ein Schwamm, saugen Sie soviel Informationen auf, wie Sie können, und nutzen Sie diese zu Ihrem Vorteil.

Vor dem Flop

Schon bevor der Flop fällt, müssen Sie sich überlegen, welche Hände Sie mit Ihren beiden Hole Cards bilden können.

Ihr Ziel lautet zunächst, Top Pair mit einem guten Kicker zu treffen. Oder eine noch bessere Hand mit einem Blatt, das gute Chancen hat, auf späteren Straßen eine sehr starke Hand zu bilden (Staight, Flush o. Ä.).

Schauen Sie sich die folgenden Hände an und überlegen Sie, welche davon vor dem Flop gespielt werden sollten.

Monster: AA, KK, QQ, JJ

Diese Hände gehören für sich schon zu den stärksten, die es gibt. Im Showdown ist ein Paar oft schon die beste Hand, und diese Paare werden oft höher sein als die höchste Boardkarte.

Jede dieser Hände ist äußerst profitabel, und Sie sollten grundsätzlich immer damit erhöhen. Mit AA, KK und sogar QQ kann und sollte man sogar re-raisen.

Top Pair Hände: AK-AJ, KQ

Wenn Si emit einer dieser Hände den Flop treffen, haben Sie normalerweise Top Pair mit einem guten Kicker.

Der Kicker ist in Texas Hold'em eine wichtige Größe, da es häufig vorkommt, dass zwei Spieler dasselbe Paar treffen und dann der Kicker über den Gewinner entscheidet.

Wenn Sie ein Paar halten, können Sie also davon ausgehen, dass der Kicker spielen wird. Z. B.: Auf einem Board A 3 4 7 3 gewinnt A Q gegen A T, weil die Hand A A Q 7 4 besser ist als A A T 7 4.

Wenn Sie tight spielen, gewinnen Sie das Duell der Kicker häufiger, und Ihre Gegner werden Sie mit schwächeren Händen ausbezahlen.

Mit Top Pair Händen können Sie ein Raise vor Ihnen callen und den Flop ansehen. Hat vor Ihnen niemand erhöht, empfiehlt sich ein Raise for Value vor dem Flop.

Suited Connectors: QJs-98s

Im Casino treffen Sie oft auf Spieler, die jede Art von Suited Karten spielen.

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Investieren Sie Ihr Geld nur in gute Starthände.

Einer der größten Anfängerfehler, der viele Chips kostet, besteht darin, sich mit schlechten Händen zu viele Flops anzusehen.

Konzentrieren Sie sich auf Suited Connectors, denn diese haben das Potenzial, Straights und Flushs zu bilden. Karten, die suited und connected sind, haben eine doppelt so große Chance auf einen Flop, der gut dazu passt.

Karten, die suited oder connected sind, haben ein viel geringeres Potenzial. Sie sollten daher beides sein.

Suited Connectors sind profitabel, weil sie große Pots gewinnen, wenn sie Straights oder Flushes bilden.

Trotzdem sollten diese Hände häufig auf ein Raise gefoldet werden, es sei denn, das Raise ist sehr klein. Diese Hände sollten gespielt werden, wenn man billig den Flop sehen kann. Schauen Sie sich den Flop an und geben Sie die Hand auf, wenn Sie keinen Draw finden.

Pocket Pairs: TT-22

Diese Paare sind keine Monster.

Mit kleinen und mittleren Paaren werden Sie häufig mindestens eine Overcard auf dem Board sehen. Wenn Sie 6 6 halten und der Flop J K 3 fällt, ist Ihre Hand praktisch nichts mehr wert.

Solche Paare ziehen ihre Qualität aus dem Potenzial, sich zu einem Set zu entwickeln.

Ein Drilling ist in Texas Hold'em eine extrem starke Hand. Wenn Sie eine solche Hand halten, sollten Sie auf jeden Fall versuchen, Ihr Geld in die Mitte zu bringen.

Dabei gilt, dass auch kleine Pocket Paare davon leben, den Flop billig sehen zu können. Wenn Sie in einem Multiway-Pot gegen ein kleines Raise mitspielen wollen, ist das auch noch in Ordnung, aber Ihr Hauptziel ist es, einen billigen Flop zu sehen. Wenn Sie das Set nicht treffen, sollten Sie die Hand aufgeben.

Axs: A9s-A2s

Dies sind die einzigen schwachen Asse, die Sie spielen sollten.

A-xs ist im Gegensatz zu anderen Baby-Assen spielbar, weil sie suited sind und das Potenzial zum Nut Flush haben.

Mit dem Nut Flush gewinnen Sie den gesamten Stack Ihres Gegners, falls dieser einen kleineren Flush hält.

Dabei gilt allerdings im Hinterkopf zu behalten, dass viele #Spieler in Schwierigkeiten geraten, wenn Sie in einer solchen Situation ein As floppen und dann die Hand nicht mehr loslassen können. Sie verlieren oft viel Geld wegen des schlechten Kickers.

Denken Sie daran: Sie möchten den Flop möglichst billig sehen, um zumindest einen Flush Draw zu finden. Ein Paar Asse mit schlechtem Kicker ist eine viel schlechtere Alternative.

A-xs sollten gegen ein Raise nicht gespielt werden, es sei denn, das Raise ist nur klein und es sind mehrere Spieler im Pot. Ein billiger Flop ist der Schlüssel.

Alle anderen Hände:

Lassen Sie die Finger davon. Es ist schwierig, andere Hände profitabel zu spielen. Wenn Sie mit der Zeit besser werden, können Sie langsam auch andere Hände zu Ihrer Range hinzufügen, aber zunächst halten Sie Ihr Spiel so einfach wie möglich.

Eine gute Hand vor dem Flop ist meist auch eine gute Hand auf dem Flop. Eine gute Hand auf dem Flop macht Ihnen die Entscheidungen einfacher.

Nach dem Flop

Der Flop

Wenn der Flop liegt, bewerten Sie Ihre Hand neu. Sehen Sie sich das Board an, überlegen Sie, welche Hände möglich und/oder wahrscheinlich sind, und wie Ihre Hand dagegen aussieht.

Denken Sie daran: Sie sollten Top Pair oder besser halten oder einen guten Draw.

Mit einer Hand, die schlechter ist als Top Pair, sehen Sie bei einer Bet vor Ihnen meistens schlecht aus. Folden Sie.

The final board
Es ist sehr wichtig. Das Board richtig zu lesen. Bewerten Sie die möglichen Hände und vergleichen Sie sie mit Ihrer.

Bei Top Pair mit gutem Kicker callen Sie oder setzen selbst.

Da über dem Spiel auf dem Flop in Pokerbüchern ganze Kapitel gewidmet werden, versuchen wir uns hier wieder mögkichst einfach zu fassen.

Gehen Sie den Verlauf der Hand noch einmal durch. Erinnern Sie sich daran, dass Top Pair zwar eine gute Hand ist, aber möglicherweise nicht gut genug, wenn mehrere Spieler vor Ihnen erhöhen.

Haben Sie dagegen eine bessere Hand als Top Pair, z. B. Two Pair oder ein Set, sollten Sie oft for Value raisen, weil Sie gelegentlich von schlechteren Händen ausbezahlt werden.

Eine kurze Anmerkung zu Draws: Ein Draw bedeutet, dass Ihnen zu einem Flush oder einer Straight nur noch eine Karte fehlt. Draws sind sehr starke Hände, weil Straights oder Flushes im Showdown fast immer die beste Hand sind.

Nicht alle Draws sind gleich stark. Z. B. ist 5 6 auf einem Board 7 3 A ein Draw mit nur vier Outs (die Vieren), und der Draw wird noch weiter dadurch geschwächt, dass die 4 einem anderen Spieler den Flush verschaffen kann. Wenn die Karte, die Sie benötigen, zwischen den vorhandenen Karten liegt, spricht man von einem Gutshot.

Opn-ended Draws sind viel stärker als Gutshots. Z. B. hat 8 9 auf einem 6 7 J Board acht Outs, also doppelt so viele wie ein Gutshot.

Open-ender sind viel stärker als Gutshots. Gutshots sollten selten länger als bis zum Flop gespielt werden, es sei denn, man kann die späteren Straßen umsonst oder für sehr wenig Geld sehen.

Flush Draws haben neun Outs und sind deshalb sehr stark. Man kann normalerweise eine Bet auf dem Flop bezahlen und sich den Turn ansehen. Kommt dort keine Hilfe, geben Sie die Hand auf eine weitere Bet auf, es sei denn, diese ist sehr klein.

Der Turn

Wenn man den Turn erreicht, sind normalerweise nicht mehr als zwei oder drei Spieler noch in der Hand. Wer auf dem Turn noch dabei ist, hat normalerweise auch eine gewisse Stärke.

Wenn Sie vorne liegen und der Turn das Board nicht dramatisch verändert, sollten Sie eine zweite Bet folgen lassen.

Wenn der Turn jedoch einen möglichen Straight oder Flush Draw vervollständigt, ist Vorsicht geboten. Falls Sie auf eine Bet geraist werden, ist meistens ein Fold die richtige Entscheidung.

Der River

Die letzte Gemeinschaftskarte, River genannt, wird in den meisten Fällen heads-up gespielt. Es gilt nun, die Informationen zu nutzen, die Sie im Verlauf der Hand von Ihrem Gegner bekommen haben, und sich dann zu überlegen, ob eine Bet oder ein Call die richtige Entscheidung ist.

Jeder Spielzug des Gegners gibt Ihnen ein bisschen mehr Informationen über seine Hand.

Hat er vor dem Flop erhöht, auf Flop und Turn gesetzt hat und auf dem River eine weitere Bet ansetzt, können Sie in den meisten Fällen von einer starken Hand ausgehen.

Hat er dagegen vor dem Flop erhöht, auf den Flop gesetzt, auf Turn und River aber nur gecheckt, bedeutet das normalerweise Schwäche.

Natürlich gibt es unzählige verschiedene Faktoren, die eine Rolle spielen, und es ist unmöglich, hier alle durchzuspielen. Beobachten Sie die Spielzüge Ihres Gegners genau und handeln Sie überlegt.

Prize money
Wenn Sie bessere Entscheidungen treffen als Ihr Gegner, gewinnen Sie Geld.

Position

Die Position ist einer der wichtigsten Faktoren in Texas Hold'em. Wenn man von Position spricht, meint man damit die relative Position zum Dealer Button, der anzeigt, wer in einer Setzrunde als Letzter an der Reihe ist.

Als Letzter an der Reihe zu sein, ist ein riesiger Vorteil, denn man hat mehr Informationen als jeder andere Spieler. Wenn Sie als Letzter sprechen, wissen Sie, ob Ihr Gegner checkt oder setzt. Sie können sich alle Aktionen ansehen, bevor Sie sich entscheiden, was Sie tun wollen.

Niemand kann sich die nächste Straße ansehen, bevor Sie es erlauben. Sie haben die Kontrolle.

Deswegen können Sie in Position mehr Hände spielen als ohne Position. Position verschafft Ihnen einen entscheidenden Vorteil.

Poker ist ein Spiel auf lange Sicht

Zwar ist Poker ein Spiel, dass Sie auf lange Sicht schlagen können, aber ein gewisser Glücksfaktor bleibt immer dabei. Sie treffen Entscheidungen, können aber die Karten nicht beeinflussen, die gegeben werden. Sie kontrollieren Ihre Investition, aber nicht das Kartendeck.

Dieser Glücksfaktor macht das Spiel interessant, aber früher oder später auch sehr frustrierend.

Sie können den ganzen Abend die richtigen Entscheidungen treffen und trotzdem Geld verlieren. Verdammt, Sie können eine ganze Woche die richtigen Entscheidungen treffen und dennoch verlieren. Genauso können Sie gezwungenermaßen einem Idioten zusehen, der jede Hand spielt und einen Batzen Geld gewinnt. Das ist eben das Spiel.

Genau das hält aber die Fische auch an der Leine, also nützen Sie das aus. Betrachten Sie jede Situation getrennt voneinander und treffen Sie dann die bestmögliche Entscheidung. Wenn Sie das dauerhaft hinbekommen, werden Sie langfristig gewinnen. Sie müssen kurzfristige Ergebnisse ausblenden.

Und last not least: Poker muss Spaß machen. Nehmen Sie die ganze Sache nicht so Ernst.

Wenn Sie sich online einmal versuchen wollen, sehen Sie sich unsere Liste der besten Texas Hold'em-Räume in Ruhe an und entscheiden Sie selbst.

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