Der Combo Draw auf dem Flop

John Roveto

Es gibt nur wenige Draws, die auf dem Flop mehr Equity haben als eine Made Hand. Combo Draws sind aber so mächtig, dass sie manchmal sogar Favorit sind.

Unter einem Combo Draw versteht man einen Draw mit mehr als 12 Outs. Diese Draws sind so stark, dass man sie auf fast jedem Flop scharf anspielen sollte.

Beispiele für Combo Draws:

  • Ein Paar mit open-ended Straight Draw (13 Outs gegen ein Overpair)
  • Ein Paar mit Flush Draw (14 Outs)
  • Gutshot Straight Flush Draw (12 Outs)
  • Straight Draw und Flush Draw (15 Outs)
  • Der ebenso seltene wie kostbare open-ended Straight Flush Draw

In jedem dieser Beispiele verhilft uns mehr als ein Viertel des Decks zu einer besseren Hand als ein Overpair.

Sogar der schlechteste aller Combo Draws - der Gutshot Straight Flush Draw - hat gegen das Overpair eine 50:50 Chance!

Für uns bedeutet das, dass wir sogar gegen Monster nur unwesentlich zurückliegen. Gegen durchschnittliche Hände sind wir deutlicher Favorit. Solche Hände müssen hart gespielt werden. Für einen guten Spieler bedeuten sie eine Menge Geld.

Warum scharfes Spiel?

Natürlich spielen wir hier auf Odds. Nach einem Pre-Flop Raise, einer Bet und wahrscheinlich noch einem Raise auf dem Flop erhalten wir mit unserem Mehrdach-Draw eindeutig die richtigen Odds.

Bei einer Gewinnchance von 50% benötigen wir nur eine 50:50-Chance, um auf Dauer break even zu spielen. Tatsächlich werden die Odds aber deutlich besser sein. Also keine Angst vor großen Bets.

Hinzu kommt, wenn wir unser Geld nicht auf dem Flop in die Mitte bringen, und auf Turn oder River erscheint eine Scare Card, ist unser Gegner möglicherweise nicht mehr bereit, weiteres Geld zu investieren. Dann wird es sehr schwierig, eine Auszahlung zu bekommen. Auf dem Flop wird unser Gegner eher zu einem Call bereit sein.

Fold Equity

Indem wir unsere Combo Draws sehr stark spielen, gewinnen wir nicht nur gute Equity auf dem Flop. Wir gewinnen zusätzlich auch Fold Equity.

Mit einer Bet oder einem Raise produzieren wir fast immer Fold Equity. Grob gesagt, Fold Equity ist eine Größe für die Wahrscheinlichkeit, mit der unser Gegner seine Hand foldet und den Pot aufgibt.

Ein Call hat offensichtlich keine Fold Equity. Nehmen wir also an, wir floppen einen OESFD. Wir setzen auf dem Flop, und unser Gegner raist. Jetzt bekommen wir mehr als die nötigen Odds für einen Call (gegen ein Paar sind wir sogar Favorit), aber stattdessen gehen wir all-in.

Mike White
All-in oder nicht, manchmal kommt der Flush Draw einfach nicht.

Zu diesem Zeitpunkt können wir den Pot gewinnen, indem wir eines unserer vielen Outs treffen oder indem wir den Gegner zu einem Fold zwingen. Wie fühlen Sie sich mit einem Paar auf dem Flop, wenn es all-in geht? Nicht gerade sicher, oder?

Also kann man tighte Spieler mit Draws ausspielen. Für sie ist es eine Situation, in der sie nur verlieren können. Mit einem Call sind sie im besten Fall nur leichter Favorit, und mit einem Fold geben sie diesen auch noch auf. Damit wird sowohl ein Call als auch ein Fold zu einer falschen Entscheidung für den Gegner!

Wie bitte, Sie glauben mir nicht?

Dann sehen wir uns ein Beispiel an:

$1/$2 NLHE, 6-max, online

Effektive Stacks: $200

Wir halten T 9 am Button. Es wird zu uns gefoldet und wir erhöhen auf $8.

Der SB foldet und der BB erhöht auf $22. Call.

Der Flop fällt 7 2 8.

Der BB setzt $35. Wir erhöhen etwa um Potgröße auf $110.

Wenn unser Gegner mit Overcards erhöht hat und nun c-bettet, muss er jetzt eindeutig folden. Hat er mit einer Hand wie 99-JJ gesetzt, steht er nun vor einer schwierigen Entscheidung. Geht er mit QQ-AA all-in, ist er trotzdem 45:55 Außenseiter!

Allen Cunningham
Allen Cunningham - je mehr man tighte Spieler dominiert, desto weniger muss man ihre Hemden betrachten.

Wir haben unseren Gegner also in eine sehr unangenehme Situation gebracht. Call, Fold und sind hier ausnahmslos marginale Spielzüge. Unsere Range beinhaltet hier hauptsächlich Monster. Es sieht so aus, als ob wir große Paare wir QQ-AA slow gespielt haben, oder gar Sets mit 77, 88, 22, oder eben die Combo Draws mit 56s, T9s und J9s.

Um einen profitablen Call gegen diese Range zu machen, braucht auch unser Gegner ein Monster. Möglicher weise hat er ein solches aber nicht, weswegen er folden und aufgeben muss, oder aber er bezahlt und gibt uns damit phantastische Odds für eine Situation, die besser ist als ein Coin Flip.

Zusammenfassung

Unser Beispiel demonstriert wirkungsvoll, warum der Push mit dem Combo Draw zum Arsenal jedes Spielers gehören sollte. Combo Draws sind Monster, und sie besitzen zusätzlich noch Fold Equity Potenzial.

Man muss in der Lage sein, sowohl Made Hands als auch gute Draws stark zu spielen, denn wenn man nur mit Monstern setzt, wird man leicht auszurechnen und bekommt selten Action.

Spielt man dagegen Monster und Draws ähnlich, steigt die Chance daruaf, ausgezahlt zu werden. Also spielen Sie nicht zu passiv und spielen Sie Combo Draws als die starken Hände, die sie tatsächlich sind.

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