Den Phils auf den Fersen bleiben

Daniel Negreanu

Daniel Negreanu geht mit dem Bewusstsein als einer der Chipleader in den vierten Tag der LA Poker Classic, dass auch ein fünfter Platz im Commerce Casino ausreichen würde, um Phil Ivey wieder vom ersten Platz in der Tabelle der Spieler mit dem höchsten Turniergewinn zu verdrängen.

Das ist allerdings nicht das, was ihm momentan am wichtigsten ist. „Das  hat keine Eile," sagte der 35-jährige Kid Poker. „Es ist ja schließlich eine Lebensaufgabe."

Eile hatten er und Phil Ivey es nur, den WSOP-Sieger des Jahres 2006 - Jamie Gold - zu überholen, der sich den Platz an der Spitze mit dem einen 12-Millionen-Dollar-Gewinn erspielt hatte.

Nachdem Negreanu mit dem zweiten Platz beim WSOPE Main Event im September und Phil Ivey mit dem Finaltisch bei der WSOP im November an Gold vorbeigezogen sind, kämpfen nun nur noch diese beiden Pokergiganten um den Platz an der Sonne.

Das Problem ist nur, es wird nicht einfacher, in Turnieren weit nach vorne zu kommen.

Negreanu erklärt, dass die Spielerqualität mit jedem Jahr besser wird, und ständig neue, junge Spieler auftauchen, die sich online einen Namen gemacht haben und ein bisher kaum gekanntes, enormes Talent besitzen.

Er fährt fort zu erklären, dass er gezwungen war, sein Spiel zu verändern, im gegensatz zu einem anderen Spieler, der auch Phil heißt und mit etwas mehr als elf Millionen Dollar turniergewinnen auf Platz 4 der ewigen Rangliste steht.

„Der größte Unterschied zwischen Phil und mir ist, dass ich beoachte, wie sich das Spiel verändert, und mein eigenes Spiel entsprechend anpasse. Er dagegen glaubt, wenn er sich nur die Zähne putzt, Yoga macht und sich richtig ernährt, dann wird er schon gewinnen."

„Er denkt wirklich, dass es genügt, eine positive Einstellung zu haben. Dabei muss man in Wirklichkeit besser werden."

Negreanu ist der Meinung, dass die alte Pokerschule ausgedient hat.

„Vor Jahren gab es eine bestimmte Spielstrategie. Sie war einfach und funktionierte. Aber diese jungen Internet Kids haben einen Weg gefunden, das auszunutzen. Sie sind wie Bakterien, die gegen die Medizin, die man gegen sie verschrieben hat, immun geworden sind. Man muss einen anderen Weg finden, um das Problem zu lösen."

„Jede Strategie hat irgendwo ihre Schwächen. Also suche ich nach diesen Schwächen und finde heraus, wie sie mich lesen, und das eröffnet mir eine Reihe neuer Möglichkeiten, um gegen sie vorzugehen."

Kid Poker sieht in seiner Fähigkeit, sich anzupassen, die wahre Beständigkeit.

„Im Moment besinne ich mich auf meine Wurzeln," erläutert er. „Das heißt, dass ich auf physische Tells achte, die an den jungen Spielern beobachten kann. Ich achte darauf, wer den wilden Mann spielt, wer was tut und wie."

„Es gab Zeiten, da musste ich nicht einmal das tun, weil die Leute einfach unglaublich schlecht gespielt haben."

„Heute ist es schwieriger geworden. Man muss sich genau konzentrieren. Ich kann mich nicht einfach an den Tisch setzen und darauf warten, dass die anderen Fehler machen. Diese Zeiten sind vorbei."

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