André Akkari – „Ich werde auf die Straße gehen!“

andre akkari 24265
André Akkari.

Pokerprofis dürfen sich durch nichts ablenken lassen. Nicht so einfach, wenn man von der WSOP in Las Vegas aus beobachtet, wie Hunderttausende in der Heimat auf die Straße gehen.

Entsprechend schwierig ist die Situation vor allem für die Brasilianer. In dem südamerikanischen Flächenstaat herrscht derzeit Aufruhr. Die Demonstrationen werfen ihre Schatten auch auf die WSOP.

Mehrere hunderttausend Menschen demonstrieren auf den Straßen von Rio de Janeiro, Brasilia und Sao Paulo gegen Machtmissbrauch, Korruption, Geldverschwendung, mangelnde soziale Leistungen.

Das Ganze entzündete sich an der Erhöhung von Preisen für Busfahrkarten, aber inzwischen protestieren die Brasilianer sogar gegen die überhöhten Ausgaben für die Fuaßball-WM und die danach anstehenden Olympischen Spiele.

Das muss man sich mal vorstellen: Brasilianer protestieren gegen Fußball.

Wenn es so weit kommt, muss es ernst sein. Und das wühlt auch die brasilianischen Spieler bei der WSOP auf.

André Akkari, Mitglied des PokerStars-Teams, fühlt sich hin- und hergerissen:

„Es ist einerseits schlimm, jetzt hier zu sein, aber andererseits bin ich Profi und will hier sein. Ich repräsentiere Brasilien in den Vereinigten Staaten. Ich muss mich um meine Familie kümmern.“

Maria Mayrinck
Mayrinck - "Korruption ist seit Urzeiten Teil der brasilianischen Kultur."

„Fast wie eine Revolution“

Die Nachrichten aus Brasilien sind offenbar keine Übertreibung: „Es ist fast wie eine Revolution. Alle sind auf den Straßen, alle sind wütend, aber es gibt kein zentrales Problem.“

„Es geht um Korruption, schlechte Bildungspolitik, die Gesundheitsversorgung und so weiter, und es steht keine politische Bewegung dahinter. Es ist eine reine Bürgerbewegung“, erklärt Akkari.

Langsam kristallisiert sich aber heraus, dass die Bürger ihre Verantwortlichen vor allem wegen der grassierenden Korruption an den Pranger stellen wollen.

„Korruption ist seit Urzeiten Teil der brasilianischen Kultur. Ich weiß nicht warum, aber plötzlich scheinen die Leute aufzuwachen und wollen das nicht mehr hinnehmen“, ergänzte Maria „Maridu“ Mayrinck.

Zeit für Veränderung

André Akkari zeigt sich stolz auf seine Landsleute und ihre plötzliche Aktivität, ihre Bemühung, die Zukunft ihres Landes zu verbessern.

„In den letzten 40 oder 50 Jahren haben Politiker und Geschäftsleute mein Land ausgeraubt und ausgebeutet“, sagt Akkari. „Nach einem halben Jahrhundert haben die Menschen sich endlich entschieden, aufzustehen und etwas zu tun.“

Während viele Spieler ein baldiges Ende der Proteste in Brasilien erwarten, hält Akkari auch langfristige Unruhen für möglich.

„Ich glaube, dass es bestimmt noch zwei Monat so weiter gehen wird. In den sozialen Netzwerken wird unheimlich viel Druck gemacht, um die Demonstrationen am Laufen zu halten.

Wenn ich am 15. Juli nach Brasilien zurückkehre, gehe ich auch auf die Straße!“

Bitte füllen Sie die erforderlichen Felder korrekt aus.

Es ist ein Fehler aufgetreten!

Sie müssen drei Minuten warten, bevor sie einen weiteren Kommentar abgeben können.

Noch keine Kommentare