Das perfekte Homegame (3) - So wird gespielt

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11 September 2012, Von: PokerZeit.com
Geposted in: The Hand
Das perfekte Homegame (3) - So wird gespielt

„Wie veranstaltet man das perfekte Homegame“ ist eine dreizehnteilige Serie, in der wir Ihnen zeigen, wie man einen tollen Pokerabend für seine Freunde und Kollegen ausrichtet.

Wir zeigen Ihnen, welche Pokervariante am einfachsten ist, die Rangfolge der Hände und sogar, was Sie Ihren Gästen servieren sollten.

Folgen Sie dieser Anleitung und Ihre Gäste werden sich ihren Platz bereits Wochen im Voraus reservieren. 

Im dritten Teil schauen wir uns an, wie eine Runde Texas Hold’em funktioniert, und zeigen Ihnen einige strategische Grundzüge.

Als Erstes müssen Sie die Reihenfolge der Hände verstehen (die Erklärung finden Sie im vorherigen Artikel), doch direkt danach gilt es, die beste Hand zu ermitteln.

Meist ist es ziemlich leicht, die beste Hand zu bestimmen (ein Paar Asse schlägt ein Paar Könige), aber es gibt einige Problemfälle.

An die folgenden drei Punkte sollten Sie beim Poker denken:

- Sie müssen die beste Hand mit genau fünf Karten bilden
- Weitere Karten haben keinen Einfluss auf die Stärke der Hand
- Alle fünf Karten entscheiden über die Stärke der Hand

Bei Texas Hold’em können Sie Ihre Handkarten und die Karten auf dem Board beliebig miteinander kombinieren.

Typische Problemfälle

Im Folgenden zwei Fälle, die oft für Verwirrung sorgen, und deren Auflösungen:

Flush gegen Flush

Denken Sie immer daran: Haben mehrere Spieler einen Flush, bekommt der Spieler mit dem höchsten Flush den Pot. Alle fünf Karten spielen dabei eine Rolle. Zum Beispiel:

Board:

                  

Spieler 1:

   

Spieler 2:

      

In dieser Situation gewinnt der erste Spieler der Pot. Wenn Sie sich alle fünf Karten anschauen, hat er den höheren Flush:

 

Spieler 1:

               

 

Spieler 2:

               

 

Bis auf die fünfte haben beide Spieler dieselben Karten. Da die 7♦ höher als die 6♦ ist, gewinnt der erste Spieler den gesamten Pot. Ersetzt man die 3♠ durch die T♦, hätten dagegen beide Spieler denselben Flush und der Pot würde geteilt.

Was passiert, wenn zwei Spieler Two Pair haben?

Manchmal haben zwei Spieler Two Pair, und es entsteht Verwirrung, wer die Hand gewinnt. Dazu ein Beispiel:

Board:

            

Spieler 1:

      

Spieler 2:

      

In diesem Fall gewinnt Spieler 1 den gesamten Pot. Entscheidend für die Höhe eines Two Pair ist immer das höhere Paar, das zweite Paar gibt nur den Ausschlag, wenn beide Spieler dasselbe höhere Paar haben.

Haben beide Spieler dieselben Paar, entscheidet der Kicker (die höchste fünfte Karte) über den Sieger.

In diesem Fall hat Spieler 1 Two Pair         mit dem   als Kicker, nachdem auf dem River ein Paar Zweien erschien.

Spieler 2 hat das schlechtere Two Pair:         mit der   als Kicker. Da Asse höher als Könige sind, gewinnt Spieler 1 den gesamten Pot.

Wer gewinnt auf diesem großartigen Board?

Board:

                 

Player 1:

     

Player 2:

   

Lassen Sie sich eine Sekunde Zeit. Dies ist für Spieler 2 eine bittere Niederlage, da durch die Neun auf dem River beide Spieler einen Vierling haben.   

Spieler 1, der bis dahin nichts Tolles hatte, hat nun mit dem Ass dem höchsten Kicker.

Spieler 2 hat auf dem Flop zwar ein Full House mit           bekommen, doch nach der vierten Neun hat er ebenfalls einen Vierling Neunen mit einem König als Kicker.

Spieler 1 gewinnt den gesamten Pot.

playing_cards

Kurze Einführung in die Starthände

Veranstalten Sie einen Pokerabend, sollten Sie zumindest eine ungefähre Ahnung von Texas Hold’em haben. Hier ein kurzer Crashkurs in Pokerstrategie.

Mit dieser Anleitung bekommen Sie immerhin einige grundlegende Kenntnisse, wie Sie mit bestimmten Händen verfahren sollten. Da beim Poker aber viel vom Kontext abhängt, kann es in manchen Situationen sogar richtig sein, so starke Hände wie ein Paar Könige aufzugeben.

Hier alle wichtigen Hände bei Texas Hold’em:

Asse

Die beste Starthand. Über die Gewinnmaximierung mit dieser Hand wurden ganze Bücher geschrieben, aber außer mit einem Fold kann man damit vor dem Flop keinen Fehler machen.

Nach dem Flop: Mit Assen wird es nach dem Flop deutlich komplizierter. Verbessert das Board Ihre Hand nicht, haben Sie immer noch nur ein Paar. Achten Sie auf gegnerische Sets und Two Pairs.

Könige

Könige können Sie vor dem Flop wie Asse spielen. Manchmal werden sie gefoldet, wenn jemand denkt, ein anderer Spieler hätte Asse, aber das ist fast immer schlecht. Lassen Sie es.

Nach dem Flop: Auch nach dem Flop spielt man Könige ähnlich wie Asse, allerdings muss man nun aufpassen, wenn ein Ass kommt. Seien Sie dann sehr vorsichtig.

Lesen Sie dazu auch: Problematische Starthände - KK in früher Position

Damen und Buben

Damen und Buben sind starke Hände, aber keine sicheren Monster wie Asse oder Könige. Mit ihnen kann es sehr schwierig werden, Sie sollten diese Hände aber dennoch spielen.

Im Gegensatz zu Assen und Königen können Sie diese Hände bei enormen Einsätzen sogar folden. An einem tighten Tisch können ein Raise und ein Reraise schon bedeuten, dass Ihre Hand in großen Problemen steckt.

Nach dem Flop: Gibt es vor dem Flop viele Einsätze, müssen Sie auf dem Flop vorsichtig sein. Manchmal sollten Sie nur weiterspielen, wenn sich Ihre Hand verbessert. Passen Sie auf höhere Paare auf.

Lesen Sie dazu auch: Problematische Starthände - Pocket Buben

Niedrigere Paare als Buben

Beispiele:        

Diese Hände sind spielbar, Sie wollen aber vorrangig ein Set treffen. Der Fall ist wirklich einfach: Treffen Sie kein Set, setzen Sie nicht.

Tipp: Je niedriger Ihr Paar ist, desto eher landen Sie in einer unvorteilhaften Situation mit einem niedrigeren Set gegen ein höheres Set.

Top-Pair-Hände

Beispiele:        

AK, AQ, AJ und KQ können vor allem an einem aggressiven Tisch und in Position gute Hände sein.

Mit diesen Händen wollen Sie vor allem einen Gegner in die Falle locken, indem Sie Top Pair mit Top Kicker treffen und dieser das gleiche Paar mit einem schwächeren Kicker hat.

Passen Sie auf, wenn es vor dem Flop heftige Einsätze gibt. Dann sind Sie fast immer mit mindestens einem Paar konfrontiert.

Nach dem Flop: Denken Sie immer daran, dass Sie mit einem Paar immer noch leicht von einem Set und Two Pairs geschlagen werden können.

Lesen Sie dazu auch: A-Q, die schlimmstbeste Hand

Suited Connectors (mit und ohne Lücke)

Beispiele:        

Suited Connectors gehören bei No-Limit Hold’em zu den profitabelsten Händen. Dies liegt zum Teil daran, dass Sie damit entweder voll oder gar nichts treffen. Dadurch sind sie einfach zu spielen.

Da Sie damit meist nichts treffen, sollten Sie vor dem Flop keine hohen Einsätze bezahlen. Spielen Sie diese Hände aber nicht in früher Position. Sie wollen billig in die Hand kommen, um später hoffentlich ausbezahlt zu werden.

Lesen Sie dazu auch: Suited Connectors in 6-mx Partien

Asse mit gleichfarbiger Beikarte

Beispiele:        

Vor dem Flop sollten Sie mit diesen Händen generell nicht viel Geld investieren, da Sie gegen Paare und bessere Asse hoffnungslos geschlagen sind.

Nach dem Flop: Lassen Sie sich nicht in einen wilden Schlagabtausch mit vielen Einsätzen gegen einen Gegner mit einem besseren Ass verwickeln. Sie sollten der Spieler mit dem besseren Ass sein, der ausbezahlt wird. Treffen Sie den Flop nicht voll, sollten Sie schwache Asse einfach folden. Diese Hände können sehr problematisch sein.

Alle sonstigen Hände

Beispiele:            

Als Anfänger sollten Sie auf diese Hände komplett verzichten, da Sie damit nicht profitabel abschneiden werden. Auch wenn Hände wie QJ oder JT gut aussehen, werden Sie damit auf Dauer Geld verlieren.

Spielen Sie diese Hände, werden Ihre Entscheidungen deutlich schwieriger.

Sammeln Sie einige Erfahrungen, bevor Sie mit diesen Händen experimentieren.

Denken Sie daran, die drei größten Anfängerfehler sind:

- Ohne Position spielen
- Schwache Starthände spielen
- Schwache Hände gegen einen Raise spielen

Zusammenfassung: Halten Sie sich an die Hände in dieser Liste, werfen Sie die schwächeren davon ohne Position weg und spielen Sie nach einem Raise nur, wenn Sie eine sehr starke Hand oder einen starken Draw haben.


Das perfekte Homegame - die Serie

 

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