The Hand
Das perfekte Homegame (10) - Betrug und wie man ihn verhindert
Von: PokerListings.de Geposted in: The Hand
„Wie veranstaltet man das perfekte Homegame“ ist eine dreizehnteilige Serie, in der wir Ihnen erklären, wie man einen tollen Pokerabend für seine Freunde und Kollegen ausrichtet.
Wir zeigen Ihnen, welche Pokervariante am einfachsten ist, die Rangfolge der Hände und sogar, was Sie Ihren Gästen servieren sollten.
Folgen Sie dieser Anleitung und Ihre Gäste werden sich ihren Platz bereits Wochen im Voraus reservieren.
In unserem zehnten Artikel geht es um ein sehr unappetitliches Thema, nämlich Betrug und wie man ihn verhindert.
Selbst wenn es nicht um Geld geht, muss man akzeptieren, dass die Möglichkeit des Betrugs immer existiert.
Einige Leute sind geradezu verrückt danach und betrügen unabhängig vom Geld, während andere schlicht den finanziellen Vorteil suchen.
Je höher die Einsätze werden und je schlechter Sie die Spieler kennen, desto mehr müssen Sie auf potentielle Scharlatane achten.
Gut daran ist, dass die potentiellen Betrüger selten Leute sind, die Kartentricks beherrschen, und dass es einige einfache Maßnahmen gibt, deren Möglichkeiten zum Betrug einzuschränken.
Halten Sie sich an die folgenden Schritte, um sich und die anderen Spieler vor Betrug zu schützen.
Behaupten Sie Ihre Position als Ausrichter
Schritt Nummer 1 für einen reibungslosen Verlauf Ihres Homegames ist die klare Ansage, wer das Kommando hat. Dies ist auch der wichtigste Punkt, um Betrug zu verhindern.
Geben Sie die in diesem Artikel beschriebenen Regeln bekannt und zeigen Sie den Spielern, dass diese kennen und entsprechend durchsetzen.
Ein guter Gastgeber kümmert sich um alle seine Gäste gleich, und dazu gehört, dass niemand beschissen wird.
Führen Sie die Kasse
Warum sollte jemand mit den Karten betrügen, wenn er sich direkt im Pot bedienen oder sich ohne vorherige Einzahlung Chips nehmen kann?
Verwahren Sie das Geld an einem sicheren Ort und teilen Sie den Spielern mit, dass Sie nur bei Ihnen Chips kaufen oder sich auszahlen lassen können.
Dabei ist es hilfreich, genügend kleine Geldscheine und Münzen parat zu haben.
Die Karten bleiben immer auf dem Tisch
Sofern Sie nicht jede Hand selbst geben, müssen Sie die anderen Spieler reihum austeilen lassen und diesen entsprechend vertrauen.
Je nach Erfahrung der beteiligten Spieler kann es dabei recht merkwürdige Mischtechniken geben. Sofern Sie keinen Dealer engagieren oder selbst geben wollen, müssen Sie dies aber akzeptieren.
Besorgniserregend wird es aber nur, wenn die Karten vom Tisch genommen werden und jemand in seinem Schoß mischt. Der betreffende Geber kann dann leicht einen Blick in die Karten werfen oder diese in einer bestimmten Reihenfolge anordnen, wenn niemand aufpasst.
Das Gleiche gilt für die Karten der Spieler. Die Karten gehören auf den Tisch und sollten beim Betrachten vor fremden Blicken geschützt werden. Wer sie aufnimmt, um hineinzuschauen, darf dies unter keinen Umständen unter dem Tisch tun.
Benutzen Sie zwei Kartenspiele und lassen Sie den Spieler nach dem Dealer mischen
Benutzen Sie zwei Kartenspiele, können Sie nicht mehr Hände spielen, sondern reduzieren auch die Möglichkeiten für Betrügereien.
Verwenden Sie zwei Kartenspiele in unterschiedlichen Deckfarben.
Der Spieler hinter dem Dealer sollte schon für die nächste Hand mischen. Ist die andere Hand vorbei, kann so die nächste Hand gleich beginnen.
Auf diese Weise wird verhindert, dass Spieler während einer Hand die Karten für das nächste Spiel präparieren.
Halten Sie weitere Kartenspiele bereit
Eine Ausrüstung mit ausreichend vielen Kartenspielen ist sehr wichtig, außerdem sollten Sie den Zustand der Karten immer im Auge behalten.
Die recht teuren KEM- oder Copag-Karten haben eine hohe Lebensdauer, wenn sie niemand misshandelt, das bedeutet aber nicht, dass sie keine Knicke oder Beulen bekämen.
Zählen Sie auch regelmäßig die Anzahl der Karten. Ein klassischer Casino-Betrug ist das Bunkern von Karten, die versteckt werden und im Bedarfsfall in die Hand integriert werden.
Dies verhindern Sie am zuverlässigsten, indem Sie immer wieder die Karten zählen.
Benutzen Sie eine Cut Card
Cut Cards sind extrem preiswert und eine sehr effektive Methode, die Möglichkeiten des Gebers zum Betrug einzuschränken.
Eine Cut Card ist eine einfarbige Plastikkarte, die beim Geben unter das Kartenspiel geschoben wird. So wird verhindert, dass sich der Geber die unterste Karte selbst austeilt.
Verhindert wird auch, dass irgendjemand die unterste Karte sieht, wenn der Geber das Kartenspiel ungeschickt hält.
Verwenden Sie eine Cut Card in einer deutlich anderen Farbe als die normalen Spielkarten, damit Sie diese immer gut erkennen können. Weiß oder hellgelb ist ideal.
Verwenden Sie besondere Karten und Chips
Benutzen Sie die handelsüblichsten Chips und Karten, geben Sie potentiellen Betrügern die Chance, Ihren Stack mit Chips aufzufüllen oder hilfreiche Karten ins Spiel zu schmuggeln.
Im Idealfall bestellen Sie Ihre Karten im Internet und kaufen Chips, die schwer zu besorgen sind.
Solche besonderen Karten und Chips sind schwer zu finden. Achten Sie auf die beiden ersten Regeln in dieser Anleitung, damit Sie sich die richtige Ausstattung beschaffen.
Zu kleiner Pot
Ein zu kleiner Pot entsteht, wenn ein Spieler weniger bezahlt, als er muss, und dies kaschiert, indem er seine Chips direkt in den Pot wirft, oder sich zu viel herausnimmt und dabei hofft, dass es niemand bemerkt.
Die einfachste Methode dafür ist das Hineinschmeißen der Chips. Wirft ein Spieler seinen Einsatz direkt in einen bereits großen Pot, kann er unter Umständen unbemerkt davonkommen.
Kollusion
Von Kollusion spricht man, wenn zwei oder mehr Spieler am Tisch als Team zusammenarbeiten.
Häufige Formen der Kollusion, auf die es zu achten gilt, sehen so aus:
- - Softplay: Ein Spieler setzt oder raist mit einer sehr starken Hand nicht. Meist geschieht dies, damit der Partner Geld spart.
- - Whipsawing: Zwei Spieler raisen und reraisen sich gegenseitig, um gegnerisches Geld in den Pot zu locken.
- - Dumping: In der Regel bei Turnieren, indem ein Spieler absichtlich Chips verliert, um seinen Partner im Spiel zu halten.
- - Zeichensprache: Zwei Spieler tauschen Informationen über ihre Absichten oder Karten aus.
Das perfekte Homegame - die Serie
- Teil 1: Die Ausrüstung
- Teil 2: Hand Rankings
- Teil 3: So wird gespielt
- Teil 4: Das Setup
- Teil 5: Was gibt's zu trinken
- Teil 6: Was gibt's zu essen
- Teil 7: Wen lädt man ein?
- Teil 8: Etiquette
- Teil 9: Wie man seine Freunde besiegt
- Teil 10: Betrug und wie man ihn verhindert
- Teil 11: Weitere Pokervarianten
- Teil 12: Merkwürdige Regeln und Ausnahmen
@Nico
Völlig richtig. Es ist Vorsicht geboten, sonst geht es euch wie mir und es zerbrechen langjährige Freundschaften.
R.
Moin,
Danke für Euren Beitrag. Ein paar Ergänzungen hätte ich. Zum einen: Hört auf Euer Bauchgefühl - ladet niemanden ein, den Ihr nicht wirklich einschätzen könnt. Und: Seid konsequent. Wer gegen eine Eurer Regeln verstößt, hat die Konsequenzen zu tragen. In der letzten Folge ist das der lebenslange Spielausschluss.
Wer am Pokertisch betrügt, hat das Spiel in meinen Augen nicht verstanden. Im Gegenteil: Er zerstört es.
Beste Gröten, Nico aka Nicsmix


