The Hand

Das perfekte Homegame (8) - Etiquette

Von: PokerListings.com
14 Dezember 2012
Geposted in: The Hand
1779 Phil Hellmuth and Eric Rodawig

„Wie veranstaltet man das perfekte Homegame“ ist eine dreizehnteilige Serie, in der wir Ihnen erklären, wie man einen tollen Pokerabend für seine Freunde und Kollegen ausrichtet.

Wir zeigen Ihnen, welche Pokervariante am einfachsten ist, die Rangfolge der Hände und sogar, was Sie Ihren Gästen servieren sollten.

Folgen Sie dieser Anleitung und Ihre Gäste werden sich ihren Platz bereits Wochen im Voraus reservieren. 

In unserem achten Artikel geht es um Etikette, wir beantworten also die Frage, wie man sich bei einem Poker-Homegame verhalten sollte.

Dazu liefern wir Ihnen neun Regeln. Zwar können wir nicht garantieren, dass Ihre Freunde sich keine kindischen Beschimpfungen über die Ohren hauen, doch versprechen wir, dass Sie die Runde ehrenhaft beenden.

Etikette bedeutet Respekt und sie unterscheidet die zivilisierte Welt vom Tierreich.

Die neun wichtigsten Poker-Verhaltensregeln

Haben Sie schon an mehreren Homegames teilgenommen, wissen Sie, dass nicht jeder die weltweit geltenden Pokerregeln befolgt.

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Falsch. Ganz falsch!
 

Stattdessen ist es wie beim Pool-Billard, wo in jedem Land andere Regeln gelten. Fragen Sie vorher nicht nach, kann es sein, dass Sie die schwarze Kugel dreimal anspielen müssen, bevor Sie diese endlich versenken dürfen.

Manche Tipps bewegen sich genau zwischen Pokerregeln und Etikette, sie sind aber alle für einen reibungslosen Ablauf wichtig.

Wie strikt Sie diese anwenden wollen, hängt von Ihnen ab.

1) Am Pokertisch wird nicht mit den Fingern gegessen: Diese Regel ist im Grunde selbstverständlich, doch wenn Sie Ihrem örtlichen Casino einen Besuch abstatten, werden Sie sehen, dass dies trotzdem passiert.

Lassen Sie nicht zu, dass Ihr Homegame dasselbe Schicksal erleidet. Verzichten Sie auf Fingerfood oder nehmen Sie es in einer Pause zu sich.  

2) Schmeißen Sie die Chips nicht einfach in den Pot: Sorgen Sie dafür, dass Ihre Gäste nicht wild mit Chips um sich schmeißen und ihre Einsätze ohne vorherige Ansage mutwillig in die Tischmitte befördern.

Ansonsten ist schwer zu erkennen, wie viel tatsächlich gesetzt wurde, und skrupellose Mitspieler haben es leicht, den Pot zu ihren Gunsten zu manipulieren.

3) Achten Sie immer auf den Spielverlauf: Nichts ruiniert ein Homegame schneller als Mitspieler, die Löcher in die Luft starren, wenn sie an der Reihe sind.

Glauben Sie uns, ein geistig abwesender Freier kann in solchen Momenten wie ein nachdenklicher Profi wirken.

Tun Sie daher jedem einen Gefallen und achten Sie darauf, wann Sie an der Reihe sind.

4) Reden Sie nie über eine Hand, in die Sie nicht verwickelt sind: Sind Sie an einer Hand nicht beteiligt, sollten Sie sich einfach zurücklehnen und an Ihrem Getränk nippen.

neue freunde finden
Bei einem Homegamge finden Sie manchmal ganz neue Freunde.
 

Geben Sie unter keinen Umständen Kommentare ab, was die anderen Spieler haben, was sie tun sollten, was Sie an deren Stelle täten oder was Phil Hellmuth machen würde.

Warten Sie, bis Sie selbst wieder in einer Hand sind. Dann ist es eher akzeptabel, das Maul aufzureißen.  

5) Jeder Spieler sollte seine Hand selbst spielen: Dies ist eine Erweiterung von Regel 4, aber sie ist so wichtig, dass sie einen eigenen Eintrag verdient. Niemand mag es, wenn Sie sich bei einem Anfänger während der Hand als Berater betätigen, weder der Spieler selbst noch sein Gegner.

Seien Sie zu jedem Spieler in Ihrem Homegame höflich und lassen Sie ihn seine Hände selbst spielen.

6) Werden Sie auf dem River gecallt, müssen Sie als Erster Ihre Hand zeigen: Besteht Ihre Runde aus einer Mischung von erfahrenen und unerfahrenen Spielern, wird es zu dieser Diskussion auf jeden Fall kommen.

Stellen Sie sich Folgendes vor: Ein Freund, der sich für einen Alleskönner hält, macht auf dem River einen heldenhaften Call und fordert von einem unerfahreneren Spieler, dass dieser seine Karten aufdeckt. Selbst wenn er dies auf unfreundliche Weise tut, ist der Alleskönner im Recht. Wer auf dem River setzt oder raist, muss als Erster seine Karten umdrehen.

7) Show one, show all: Nach einem gegnerischen Fold seine Karten zu zeigen ist überhaupt nicht verboten, doch die Regel lautet, dass der gesamte Tisch Ihre Karten sehen darf, wenn Sie diese Ihrem besten Freund gezeigt haben, der neben Ihnen sitzt.

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Die letzte Hand zeigt jeder gern.
 

Wollen Sie mit Ihrem Nachbarn ein Geheimnis teilen, müssen Sie sich leider auf andere Dinge beschränken. 

8) Keine String-Bets: Das Verbot von String-Bets ist eine der bekanntesten Pokerregeln, sie wird aber oft falsch angewendet. Erinnern Sie sich noch an die alten Filme mit den Pokerszenen, in denen ein cleverer Pokerspieler sagt: „Ich calle Deine Bet … und raise Dich!“? Dies ist ein Beispiel für eine String-Bet.

Ein anderer häufiger Fall tritt auf, wenn ein Spieler nicht „Raise“ ansagt, Chips für einen Call über die Linie schiebt und dann noch einmal in seinen Stack greift, um zu erhöhen.

Am einfachsten vermeidet man String-Bets generell, indem man seinen Raise und den entsprechenden Betrag vorher ansagt.

Dann können Sie so viele Bewegungen machen, wie Sie wollen. Wollen Sie den Raise nicht ansagen, müssen Sie ihn in EINER BEWEGUNG ausführen.

9) Am Tisch wird nur Deutsch gesprochen: Dies richtet sich vor allem an Ihre Austauschschüler vom Gymnasium, die bei Ihrem Homegame aufkreuzen und dann Szenen aus Rounders auf Klingonisch zitieren. Sie wissen schon.

Damit Betrug vermieden wird und alle Spieler jederzeit integriert sind, ist Deutsch die einzig akzeptable Sprache am Pokertisch.

Weitere Etiquette-Regeln auf einen Blick finden Sie in unserer Infografik, aber auf keinen Fall hier!

 


Das perfekte Homegame - die Serie

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