Das King Size Cash Game von Macau

Tom Dwan

Die Blinds liegen bei €500/ €1.000. Auf dem Tisch befinden sich zeitweise fünf Millionen Dollar in Chips berichten Beobachter. Im Rahmen der APT-Macau liefern sich Tom Dwan, John Juanda, Phil Ivey und Chau Giang ein gigantisches Duell mit chinesischen Regulars. Das No Limit Holdem Cash Game von Macau könnte schon bald das teuerste der Welt werden.

Während der EPT von Wien berichteten wir vom dortigen „Big Game", einer €100/ €200 PLO Partie mit Niki Jedlicka, Markus Golser, Anton Allemann und David Benyamine.  Zu niedrig befand der ebenfalls dazu gekommene Tom Dwan und ging mit seiner neuen Freundin lieber Shoppen.

Doch nur zwei Wochen später hat der gute Tom nun doch noch eine Spielwiese nach seinem Geschmack gefunden. Während der APT kam es am vergangenen Wochenende zu einem der teuersten Cash Games der jüngeren Pokergeschichte. Bei Blinds von umgerechnet €500/ €1.000 wanderten bis zu 2 Millionen Dollar in einer Hand über den Tisch.

Normalerweise bleiben Partien dieser Größenordnung lange geheim, doch der Pokerveranstalter Matt Savage eröffnete schon am Freitag einen Thread im 2+2-Forum und sendete Berichte von vor Ort.

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Das Star World Hotel in Macau.

Später übernahm ein gewisser „Tom Hall" die Berichterstattung. Er war zeitweise selbst Spieler in der Millionenpartie, wurde von Savage als „exzellente Quelle" bezeichnet und berichtete tatsächlich wie ein Reporter von CNN aus dem Irak-Krieg.

Das Millionenspiel von Macau bezeichnet Hall als eine „semi-private Partie". Die „businessmen", welche normalerweise am Tisch im Wynn-Macau oder dem StarWorld Hotel Exterior sitzen, seien alles große Fische in der Gambling Industrie in Macau und Hongkong. Vor etwa zwei Jahren hätten sie, so Tom Hall, Poker entdeckt und gemerkt, dass man seine Millionenverluste, die man sonst im Bacarrat und beim Sportwetten machen würde, halbieren könne.

Manchen der Geschäftsmänner bescheinigt Hall mittlerweile semi-professionelle Fähigkeiten, manche seien „hoffnungslose" Fälle. „Gefährlich sind sie alle, denn sie haben einfach keine Angst und eine fast unbeschränkte Bankroll."

Normalerweise würden keine Nicht-Chinesen an den Tisch gelassen. Aus dem einfachen Grund, weil viele Regulars kein Englisch könnten. Eine Ausnahme wird aber bei den wirklich „großen Jungs" des internationalen Pokerzirkus gemacht. Wichtig sei den Chinesen aber, dass die Eingeladenen mit ihrem eigenen Geld am Tisch sitzen und nicht von 15 verschiedenen Investoren gestaked sind.

Bei der Partie am vergangenen Wochenende stiegen die Blinds teilweise bis zu $1300/ $2600 mit einem Ante von $2600 um die Pro's zu Spielen zu bewegen und schlicht und ergreifend mehr Spaß zu haben.

Den größten Pot des Wochenendes mit über zwei Millionen US-Dollar soll übrigens Tom Dwan eingestrichen haben. Mit AK war er preflop all in und trat gegen TT sowie QQ an und traf laut Tom Hall  sowohl König, als auch As auf dem Flop.

Allerdings muss das asiatische „Big Game" von Macau berichtet Hall auch schon noch verrücktere Dinge gesehen haben. Ein Pekinger Geschäftsmann soll einmal weitere 3,6 Mio.  US-Dollar nach dem Turn in einen 6,6 Mio. US-Dollar Pot gebettet haben. Und zwar mit einem Gutshot Straight Draw gegen Top Set. Er wäre vorher mit 12,9 Mio. US-Dollar im Brand gewesen und hätte auf dem River getroffen.

Einer der Regulars des Big Games würde nur "All In" genannt. „All In" kenne nur zwei Arten des Setzens: ein 4-Bet Raise preflop und All In postflop.

Legendär ist in jedem Fall auch die Länge der Sessions. Das Millionen-Festival dauerte nun schon eine Woche. Es werden 20-30 Stunden-Sessions gespielt mit lediglich sechs Stunden Pause dazwischen.

Und wie haben sich die Full Tilt Pros geschlagen? Der bisher größte Gewinner John Juanda (1,5 Millionen Plus) soll mittlerweile eine kleine Rundreise machen. Phil Ivey und Tom Dwan, die ähnlich wie Johnny Chan und Chau Giang hinten gelägen hätten, haben sich zurück ins Plus gespielt. Dabei ist es typisch Ivey, dass er nur zwei, drei Tage braucht, um sich komplett auf seine Gegner einzustellen. Den gestrigen Tag verließ er dann mit 2 Mio. US-Dollar Gewinn.

Es muss nicht erwähnt werden, dass für die meisten der „Businessmen" die Woche im Brand endete. Allerdings bezahlten nicht die Regulars aus Macau sondern vor allem die ungeliebten Brüder aus Peking.

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