Das Jahr der Deutschen bei der EPT

Threesome!
Haben gut lachen: Naujoks, Kanisch, Gork.

Es ist die fünfte Saison der PokerStars European Poker Tour (EPT), und noch nie waren deutsche Spieler so erfolgreich. Sandra Naujoks' Triumph in Dortmund war bereits der dritte Titel in diesem Jahr. Woher kommt der Erfolg?

Sebastian Ruthenberg machte den Anfang. Er gewann den Auftaktevent in Barcelona und 1,3 Mio. Euro. Inzwischen belegt er Platz 7 in der Geldrangliste und Platz 3 im TLB der EPT. Dren Ukella saß in Barcelona ebenfalls am Final Table und wurde Fünfter. Angeführt werden die beiden Listen von Bertrand „Elky" Grospellier, der das High Roller Event der PCA gewann, und Poorya Nazari, der an gleicher Stelle den Main Event für sich entscheiden konnte. In einem Teilnehmerfeld von 1347 Spielern reichte Benny Spindlers hervorragender dritten Platz noch für über eine Million Preisgeld, Jan Collado wurde Neunter.

Johannes Strassmann
Hat Recht: Johannes Strassmann.

Im Oktober reisten auch zahlreiche Stars aus den USA nach London, um in der englischen Hauptstadt den prestigeträchtigen Titel des £5000 Main Events zu gewinnen und Annette Obrestad abzulösen. Johannes Strassmann erreichte den letzten Tisch und beendete das Turnier als Siebter von 596 Spielern.

Christophe Haller wurde 16. in Budapest. Fast schon einer der schwächeren Auftritte des deutschen Kontingents, denn schon beim folgenden Event in Warschau kam Nico Behling bis ins Heads-up und musste sich schließlich nur Joao Barbosa aus Portugal geschlagen geben, der in diesem Jahr einen fantastischen Lauf hat und nur in dieser fünften Saison bereits sechs Mal ins Geld gekommen ist.

Prag war im Dezember die nächste Station auf der Osteuropareise der PokerStars EPT. Mit Nasr el Nasr (7.), Sebastian Ruthenberg (9.) und Daniel Drescher (11.) waren gleich drei Spieler aus Deutschland nahe am nächsten Titel.

Moritz Kranich
Hat's gut: Moritz Kranich.

Den gewann dann Moritz Kranich Ende Januar im französischen Deauville (Preisgeld: 1,1 Mio. Dollar). Mit 645 Teilnehmern war es das am zweitbesten besuchte Turnier der Saison auf europäischem Boden. Jan-Ludwig Meinberg kam auf Platz 9, und Jan-Thomas Micheel erreichte den 30. Platz.

Nachdem die EPT Kopenhagen fest in skandinavischer Hand blieb (Marcus Liberski auf Platz 20), bildete das Turnier in Dortmund einen echten Höhepunkt aus deutscher Sicht. Auf dem Podest landeten mit Sandra Naujoks, Holger Kanisch und Marc Gork gleich drei Spieler aus dem Land des Ausrichters. Lange hatte es danach ausgesehen, als könnte der Kanadier Mike McDonald der erste Spieler werden, der einen EPT-Titel verteidigt. Er wurde schließlich Fünfter, nachdem ihn die spätere Siegerin in einem Coin Flip vom Tisch genommen hatte. Florian Langmann wurde 9., und Deauville-Gewinner Moritz Kranich zeigte mit Platz 21, dass er kein One Hit Wonder ist. Naturgemäß waren bei diesem Event deutlich mehr deutsche Spieler dabei als bei den anderen Turnieren. Ihre Gesamtgewinne belaufen sich in dieser Saison auf stolze 8,7 Mio. Dollar!

Was hat sich verändert? PokerListings sprach mit denen, die es wissen müssen.

Katja Thater erklärte, Deutschland sei immerhin hinter den USA „der zweitgrößte Pokermarkt der Welt. Wir sind bekannt dafür, dass wir gerne lernen, und in den letzten zwei Jahren haben wie gesehen, dass immer mehr und bessere Spieler auftauchen." Inzwischen sei auch die Infrastruktur in Deutschland so gut, dass „niemand mehr nach Las Vegas fliegen muss, um zu spielen".

John Duthie
Hat Sponsoren: EPT-Gründer John Duthie.

Auch EPT-Gründer John Duthie zeigte sich beeindruckt: „Poker ist in jeder Hinsicht eine ganz große Sache in Deutschland geworden. Hier hat sich Poker wirklich durchgesetzt."

Johannes Strassmann, der in den vergangenen zwei Jahren über $700.000 gewonnen hat, sprach von „viel versprechenden Newcomern, die kurz vor dem Sprung in die Weltspitze stehen ... Viele haben im Internet spielen gelernt, und wir werden in der Zukunft noch mehr deutsche Erfolge erleben."

Sandra Naujoks
Hat Zukunft: Sandra Naujoks.

Sandra Naujoks, frisch gebackener EPT Dortmund Champion, war derselben Meinung. „Wir haben so viele sehr gute Turnierspieler, dass wir auch bei der WSOP gute Chancen haben werden. Ich schätze, dass wir zwei Bracelets mitbringen können."

Sebastian Ruthenberg sieht die Gründe auch im Verhältnis untereinander. „Wir mögen uns gegenseitig. Jan Heitmann und George Danzer sind sehr gute Freunde von mir."

Sebastian Ruthenberg
Hat Stil: Sebastian Ruthenberg.

Bei aller Qualität sieht der Hamburger aber auch noch eine andere Möglichkeit für die derzeitige Erfolgsdichte. Immerhin dürfe man die Unvorhersehbarkeit der Turniervarianz nicht unterschätzen. „Vielleicht", sagt er und lächelt verschmitzt, „haben wir zurzeit einfach nur Glück."

 

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