Das Irish Open Abenteuer – Jack Hinchey

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5 April 2015, Von: Dirk Oetzmann
Geposted in: The Hand
Das Irish Open Abenteuer – Jack Hinchey

Wenn man kein Pokerpro ist – oder vielleicht sogar dann – geht es in Pokerturnieren nicht nur um Poker. Es geht auch um die Leute die man kennen lernt, diejenigen die man als „Typen“ bezeichnet.

Am ersten Tag des Main Events traf ich eine dieser denkwürdigen Typen. Er heißt Jack Hinchey, und er stand in der Raucherecke neben dem Double Tree Hotel.

Er sei aus Toronto in Kanada, sagt er, und er hat sich online bei Titan Poker qualifiziert.

Es kommt doch keiner aus Kanada nur für dieses eine Turnier, denke ich mir, und tatsächlich:

Nach den Irish Open fliegt Jack nach Marbella in Spanien für den 888poker Event, den auch wir von PokerListings besuchen werden.

Danach folgen für ihn die UKIPT Nottingham und weitere Turniere in England. Insgesamt soll die Reise sieben Wochen dauern.

Jack ist mit seinem Kumpel Rick unterwegs. Die beiden sind seit 35 Jahren gemeinsam auf Tour und haben ein paar wilde Zeiten hinter sich.

„Einmal sind wir von Vancouver an der kanadischen Westküste aus losgefahren, mit einem viertelvollen Tank und sechs Dollar in der Tasche. Sechs Wochen später erreichten wir die Ostküste. Und finanziert haben wir das alles unterwegs mit Billard.“

„Ihr ward Pool Hustler“, frage ich und muss unwillkürlich an Daniel Negreanu denken.

„Unter Anderem“, sagt Rick. „Manches davon ist offiziell, anderes nicht.“ Da Leute-mit-Pool-billard-ausnehmen zu den offiziellen Dingen gehört, will ich die anderen lieber gar nicht wissen.

Es stellt sich im Übrigen heraus, dass Jack Hinchey damals 2008 die World Poker Crown in Spanien gewonnen hat.

An das Turnier erinnert sich heute kaum noch jemand, dabei war es eine ziemlich große Sache. Außerdem hatte der Event eines der größten Overlays in der Geschichte von Turnierpoker.

„2300 Spieler waren damals dabei, und das Buy-in warne tausend Dollar, aber es waren drei Millionen garantiert. Deswegen hört man nichts mehr davon“, grinst Jack.

„Im Grunde haben sie es einfach vergeigt. Die letzten acht sollten für das Finale nach Spanien eingeflogen werden, aber aus Versehen wurden es die letzten zehn.

Sie flogen uns mit einem Helikopter vom Flughafen zu dem Schloss. Nachdem ich das Turnier gewonnen hatte, gaben sie mir auch noch einen Ferrari für zwei Tage.“

Ach ja, es waren goldene Zeiten damals, in 2008. Geld spielte keine Rolle.

„Ich gewann damals eine Million Dollar. Danach hat sich logischerweise alles verändert.“

Was war denn vorher?

„Ich war Mechaniker im Sanitärbereich, habe Pumpen repariert. Drei Wochen bevor ich nach Spanien flog, stand ich knietief in der Scheiße, und zwar wortwörtlich. Und eine Woche nachdem ich zurückkam, stand ich wieder drin.“

Allerdings hat er sechs Monate danach aufgehört, Vollzeit zu arbeiten, blieb dann noch zwei Jahre halbtags und ist seitdem Frührentner.

Jacks Familie stammt ursprünglich aus Irland. „Meine Vorfahren gingen in den 1840ern oder 1850ern nach Kanada, und mein Großvater hieß Flood. Ich versprach Liam vor einiger Zeit, Ahnenforschung zi betreiben, um herauszufinden, ob wir vielleicht verwandt sind.

Jetzt ist die Situation natürlich eine andere, aber ich werden dennoch nachforschen.“

Die Situation ist eine andere, weil Liam „The Gentleman“ Flood im vergangenen Jahr verstorben ist. Flood war eine Ikone in ganz Europa, und er war einer von den wenigen, die die Irish Open zweimal gewinnen konnten.

„Ich muss schon aus Respekt weitermachen“, sagt Jack. „immerhin habe ich es Liam versprochen.“

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