Daniel Gai-Pidun – the EPT-Berlin-Man

daniel gai pidun

Daniel Gai-Pidun ist ein Phänomen. Oder vielleicht sollte man besser sagen: ein Phantom. Einmal im Jahr taucht der Lippstädter bei genau einem Pokerturnier auf: dem Main Event der EPT Berlin. Und nach dem gestrigen Tag 3 ist klar, dass er es das dritte Jahr in Folge in die Top 20 geschafft hat.

Wie man es schafft, ohne Übung trotzdem in Form zu bleiben, erklärt Daniel Gai Pidun in diesem Interview:

Daniel, dein Name scheint immer nur bei der EPT Berlin aufzutauchen. Täuscht der Eindruck?

Nein. Ist genau richtig. Ich hab eigentlich keine Zeit, um Poker zu spielen. Ich führe ein Geschäft mit meinem Bruder Tom. Wir vertreiben Ersatzteile für Mobiltelefone.

Es gibt viele Mitarbeiter und ich bin da sehr beschäftigt. Außerdem sind da noch meine Frau und die Kinder. Da bleibt nicht viel.

Dafür hast du allerdings eine unglaubliche Bilanz. Bei der EPT Berlin 2011 wurdest du Neunter. Bei der EPT 2012 wurdest du 17. Und nun bist du schon wieder unter den besten 16 Spielern. Kommt dir das nicht unheimlich vor?

Ich mach mir da nichts vor. Ich spiele über das Jahr mal ein paar kleinere Turniere in den umliegenden Casinos von Lippstadt. Das heißt, dass ich am Pokertisch keine Wunderdinge veranstalten kann.

Ich hab nie Pokerbücher gelesen oder mich sonderlich mit der Theorie auseinandergesetzt. Das was ich kann, hab ich am Pokertisch gelernt. Das heißt, dass ich wohl schon auch ein besonderes Bündnis mit dem Pokergott haben muss.

daniel pidun
Pidun 2011 - Final Table Bubble Boy.

Nie Pech gehabt?

Doch. Und zwar immer, wenn ich am TV-Tisch gesessen habe. 2011 zum Beispiel. Da war ich als Chipleader in den vorletzten Tag gegangen und bin dann als Final Table Bubble Boy durch einen One Outer ausgeschieden. Ich hoffe diesmal bleibt mir das erspart.

Apropos Sparen. Besitzt du eigentlich so was, wie eine Bankroll?

Nein. Wenn ich Lust habe, den Main Event der EPT Berlin zu spielen, kann ich mir das leisten.

Auch zeitlich?

Diese Woche steht bei mir monatelang vorher im Kalender. Ich fahr los, mache die meiste Zeit das Handy aus und fühle mich wie im Urlaub.

So könnte man das bezüglich der WSOP doch auch machen.

Ja, das war immer mal Thema. Aber eben auch nicht wichtig genug. Einmal wollte ich hin und hab dann von Miami aus keinen Flieger bekommen. Las Vegas bleibt wohl ein Traum (lacht).

Du hast jetzt, mit der EPT Dortmund 2009 genau vier Major-Turniere gespielt. Nicht besonders viel. Da muss man doch ein bisschen Respekt, vor dem einen oder anderen Kontrahenten am Tisch haben?

Ja, gestern hab ich lange zur Linken von Calvin Anderson gesessen. Der soll ja unter anderem auch der Coach von Chris Moneymaker sein. Den fand ich schon sehr gut. Sehr souverän und immer mit Druck. Da gab es kaum mal eine Atempause. Aber so macht Poker dann eben auch richtig Spaß.

 

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