Daniel Colman: „Ich weiß ganz genau wer ich bin“

Daniel Colman

Daniel Colman ist in jeglicher Hinsicht der Mann der Stunde. Er gewann das Big One for One Drop für 15,3 Millionen Dollar und hat heute in Barcelona die Chance Geschichte zu schreiben und als erster Spieler überhaupt das EPT Super High Roller zu gewinnen. Auch abseits des Pokertisches sorgte Colman mit seiner Aussage er wolle Poker nicht promoten für heftige Diskussionen. Nun bezieht er erneut Stellung.

Daniel Colman weigerte sich während des Big One for One Drop mit den Medien zu sprechen, was ihm viel Kritik einbrachte. Die Las Vegas Times verhöhnte ihn damals sogar als „bockiges Kind“.

Die Bilder von Colmans Sieg nach dem Big One for One Drop, als er emotionslos vor einem Riesenstapel von Geld steht gingen um die Welt:

Dass Colman damit ein Statement bezüglich Poker machen wollte war vielen nicht bewusst.

Deshalb machte Daniel in einem beeindruckenden Post im 2+2 Forum seinen Standpunkt noch einmal ganz klar: „Ich schulde Poker gar nichts. Zwar liebe ich die Strategie dahinter, sehe Poker jedoch als ein sehr dunkles Spiel. Es hat einen sehr negativen Effekt auf die Spieler, sowohl emotional als auch finanziell.“

Das ist der Grund, warum er Poker nicht promoten möchte. Sein Verhalten und diese Stellungnahme spaltete die Pokerwelt in zwei Lager. Während es Leute gab die das Verhalten Colmans sehr gut nachvollziehen konnten oder zumindest tolerierten, reagierten die meisten weiterhin mit bloßem Unverständnis.

Viele unterstellten ihm er sein noch jung und wisse nicht was er tue: „Er ist jung. Im Alter von 24 Jahren formt sich die persönliche Sichtweise und Einstellung noch. Ich bin heute ein anderer Mensch als mit 24 und habe heute eine ganz andere Einstellung als damals“, sagte beispielsweise Daniel Negreanu.

Auch die Argumentation vom Kommentator der WSOP Folgen auf ESPN Lon McEachern ging in diese Richtung: „Colman ist erst 23 Jahre alt und er versucht gerade herauszufinden, wer er ist.“

Colman ließ daraufhin mehr als einen Monat verstreichen, bevor er dazu nun via Twitter Stellung nahm:

Daniel sagt er hat die Unterstellungen von Negreanu und McEachern zwar zur Kenntnis genommen, wisse aber ganz genau wer er ist.

Negreanu antwortete darauf: „Das habe ich nie so gesagt. Ich bin nur davon überzeugt, dass man die Dinge anders sieht, wenn man älter wird. Das geht jedem so.“

Colman entgegnete, dass das Ganze von den Medien falsch dargestellt wurde, machte aber im selben Atemzug erneut auf die Gefahren von Poker aufmerksam: „Ich bin der Meinung, dass Poker, genauso wie das Fernsehen oder andere Sportarten, die Menschen von den Dingen ablenkt, um die es im Leben wirklich geht.“

Nachdem nun so viel über Daniel Colmans Verhalten diskutiert wurde, sehe ich mich dazu veranlasst auch noch ein paar Zeilen dazu zu schreiben.

Zunächst einmal halte ich Daniel Colman für einen sehr intelligenten Menschen und glaube, dass er sich sehr viele Gedanken über Poker und das Leben ansich macht. Ich stimme ihm absolut zu, dass es wichtigere Dinge im Leben gibt als Poker.

Seine Äußerungen über das Spiel kann ich ebenfalls nachvollziehen, da ich wie er aus der Onlineszene komme und weiß wie hart das Leben als Onlinespieler sein kann.

Gerade in Zeiten, wo es nicht läuft, kann einen das sehr mitnehmen und sich negativ auf die eigene Stimmung auswirken. Es gab Zeiten in meinem Leben an denen ich gut drauf war, wenn ich gewonnen habe, und schlecht wenn ich verlor. Downswings und die Varianz können sehr brutal sein.

Das Heads Up beim Big One for One Drop 2014
Daniel Negreanu und Dan Colman haben über Poker eine sehr gegensätzliche Meinung.

Bezüglich der Äußerung, er schulde Poker gar nichts, habe ich dagegen eine ganz andere Meinung:

Ich habe Poker sehr viel zu verdanken! Viele tolle Menschen habe ich beim Spielen oder durch meinen Beruf als Pokerjournalist kennengelernt.

Durch Poker bin ich finanziell unabhängig und ein freierer Mensch geworden. Ich muss mir keine großen Gedanken über Geld machen und habe die Möglichkeit viel zu reisen.

Darüber hinaus ist für mich die Faszination von Poker, dass das Spiel Menschen egal welcher Herkunft und Religion, friedlich an einem Tisch vereint. Es ist eine Art Esperanto, eine Sprache, die alle verstehen, unabhängig davon, woher sie kommen und wohin sie gehen.

Dasselbe trifft mit Sicherheit oder vermutlich sogar noch mehr auf Daniel Colman zu, schließlich hat er allein dieses Jahr schon mehr als 18 Millionen Dollar gewonnen! Ein Betrag, mit dem man viel Gutes tun kann und der einen auch unbeschwerter Leben lässt.

Ich schätze Daniel Colman als Menschen und Pokerspieler und respektiere seine Meinung, aber ich finde er sollte das Ganze nicht zu einseitig und versuchen auch das Positive an Poker und nicht nur dessen Schattenseiten zu sehen.

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