Dan Smiths genialer Sunday Million Deal

dan smith
Dan Smith bei den Aussie Millions 2012.

Am Wochenende gewann Dan Smith die Sunday Million. Die letzten fünf Spieler einigten sich auf einen Deal. Für wen sich so eine Absprache lohnt und warum.

Smith sorgte für die Schlagzeilen der Woche. Er gewann in den Morgenstunden vom Montag die Sunday Million und setzte damit eine Erfolgsgeschichte fort, die im Jahr 2012 mit einem Sieg bei dem Super High Roller Event in Australien begann, sich mit drei Erfolgen bei Side Events des EPT Grand Finals und fünf Cashes bei der WSOP in Las Vegas und mit einem weiteren Sieg bei dem High Roller Event in Barcelona noch lange nicht beendet ist.

Smith hat inzwischen rund vier Millionen Dollar an Turnierprämien vorzuweisen.

Als wäre das noch nicht genug, gelang es Smith am Finaltisch der Sunday Million dank der Absprache, sogar $8000 mehr zu gewinnen als ursprünglich für den Sieger veranschlagt waren.

Wie war das möglich?

geldverteilung
Bei einem Deal versucht jeder, möglichst viel herauszuholen.

Als noch fünf Spieler im Turnier waren, lagen im Preispool noch $613k.

Da mindestens $20k für den Sieger reserviert bleiben müssen, wurde über $593k verhandelt.

Zum Zeitpunkt des Deals besaß Dan „Danny98765“ Smith fast 50% der Chips, während „yurabond“ nur 8% hielt.

Die anderen drei Spieler besaßen zu diesem Zeitpunkt 19 („tulipaner“), 15 (Karger222“) bzw. 11% („AMPELADRINO“) der Chips.

Die Spieler handelten folgende Veränderungen der Payouts aus:


Platz

offizielle Payouts      

nach dem Deal

1

$211.800

$199.500

2

$155.800

$113.000

3

$113.000

$103.000

4

$74.800

$90.000

5

$57.900

$85.000

Wie funktioniert die Absprache?

Ob ein Ergebnis zustande kommt, ist letztendlich Sache der Spieler. Als Grundlage gelten die Zahlen, die der Gastgeber von PokerStars vorgibt.

Diese errechnen sich wie folgt: Zunächst wird jedem verbliebenen Spieler das Geld der kommenden Preisstufe gutgeschrieben, in diesem Fall also $57.900.

Danach wird das verbliebene Geld prozentual entsprechend der Chipstacks verteilt, abzüglich der erwähnten $20k für den Sieger. Dadurch dass der zu verteilende Preispool um knapp $290k (5 x 57.900) kleiner geworden ist, ergibt sich eine flachere Auszahlungsstruktur.

Wer profitiert von dem Deal?

Sieht man von den $20k Restprämie ab, profitieren prozentual gesehen vor allem die Spieler auf den Plätzen 4 und 5. Das klingt gerecht, denn der Ausgang eines solchen Turniers ist immer auch Glücksache, und wer die letzten fünf der Sunday Million erreicht, sollte dafür auch belohnt werden.

Am Sonntag ergab sich das folgende, interessante Bild:

Dan Smith
Kann spielen und verhandeln - Dan Smith.

Auf dem fünften Platz landete „AMPELADRINO“, der während der Absprache Vierter in Chips war. Für ihn ergab sich ein Profit von 55% ($31k) zur ursprünglichen Gewinnsumme.

Vierter wurde „tulipaner“, der damit ebenfalls 55% (41k) mehr gewann, als ihm nach den offiziellen Payouts zugestanden hatten.

Auf Platz drei: „Karger222“, der auch während der Verhandlungen Dritter war. Er erhielt 10% weniger als ursprünglich geplant.

„yurabond“ war der Shortstack der letzten fünf, erreichte aber dann sogar das Heads-up gegen Dan Smith. Es hat schon etwas tragikomisches, dass er zunächst $27k mehr aushandeln konnte, als der Fünftplatzierte eigentlich kassieren sollte, dann aber Zweiter wurde und am wenigsten erhielt.

Statt der geplanten $155.800 bekam „yurabond“ lediglich die ausgehandelten $85k, da Smith ja auch noch die zusätzlichen $20k abräumte.

Smith gelang damit das Kunststück, nicht nur die Sunday Million zu gewinnen, sondern auch mehr Geld zu gewinnen als ursprünglich für den Sieger vorgesehen, und das trotz der abgeflachten Preisstufen.

Wie es ein Kommentator bei unseren Kollegen von PL.com ausdrückte: „Dan Smith ist he motherf*****g truth.“

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