Dan Shak empfiehlt unschuldigen Full-Tilt-Besitzern Deal

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Dan Shak - Ex-Hedgefonds Besitzer und Finazinsider.

Inzwischen wurden vier weitere Eigentümer von Full Tilt Poker der Anklageschrift des amerikanischen Department of Justice hinzugefügt. Dan Shak rät den verbleibenden 19 dazu, den Dialog mit den Regierungsbehörden zu suchen.

Dan Shak war früher Besitzer eines Hedge Fonds, der zeitweise über 850 Mio. Dollar wert war. Er kennt sich in der Finanzwelt besser aus als die meisten, die je bei FTP gearbeitet haben – auf welcher Ebene auch immer.

Heute spielt Dan Shak bevorzugt High Roller Events mit bis zu $100k Buy-in.

Shak ist der Überzeugung, dass die Mehrheit der FT-Eigentümer nicht von den unsauberen Machenschaften wussten. Trotzdem sind die Profite, die durch ihre Investitionen in FTP machen konnten, nicht vor den Justizbehörden sicher.

Verhandeln ist besser als prozessieren

„Ich glaube wirklich, dass die meisten Besitzer gar nicht wussten, was da vor sich ging. Wenn sie sich jetzt vernünftig verhalten und mit den Behörden sprechen, würde ich davon ausgehen, dass die Behörden auch vernünftig mit ihnen umgehen“, sagte Shak am Rande der WSOPE Cannes zu PokerListings.

„Wenn sie mit den Behörden zu einer Einigung kommen, die ihnen eine akzeptable Summe lässt und dafür die berufliche Zukunft nicht verbaut, dann denke ich, wird das Gesetz Milde walten lassen.“

„Jedenfalls würde ich in dieser Situation so handeln, vor allem, wenn man die Kosten eines langwierigen Prozesses gegen die Regierung bedenkt.“

Laut der Anklageschrift von Staatsanwalt Preet Bharara wurden einzelnen Eigentümern von Full Tilt Poker über einen Zeitraum von vier Jahren über $440 Mio. ausbezahlt, bevor der Schwarze Freitag dem Treiben ein jähes Ende setzte.

Weiterhin werden die Angeklagten beschuldigt, die Insolvenz des Unternehmens nicht nur gebilligt, sondern herbeigeführt zu haben.

Schätzungen nach schuldet FTP seinen Spielern ca. $390 Mio., verfügt aber nur über Kapitalreserven von $60 Mio.

Shak beeilt sich, hinzuzufügen, dass er über keinerlei Insider-Informationen verfügt und seine Meinung auf den Informationen basiert, die allgemein bekannt sind. Trotzdem besitzt er tieferen Einblick in die Situation.

„Sagen wir, die Besitzer machen den Schritt und geben das Geld freiwillig zurück. Dann würden die Behörden nachsichtiger mit ihnen umgehen. Wenn sie aber die Auseinandersetzung vor Gericht suchen, dürfte die Geschichte ziemlich hässlich werden.“

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Tom Dwan ist bisher der einzige FT-Profi, der finanziell für die Spieler einstehen wird.

„Es ist doch offensichtlich, dass das Unternehmen keine $440 Mio. eingenommen hat oder zumindest so viel nicht abziehen durfte, also werden die Behörden auf dieses Geld Jagd machen. Auf der anderen Seite ist es nicht das Ziel der Regierung, die Angeklagten zu ruinieren, also sollte man tunlichst versuchen, guten Willen zu zeigen und anbieten, so viel Geld wie möglich zurückzuzahlen, wenn die existierenden Summen erst einmal feststehen.“

Das Geld der Besitzer könnte zur Auszahlung an die Spieler beschlagnahmt werden

Bis jetzt hat die US-Regierung gegen die anderen Eigentümer von FTP keine Schritte unternommen. Es gibt aber Grund zu der Annahme, dass sich das bald ändern wird.

„Ich erwarte, dass die Spieler ihr Geld zurückbekommen. Die Regierung wird soviel Geld wie möglich beschlagnahmen und dann soviel wie möglich an die Spieler auszahlen.“, meint Shak.

Das Geld für die Spieler muss natürlich irgendwo herkommen, und das die offiziellen Konten des Unternehmens nur einen Bruchteil dessen abdecken können, werden als nächstes die Eigentümer in das Fadenkreuz der Behörden geraten.

Aber das ist noch nicht alles.

Noch immer liegt das Angebot der Tapie-Gruppe auf dem Tisch. Die Investorengruppe hat einen Vorabvertrage unterzeichnet und würde sich bei einer Übernahme verpflichten, die Spieler auszuzahlen.

Shak ist nicht der erste, der an dieser Vereinbarung Kritik übt, hat aber wenig Vertrauen in das Angebot.

„Das Problem, das ich dabei sehe, jedenfalls nachdem, was ich gelesen habe, besteht in den Preisvorstellungen in Höhe von 300 Millionen Dollar, die aber die Tapie-Gruppe nicht bezahlen will. Sie will erreichen, dass die Regierung für die Rückzahlungen sorgt, und dann selbst einen kleinen Teil der Kosten übernehmen. Ich kann nicht erkennen, wie das funktionieren soll.“

„Soweit ich das beurteilen kann, besteht der einzige wirkliche Wert von Full Tilt in seiner Software. Ich kann nicht beurteilen, wie viel die Software wirklich wert ist, aber die Marke Fulll Tilt hat jedenfalls einen schlechten Klang.

Man hat seine gesamte Glaubwürdigkeit verspielt, der Name ist jetzt zum Synonym geworden für desaströse Unternehmensführung und verbitterte Kunden, also weiß ich nicht, warum man den Namen Full Tilt weiterführen sollte, abgesehen vielleicht von dem hohen Wiedererkennungswert“, fährt Shak fort.

„Die Software existiert ja noch. Wenn es also zum Bankrott kommt, wird die Regierung die Software weiterverkaufen. Darauf werden manche spekulieren, und das mindert die Übernahmechancen weiter. Wenn jemand die Software haben will, kann er sie wahrscheinlich billiger bekommen, wenn er sie ersteigert anstatt das ganze Unternehmen zu kaufen.“

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