Das tighte Tischimage

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16 Februar 2011, Von: The Hand
Geposted in: PokerZeit Blog
Das tighte Tischimage
Von ALLEN CUNNINGHAM – Image ist entscheidend für einen Pokerspieler. Im gesamten Verlauf eines Turniers hängt die Action, die man bekommt, davon ab, was für ein Image man hat.

Und letztendlich betimmt das Image, wie man die Gegner dazu bringen kann, zum falschen Zeitpunkt einen großen Call oder einen ebenso großen Laydown zu machen.

Während es zu Beginn eines Turniers Sinn machen kann, ein looses, aggressives Image aufzubauen, um schnell Chips zu gewinnen, bin ich davon überzeugt, dass es im späteren Turnierverlauf entscheidend ist, ein tightes Image zu besitzen, denn dadurch ist man in der Lage, dann einzugreifen, wenn die Chips am wichtigsten sind.

Wenn reihum gefoldet wird, erhöhen manche Spieler grundsätzlich vom Cut-off oder vom Button aus. Allerdings ist diese Spielweise leicht durchschaubar. Wenn jemand das mehrfach versucht, werden die Spieler in den Blinds das merken und ein sattes Re-Raise vor dem Flop ansetzen, und zwar mit any two.

Es gibt aber auch Spieler, die vor dem Flop aus den Blinds gerne mit einer breiten Range callen und dann auf dem Flop einen großen Checkraise ansetzen.

allen cunningham 29626
Ebenfalls gut für das tighte Image: Kleiden Sie sich wie ein Pfarrer.

Warum sie das tun? Weil der Raiser sich durch seine ständigen Raises ein looses Tischimage aufgebaut hat. In der Endphase eines Turniers behindert einen ein solches Image, weil man jedesmal, wenn man versucht, zu agieren, damit rechnen muss, dass jemand mit heftiger Gegenwehr reagiert.

Es dauert nicht lange, ein Spieler mit loosem Image zur Zielscheibe für die erfahrenen Spieler am Tisch wird (oder sogar für die unerfahrenen, die sich einfach nicht mehr herumschubsen lassen wollen). Die Menge Chips, die man in diesen Situationen riskiert, ist das Stehlen der Blinds einfach nicht wert.

Auf der anderen Seite muss man natürlich darauf achten, dass man nicht zu tight wird, denn dann verpasst man zu viele Chancen, Chips zu akkumulieren oder auch nur auf einem Level zu bleiben. Im Idealfall vermittelt man ein tightes Image, obwohl man in Wirklichkeit eher irgendwo zwischen dem spielt, was man allgemein als „loose“ oder „tight“ bezeichnet.

Ich habe für Sie nur einen ganz einfachen Rat, was diesen Teil Ihres Spiels betrifft. Es könnte sein, dass er sich so einfach anhört, dass Sie sich fragen, warum ich ihn überhaupt erwähne. Der Grund ist schlicht und ergreifend, dass er sehr wichtig ist: Werfen Sie Schrotthände weg!

Indem Sie sich von schwachen Händen trennen, erreichen Sie gleich mehrere Ziele:

Sie widerstehen der Versuchung, die Blinds zu stehlen, nur weil zu Ihnen gefoldet wurde. Bei der inzwischen herrschenden Aggressivität am Tisch ist es besser, mit schlechten Händen zu passen, sogar wenn man Position hat.

Sie vermeiden es, sich mit einer Hand zu committen, die im Fall eines Race gegen einen Shortstack wahrscheinlich hinten liegt. Nehmen wir z. B. an, dass Sie aus dem Cut-off auf den dreifachen Big Blind erhöhen, um mit einer Hand wie J-3 die Blinds zu stehlen. Geht dann der Shortstack im Big Blind mit seinem Stack, der ungefähr acht Big Blinds wert ist, all-in, sind Sie in einer üblen Situation.

Das Wichtigste ist jedoch, dass Sie so Ihren Status als tighter Spieler weiter festigen können. Wenn Sie nun mit einer Hand wie A-8 erhöhen, können Sie davon ausgehen, dass Sie dank Ihres Image die Blinds problemlos stehlen können, obwohl Sie eigentlich looser spielen als dieses Image vermuten lässt.

allen cunningham 11678
Eine ganz einfache Regel: Werfen Sie Schrotthände weg!

Eine weitere Versuchung, der Spieler sich gegenübersehen, besteht darin, einem Spieler den Blind stehlen zu wollen, nur weil sie ihn als „weak“ ansehen. Ich stehle selten Blinds, ohne zumindest eine halbwegs vernünftige Hand zu halten. Aus dem Cut-off mit einer Hand wie K-9 suited zu eröffnen, ist so ziemlich das looseste, zu dem ich bereit bin, um nur die Blinds zu stehlen.

Dank meines tighten Image konnte ich mich bei der WSOP 2007 im $5000 PLHE Event durch ein ziemlich starkes Feld arbeiten. Nachdem ich an Tag 2 früh verdoppeln konnte, nutzte ich mein Tischimage in der Spätphase des Turniers dafür, die Blinds zu stehlen und in Schlüsselsituationen eine Reihe Pots mitzunehmen.

Es gelang mir, den Schwung mitzunehmen und den Finaltisch zu erreichen, und am Ende konnte ich sogar das Bracelet gewinnen.

Denken Sie daran, dass es nicht reicht, gute Karten zu bekommen, um ein guter Spieler zu sein. Indem Sie sich spät in einem Turnier ein solides Image aufbauen, schaffen Sie sich die Möglichkeit, mehr unterschiedlich Hände zu spielen, als Ihre Gegner annehmen, und so in den entscheidenden Momenten die wichtigen Pots mitzunehmen.

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Pokerhorst 2011-02-21 21:04:05

Sehr guter Beitrag !