Cube - Würfel des Wahnsinns

cube

Eine neue Erfindung erschüttert den Pokermarkt in seinen Grundfesten. Der „Cube"! Schon jetzt fragt sich die globale Community: Gab es je eine unnützere Schöpfung für Pokerspieler?

Es gibt Erfindungen, die sind wie Revolutionen. Das Internet z. B. veränderte die Kommunikation grundlegend. Das Satellitenbild aus den Nachrichten, mit dem wir erklären können, warum die Wettervorhersage von gestern wieder nicht gestimmt hat. ESP und Elchtest, obwohl man nicht ganz sicher sein kann, was zuerst da war. Oder die Thermosflasche, die den Tee heiß oder kalt halten kann, je nach Jahreszeit. Das Faszinierende daran sei, soll einst Helmut Kohl gesagt haben, woher die Flasche wisse, wann Sommer und wann Winter ist?

Jetzt hat Poker HPC eine Erfindung veröffentlicht, deren Wert kaum niedrig genug einzuschätzen ist: den Cube. Das Gerät, das Sie Ihre Hole Cards sehen lässt, ohne das andere kiebitzen können und ohne dass Sie sie aufnehmen müssen. Genial, oder?

 

„Cube" bedeutet ja soviel wie Würfel, weswegen auch als erstes auffällt, dass das Gerät nicht würfelförmig ist. Es sieht viel eher so aus wie ein Gedankenmanipulator aus einem ostdeutschen Science-Fiction-Film der 1970er. Außerdem werde ich das Gefühl nicht los, dass es von der "Dharma"-Initiative gebaut wurde und Wolfgang Völz damals in Raumschiff Orion genau mit diesem Gerät die „Frogs" verfolgt hat.

Es ist übrigens wirklich echt. Hier ist das Originalpatent.

„Ein einzigartiges Produkt" habe man da geschaffen, freut sich HPC, und das ist auch nicht zu bestreiten. Zumal das Gerät ja auch noch ein Card Protector sei. Wohl war, da die Karten vollständig in dem Apparat verschwinden, ist es unwahrscheinlich, dass ein Dealer sie versehentlich muckt. Es ist viel mehr zu befürchten, dass er sie nie wiederfindet.

In dem folgenden Clip, aufgezeichnet in bester Dogma-Tradition offenbar von der Unbegabten-Gruppe der Filmsonderschule von Nevada, sehen Sie sehr anschaulich, wie das Gerät nicht funktioniert.

Auch sehr schön: Man benötigt Batterien, um den Cube zu betreiben. Sie sorgen dafür, dass die Lämpchen im Innern des Cube die Hole Cards auch schön beleuchten. Versuchen Sie um Gottes Willen nicht, die Batterien selbst zu wechseln. Der freundliche Erzählonkel von HPC empfiehlt eindringlich, den Cube zur Wartung an die Firma zurückzuschicken, wo er dann gegen eine höchst angemessene Gebühr von ein paar Heinzelmännchen generalüberholt wird.

 

Mit einem Stellrad kann man den Winkel der einzusehenden Karten verändern, und um die Wartezeit zwischen den Händen zu überbrücken, kann man ein frei wählbares Foto hinter dem Sichtfenster an der Cube-Front anbringen und ansehen.

Ob das in Bild und Film zu sehende, willkürliche Foto eines niedlichen Kinds serienmäßig mitgeliefert wird, man weiß es nicht. Man erfährt überhaupt nicht viel über die Funktionsweise des Cube. Selbst nach mehrmaligem Ansehen des überaus lehrreichen Informationsvideos, angefertigt offenbar vom Mikado-Fanclub der Unsichtbaren Universität auf der Scheibenwelt, ist nicht erkennbar, was man denn nun eigentlich zu tun hat. Es kommen ja nicht einmal Spielkarten in dem Clip vor.

Oder Menschen. Einzig die Kamera kreist schwerfällig um den Blechhaufen wie eine sehr große Schmeißfliege um einen Haufen Kameldung. Da der Vergleich mit einem anderen Ding oder Wesen dieses Universums fehlt, weiß man auch nicht, ob das Gerät nun die Größe eines Fingernagels oder eines Kleinwagens besitzt.

 

Ein Einwand muss gestattet sein: Spieler mit körperlichen Behinderungen könnten Schwierigkeiten mit dem Aufnehmen der Karten haben. Da wäre ein solches Gerät doch hilfreich und eine tolle Sache? Nicht wirklich, denn irgendwie muss man die Karten ja auch in den Würfel hineinbekommen. Also ist leider auch hier kein Nutzen zu erkennen.

Aber jetzt ist die Erfindung auf dem Markt, und wir müssen irgendwie damit fertigwerden, bevor sie nächste Woche wieder zurecht in den Orkus der Vergessenheit gespült wird. Schon entbrennt der Wettstreit darum, welche Erfindungen noch sinnfreier sein könnten. Der Nudelventilator? Das Armbanduhrlochsakko? Wann kommt die Online-Version? Es ist ein harter, erbarmungsloser Kampf.

Gewinnen wird der, dem es gelingt, seine Gedanken im rechten Moment ins Nichts zu lenken, denn es würde doch niemand, absolut niemand jemals einen solchen unsinnigen Apparat vor sich auf den Tisch stellen und ... Moment mal, was ist denn das? Das kann doch nicht wahr sein!!!

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peter maier 2010-11-15 09:34:32

ueber die Card Counter oder Kessel-Gucker hat am Anfang auch jeder gelacht

URretarded 2010-11-13 11:44:13

Endlich mal ein sarkastischer Verriss eines
dieser nutzlosen und überteuerten Gadgets!
Ich habe viel geschmunzelt und gelacht.
Mehr davon, bitte.

Blindräuber 2010-11-12 17:42:16

Mwaahaahaam wie geil ist das denn!