CommanderKrieger - Von Muscle Cars und Mario Kart

commander krieger

Andre „CommanderKrieger“ Krieger ist in der Gaming Szene, als so genannter „YouTuber“ eine Macht für sich. Mittlerweile macht der 34-Jährige auch in Poker. In Wien spielt er den Main Event und macht auch als Kommentator des EPT-LiveStreams eine gute Figur. Wir sprachen mit dem Einser-Abiturienten über seine Zeit als Croupier auf der „Aida“, seine Top 5-Alltime-Games und warum - trotz monatlich 3 Millionen Videoaufrufe auf seinem Kanal - der Sieg beim Main Event „life-changing“ wäre.

PZ: „CommanderKrieger“, du bist hier in Wien als Pokerspieler, aber eigentlich wo ganz anders eine Macht. Was genau macht dich im Netz zu einem VIP?

CK: Ich habe einen eigenen Kanal bei Youtube und veröffentliche dort Videos, in denen ich im weiteren Sinne die Gaming-Szene begleite.

Seit September 2010 habe ich etwa 2.500 Videos produziert. Ich habe ungefähr 200.000 aktive Follower und erziele etwa drei Millionen Videoaufrufe pro Monat.

Der schlechteste der Top 100-„Youtuber“ Deutschlands hat ungefähr 100.000 aktive Follower und der beste 2,5 Millionen. Mit diesen Zahlen kannst du das ungefähr einordnen.

PZ: Jetzt spielst du hier in Wien den Main Event. Beeindrucken dich die finanziellen Dimensionen eines solchen Pokerturniers eigentlich?

CK: Wenn du damit meinst, ob ich durch meine andere „Karriere“ schon wohlhabend genug bin, um hier ganz entspannt an den Start zu gehen, kann ich nur sagen: ich lebe von meinen „YouTube-Einnahmen“ ein - aus rein finanzieller Sicht - wunderbares Leben.

Aber ein Sieg beim Main Event wäre trotzdem, wie man in der Pokerszene so schön sagt „life-changing“.

Panzer  Tank
Nur eines von mehreren schonen Hobbys von CommanderKrieger.

PZ: Was genau hat dich eigentlich hierher getragen?

CK: Zunächst erstmal das Format „Schlag den Krieger“. Dabei konnte man sich bei PokerStars kostenlos für ein Turnier anmelden. Die drei Finalisten mussten dann – hier in Wien - Heads Up gegen mich antreten und gewannen bei Sieg ein Satellite-Ticket für für den EPT Main Event im Wert von 1.100 Euro.

PZ: Man könnte ja annehmen, dass du aus der Gaming-Szene zum Poker gekommen bist, aber es ist ja in Wirklichkeit umgekehrt...

CK: Richtig. Ich hab vor meiner Gaming-Karriere im Casino in Duisburg, als Croupier und Black Jack-Dealer gearbeitet. 2010 bin ich dann, in genau diesen Tätigkeiten für ein halbes Jahr auf die „Aida“ gegangen und habe danach meine Youtube-Karriere gestartet.

PZ: Und vorher kein Glück mit Poker gehabt?

CK: Ich habe online gespielt. Und im niederländischen Venlo auch Turniere bis 50 Euro Buy-In. Aber ich war weit davon entfernt, das professionell zu betreiben.

PZ: Wie bist du dann dazu gekommen, dass du hier als Partner von PokerStars zum Einsatz kommst?

CK: Eine etwas längere Geschichte. Ich versuch das mal kurz zusammenzufassen. Bei der Gamescom, einer jährlich in Köln stattfindenden Gaming Convention hatte ich 2012 eine schon sehr konkrete Idee für ein eigenes Poker-Format. Allerdings hatten wir als „Youtuber“, wegen unserer doch recht mächtigen Reichweite schon ordentlich Professionalisierungsdruck.

In meiner ersten Vorstellung sollte das Ganze in einer riesigen Lagerhalle stattfinden. Das Ganze sollte mit einer richtigen Dramaturgie aufgezeichnet werden.

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Früher Croupier auf der Aida - Commanderkrieger.

Die Teilnehmer sollten mit Helikopter, Quads oder Jetski anreisen. Bei genauerem Hinsehen hat sich das dann – ohne Sponsor – als unbezahlbar erwiesen.

PZ: Aber es wurde ja letztlich trotzdem produziert.

CK: Ja, alles eine Nummer kleiner und aufgrund von vertraglichen Bindungen einiger „Youtuber“ nicht mit PokerStrategy.com in Rozvadov, sondern mit myvideo in Köln. Das Ganze hieß dann „Lets play poker“ und ich gewann das erste Format und spendete meine 2.000 Euro Sieggeld plus 3.000 Euro aus eigener Tasche an das „Bündnis für Kinder gegen Gewalt“ in München.

Gewisse Unstimmigkeiten in der öffentlichen Darstellung dieser Spende seitens myvideo haben mich dann veranlasst, mich von der Partnerschaft zu distanzieren.

Und über Martin Pott vom EPT-LiveStream bin ich dann mit PokerStars in Verbindung gekommen, die mich fragten, ob ich mein Poker-Engagement dort fortsetzen wolle. Und nun bin ich also hier in Wien.

PZ: Und nutzt deine Popularität in der Gaming Szene nun zugunsten von Poker. Wie muss man sich das mit der „Youtube-Community“ eigentlich so vorstellen?

CK: Die 13- bis 24-Jährigen gucken nicht mehr Serien im TV, sondern stellen sich ihr Programm bei Youtube selber zusammen. Und wir so genannten „Youtuber“ sind gewissermaßen die Produktproduzenten.

Als ich 2010 damit angefangen habe, gab es in meinem Bereich nicht mehr, als zehn andere „Youtuber“. Mittlerweile sind es über 5.000. Ich hätte nie für möglich gehalten, wohin mich dieses ursprüngliche Hobby mal hintragen würde.

PZ: Und wohin?

MArio Kart
Und der absolute Spielefavorit ist...

CK: Zu einer professionellen Tätigkeit. Dass ich irgendwann mal für meine Community durch Amerika fahre, mit Scharfschützengewehren schieße, mit Panzern über PKWs rolle oder Las Vegas mit Muscle Cars rocke, das war außerhalb meiner Vorstellungskraft.

Sponsoren nutzen die Popularität der „Youtuber“, um über besonderen Content ihre Produkte zu promoten. Und für uns „Youtuber“ heißt das: „Live your dream“.

PZ: Du hast das Abitur mit einer Einser-Note abgeschlossen. Gab es da nicht auch andere berufliche Optionen?

CK: Ich hab eine Menge ausprobiert in meinem Leben. Zum Beispiel sechseinhalb Jahre als Personenschützer gearbeitet. Eine Verletzung hat mich gezwungen den Job an den Nagel zu hängen.

Danach hab ich etwas - gewissermaßen standesgemäßes - gemacht und war Sales-Manager bzw. Regionalleiter bei Google. Nur hat mir das eigentlich gar keinen Spaß gemacht.

Seitdem lebe ich nach der Prämisse: „Finde einen Beruf der dir Spaß macht und du musst nie mehr arbeiten“. So könnte ich zum Beispiel auch Tierpfleger sein. Einfach nur, weil ich Tiere liebe.

PZ: Weil du nun allerdings Videos für die Gaming-Szene produzierst, würden wir abschließend gerne wissen, was deine Top 5-Alltime-Games sind?

CK: Nummer 5: Call of Duty 4 – Modern Warfare 1

Nummer 4: Call of Duty – Ghosts

Nummer 3: Trails Evolution

Nummer 2: Call of Duty - Modern Warfare 2

Und mein immer noch unangefochtener Favorit ist „Mario Kart“ von nintendo.

Falls Sie mehr über CommanderKrieger erfahren möchsten, klicken Sie unten auf das Video.


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