Triple King Moorman nun auch Live im Olymp

chris moorman

Tobias Reinkemeier hat es nicht geschafft. Aber der Final Table des Aussie Millions Main Event kann sich auch ohne den Deutschen sehen lassen. Auf Platz 4 im Chipcount findet sich Patrik Antonius wieder. Und auf Platz 6 erscheint der Name Chris Moorman. Der Brite, online längst eine lebende Legende ist damit auf dem Weg zum größten Live-Erfolg seiner Karriere.

Zugegeben, der Begriff „Legende“ wird in Pokermedien inflationär gebraucht. Bei dem Briten Chris Moorman1 Moorman ist er hinsichtlich seiner Fähigkeiten und Erfolge in Online MTT`s allerdings angebrachter, als bei fast allen anderen Spielern seines Geläufs. Der 25-Jährige hat in Online-Tournaments über 5 Millionen Dollar gewonnen. Und seit etwa einer Woche ist er wieder alleiniger Weltrekordhalter im erreichen von so genannten Triple Crowns. Für diesen Titel muss man drei Multitable Tournaments auf drei verschiedenen Major-Sites innerhalb von sieben Tagen gewinnen. Moorman schaffte das bereits elf Mal. Er hat damit wieder den Ungarn Peter Belabacsi Traply (10 Triple Crowns) überholt. Alle Verfolger holten die Dreifach-Krone nicht mehr als 5-mal.

Und nun, da sein Name in der Welt der Online-Turniere nicht mehr heller strahlen kann, schickt sich Chris Moorman an auch in der Welt der Live-Turniere seinen ersten Markierungspfahl in die Erde zu rammen. Beim Main Event der Aussie Millions führte er das Feld lange als Chipleader an. Nach kleineren Verlusten ist er jetzt am Final table immerhin noch Sechster im Chipcount und hat Sichtkontakt zum Führenden Randy Dorfman.

Chris Moorman ist erst 25 Jahre alt, aber in den Online Card Rooms dieser Welt schon so etwas wie ein Gott. Mit Online Tournament Winnings von knapp 5 Millionen Dollar wird er gefürchtet und bewundert. Den ultimativen Ritterschlag hat Moorman vor noch gar nicht so langer Zeit kürzlich von ganz oben erhalten.

Nachdem er in den erlauchten Kreis der Brunson 10 als immerhin viertes Mitglied aufgenommen wurde, meldete sich der Meister selbst zu Wort und adelte den Youngster mit den Worten: „Abgesehen von seinem britischen Akzent erinnert mich vieles bei Moorman an mich selbst“ sagte Doyle Brunson. „Er ist ein Naturtalent und hat das Maximum aus der Begabung herausgeholt. Deshalb hab ich ihn auch ohne Zögern in mein neues Team geholt.“ Es fast unbestreitbar, dass Chris Moorman schon jetzt mehr Hände gespielt und Turniere gewonnen hat, als der Meister himself.

Moorman kam während seiner Studienzeit an der Universität von Essex zum Poker, wo er mit einer Handvoll Freunde die Online-Freerolls entdeckte. Chris und seine Freunde lebten alle im selben Haus und entschieden gemeinsam diese Turniere zu rocken.

Nach dem Gewinn von 70 Dollar in Freeroll-Turnieren begann Moorman auf den niedrigsten verfügbaren Limits mit dem Aufbau einer ersten Bankroll. Es kann ewig dauern bis man nach strengem Bankroll Management von den Micro Limits aufsteigen kann. Doch das außergewöhnliche Talent des jungen Chris Moorman zeigte sich früh. Schon nach wenigen Wochen spielte er $1/ $2 und $2/ $4. Doch die Midstakes machten Moorman1 zwar reicher und reicher aber nicht wirklich glücklich.

Und so begann Chris Moorman Turniere zu spielen; wurde dabei noch fanatischer und investierte noch mehr Zeit an den virtuellen Tischen. Mittlerweile gilt er als einer der besten Onlineturnierspieler der Welt.

Zu seinen größten Erfolgen zählen unzählige Siege des 100 $-Rebuys auf PokerStars sowie der Gewinn beim $1K Monday auf Full Tilt Poker. Desweiteren beendete er den Sunday Mulligan als Runner-Up, wurde beim Sunday-500 Dritter und kam auf Rang vier eines Sunday Brawl.

Der Fokus des Ausnahmespielers aus Brighton liegt klar dabei klar auf Online-Turnieren. Live lief es bis zum Erreichen des Final table in Melbourne nicht so erfolgreich. Ganz anders sein Vater Simon Moorman:  der hatte, gestackt von Chris in seinem erst zweiten Liveturnier gleich das Main Event eines Tourstopps der Grosvenor UK Poker Tour gewonnen. Mit 88.630 £ Preisgeld konnte er seinen Sohn direkt in Lifetime winnings bei Live-Turnieren überholen.

Seinen Spaß am Poker hat der 25jährige Brite immer noch. „Meine Freunde sind etwas fauler geworden in letzter Zeit. Und sie fangen an mir vorzuwerfen ich würde zuviel spielen. Aber wenn ich zu Hause bin, dann spiele ich lieber Poker als Fernzusehen und wenn ich krank bin, dann spiele ich lieber krank Poker als krank im Bett zu liegen.“

 Allerdings weiß auch Chris Moorman, dass das tägliche Spiel zur Belastung werden kann. „Die Anzahl der teureren Turniere im Online-Bereich ist in den vergangenen Jahren sprunghaft angestiegen. Wenn du da nicht mehr Prioritäten setzen kannst und sagst, hey es ist Freitagabend, ich bin mit meinen Freunden verabredet und deshalb werde ich dieses 500 Dollar Turnier auf Full Tilt nicht spielen, dann wirst du mit absoluter Sicherheit über kurz oder lang dein Leben ruinieren.“

 

Zum Schluß noch ein paar Strategie-Tipps vom MTT-Gott himself:

Chris Moorman über ... das Finden von Spots:

Es ist immer gut die guten Spots zu finden. Ein klassischer Spot, der sehr profitabel sein kann, ist, wenn ein Spieler raist und ein sehr aggressiver Spieler reraist. Meistens hat er dann nichts, weil er T-T zum Beispiel nicht 3-betten würde, um dann bei einer 4-Bet folden zu müssen. Er hat also in diesem Falle entweder Könige, Asse oder einfach gar nichts. Die Wahrscheinlichkeit, dass du als Mid Stack bei einem All-In zwei Folds bekommst und deinen Stack verdoppelst, ist also relativ hoch. Ein Suited Connector reicht meistens aus für diesen Move. Es braucht allerdings ein wenig Praxis, um solche Spots richtig einschätzen zu können.

Chris Moorman über ... Continuation Bets:

Ich denke die Idee der Continuation Bet ist fast ausgestorben. Sie gibt deinem Gegner einfach fast immer die Möglichkeit, um dich mit einem Checkraise zu bluffen. Sagen wir der Flop ist A-7-3 rainbow. Da hast du getroffen oder eben nicht. Nun denkt jeder, wenn jemand so einen Flop nur checkt, dann checkt er so Hände wie Queens für Pot Control. Wenn du so einen Flop also anbettest, dann ist die allgemeine Annahme, dass du das entweder mit einem As oder mit rein gar nichts tust. Eine Conti-Bet wird daher eigentlich immer gecheckraist. Die Continuation Bet ist wie vor einigen Jahren das Schema: raise ich, dann habe ich eine gute Hand und jeder Call hat ebenso eine gute Hand. Bei der Continuation Bet hieß es lange: du hast getroffen und ich nicht. Also gehe ich hier einer Konfrontation aus dem Weg. Heute sind frühe Moves eine Einladung um Reraises zu bekommen. Deshalb ist der Check oftmals das profitablere Spiel. Live hat die Continuation Bet allerdings noch ein bisschen mehr Kraft als online. Dort folden wirklich viele Spieler ihre Hand.

Chris Moorman über ... aggressives Spiel

 Bei einem vollen Tisch ist es zweifellos besser man spielt sehr tight. Es ist immer schwerer ein gutes Loose-Game aufzuziehen, als ein gutes Tight-Game. Und ich habe festgestellt, dass tighte Spielweisen einfach gar nicht mehr wahrgenommen werden. Den jungen aggressiven Spielern fällt gar nicht auf, wenn du 20 Minuten keine Hand gespielt hast. Ich zum Beispiel spiele Premium Hände mittlerweile auch von UTG preflop an. Früher hätte man dir die Asse gegeben. Heute bekommt man 3-Bets und 4-Bets. Man kann also heutzutage mit einer tighten Spielweise wieder unheimlich profitabel spielen.

Chris Moormann über ... Turniere vs. Cash-Games

Es gehört zur allgemeinen Ansicht, dass man in Mid Stake Cash-Games konstanter Geld gewinnen kann, als in Turnieren. Das gilt eigentlich aber nur für die Turniere mit den ganz niedrigen Buy-Ins. Alles was etwas teurer wird, gibt dir sofort eine Edge. Die gibt es im Cash-Game No Limit Holdem ab den Mid Stakes schon lange nicht mehr. Und vor allem ist es mental viel aufreibender. Die Varianz lässt dich beim Cash-Game verzweifeln. Beim Turnier gehört sie viel selbstverständlicher zum Spiel dazu. Ich habe als Cash-Game Spieler begonnen und bin daran fast krank geworden. Wenn du Geld im Cash-Game verlierst, drehst du durch und willst es zurückgewinnen. Das ist am Ende weder für deine mentale und psychische Gesundheit noch für deine Bankroll gesund.

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