Der Check-Raise I

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Der Check-Raise ist für Anfänger eine der ersten Waffen, die er seinem Arsenal hinzufügt. Wie jeden Spielzug sollte man diesen nur dann anwenden, wenn er profitabel ist.

Spieler mit relativ wenig Erfahrung, die gerne schnell aufsteigen wollen, neigen dazu, den Check-Raise überzustrapazieren, sodass er sie schließlich Geld kostet. In diesem ersten Teil werden wir zunächst die häufigsten Spots beschreiben, in denen Spieler checkraisen.

Der Check-Raise mit der besten Hand

In einer No Limit Partie ist ein Checkraise mit der besten Hand selten der profitabelste Spielzug. Ein Check-Raise sagt dem Gegner, dass wir eine starke Hand halten. Der Spielzug soll möglichst viel Geld in den Pot bringen, er wird deshalb zumeist von dem Spieler angewandt, der die größte Equity hat.

Wenn wir die wirklich bestmögliche Hand halten, möchten wir den Gegner nicht verlieren. Also sollten wir ihm keine Angst machen. Vielmehr möchten wir ihn in Sicherheit wiegen.

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Mit der besten Hand wollen wir den Gegner nicht verscheuchen.

Es gibt drei typische Situationen, auf die man trifft, wenn man mit der besten Hand einen Check-Raise ansetzt. Wir werden hier in allen drei Fällen denselben Flop verwenden, und jedes Mal floppen wir die Nuts und gehen dann heads-up auf den Flop.

Flop: T J Q

Situation 1: A K gegen 5 6

Unser Gegner ist drawing dead. Er kann die Hand nur mit einem Bluff gewinnen, aber wir können ihn nur dann dazu bringen, mehr Geld zu investieren, wenn wir ihn zu diesem Bluff veranlassen. Wenn wir checken und er sich tatsächlich zu einem Bluff entscheidet, werden wir mit einem Check-Raise mit fast 100%-iger Wahrscheinlichkeit kein weiteres Geld gewinnen.

Ein Check-Call wird uns wahrscheinlich ebenfalls kein weiteres Geld bringen, aber es besteht zumindest die Chance, dass der Gegner auf dem Turn ein weiteres Mal setzt. Falls unser Gegner uns auf einen Draw setzt, könnte er versucht sein, uns durch eine weitere Bet aus dem Pot zu bluffen.

In Situation 1 verlieren wir durch den Check-Raise Geld.

Situation 2: A K gegen 9 Q

Unser Gegner hat nun ein Paar und einen Open ended Straight Draw. Die Gewinnchance liegt bei unserem Gegner nur bei 7%, die Chance auf einen Split Pot liegt nur bei 1%. Wir sind also weit vorn, aber der Gegner kann trotzdem glauben, dass wir eine Hand halten. Bei einem Check stehen unsere Chancen gut, dass er noch einmal setzt.

Ein Check-Raise gibt dem Gegner die Chance, seine Hand hier wegzuwerfen. Falls er den Check-Raise bezahlt, wird er die späteren Straßen checken und nur bezahlen, wenn er seinen Draw trifft. Das Beste, was wir hier tun können, ist seine Bluffs zu bezahlen und zu hoffen, dass er die untere Seite der Straight trifft.

Indem wir nicht checkraisen, erlauben wir dem Gegner, uns weiter anzuspielen und ein paar Bets auf einem Bluff wegzuwerfen oder sogar mehr, wenn er etwas trifft. Ein Check-Raise würde ihm nur den Wind aus den Segeln nehmen, selbst eine Made Hand wird hier möglicherweise gebremst. Selbst wenn sie sich verbessern, werden viele Spieler nun den Pot kleinhalten, nachdem sie so viel Stärke gezeigt haben.

In Situation 2 verlieren wir durch den Check-Raise Geld.

Situation 3: A K gegen Q Q

Unser Gegner hat eine starke Hand gefloppt Top Set und immerhin 35% Gewinnchance gegen unsere Nuts. In diesen Pot wollen wir so viel Geld wie möglich bekommen. Unser Gegner wird hier eher darum besorgt sein, gegen einen Draw zu verlieren, als gegen die gefloppten Nuts.

Es ist ziemlich wahrscheinlich, dass wir hier einen großen Pot bekommen, unabhängig davon, wie wir die Hand spielen. Kein Spielzug steht so sehr für eine starke Hand wie der Check-Raise, und deshalb bremst auch kein Spielzug die Action so stark. In dieser Situaiton sollten wir unseren Gegner anspielen, callen und raisen, anstatt ihn zu checkraisen.

In Situation 3 verlieren wir Geld abhängig davon, ob unser Gegner in der Lage ist, eine starke Hand zu folden.

Da man nur auf Bluffs, Draws und Made Hands treffen kann, wenn man die beste Hand hält, müssen wir uns auch nur diese drei Situationen vergegenwärtigen.

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Ein Check-Raise ist fast immer der falsche Spielzug mit der besten Hand.

Wie Sie sehen, verlieren wir mit dem Check-Raise mehr Geld als mit jedem anderen Spielzug. Mit der besten Hand einen Check-Raise zu spielen, ist fast immer die falsche Idee.

Mit der besten Hand zu checkraisen, ist wirklich nur dann eine Option, wenn wir und vollständig auf einen Read. Manche Spieler sind davon überzeugt, dass wir sie mit einem Check-Raise nur herumschubsen wollen, und setzen deshalb gerne eine aggressive 3-Bet an.

Solche Spieler sind allerdings relativ selten. Es dürfte nicht einmal 1% aller Spieler sein, gegen die wir antreten (es sei denn, wir spielen High Stakes shorthanded). Gerade wenn Sie noch ein Anfänger sind, sollte ein Check-Raise selbst mit den Stone Cold Nuts die letzte Option sein.

Im zweiten Teil dieses Artikels sprechen wir über den Check-Raise als Bluff oder Semi-Bluff, den Check-Raise in Limit Hold’em und den Check-Raise im Verhältnis zu unserem Tischimage.

Fürs erste aber lautet der Rat: Checkraisen Sie nicht mit den Nuts, es sei denn, Sie wollen nicht mehr als eine Bet gewinnen.

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