Cate Hall: "Ich habe schlicht und ergreifend ein paar Fehler gemacht"

hall and scott
Cate Hall und Kara Scott im Interview

It's a man's world. Nachdem Cate Hall ihren männlichen Kontrahenten Mike Dentale im Grude-Match klar bezwang, warf man ihr vor, nur Glück gehabt zu haben und beschwerte sich, dass sie von ihren Gewinnen keine Trinkgelder abgab. Hall selbst nimmt das alles aber glücklicherweise nicht ganz so wörtlich.

Wenige Tage nach ihrem deutlichen Triumph über Mike Dentale hat sie 888-Botschafterin Kara Scott ein Interview über das Duell gegeben.

Kara Scott: Herzlichen Glückwunsch zu dem Erfolg. Unterhaltung war einer der Hauptaspekte dieses Duells – fandest du es unterhaltsam?

Cate Hall: Als ich mit dem Turnier fertig war, habe ich gehört, dass sich einige über mein persönliches Auftreten beschwert haben. Ehrlich gesagt fand ich das gar nicht so schlimm, denn irgendetwas findet die Leute immer an mir auszusetzen. Normalerweise ist es mein Spiel und es fühlt sich wie eine Verbesserung an, wenn es nur meine Persönlichkeit ist.

Ich freue mich, dass das Duell die Zuschauer unterhalten hat und ich weiß, dass Spaß für die meisten der Grund zum Einschalten war. Für mich ging es aber tatsächlich darum, zu zeigen, dass ich spielen kann und darum, Geld zu verdienen. Unterhaltung war nebensächlich.

KS: Du hast gesagt, einer der Gründe, warum du dieses Match gespielt hast, war, Mike Dentale davon abzuhalten, dein Online-Spiel ständig zu kritisieren. Hat das geklappt?

Cate Hall 2
Cate Hall

CH: Ich denke, er wird immer irgendetwas finden, was er an mir kritisieren kann. Er hasst mich einfach. Aber ich hoffe, dass die Leute zukünftig, wenn er wieder etwas auszusetzen hat, einfach entgegnen: „ha-ha, und was war das Dame-Fünf?" [Anm: Dentale callte in dem ersten Match ein Preflop-All-In aus dem Kalten für 20 Big Blinds mit Dame-Fünf offsuit.]

Ich denke, damit bin ich meinem Ziel schon recht nahe gekommen.

KS: Kommt es mir nur so vor, oder musst du dich ständig in jedem Interview dafür rechtfertigen, dass du irgendwo Glück hattest, bevor du über Poker sprechen darfst?

CH: Ich kann nachvollziehen, dass es ärgerlich ist, wenn jemand ganz neu dabei ist, gut abschneidet, Glück hat und dann so tut, als wäre er ein besserer Spieler.

Ich habe immer versucht, möglichst selbstbewusst zu wirken, aber auch als jemand, der daran interessiert ist, sein Spiel zu verbessern. Ich kenne meinen Platz in der Pokerwelt und ich lege meine Ergebnisse nicht so aus, dass ich der beste Spieler bin.

Ich glaube, ich hab mich wirklich bemüht, immer wieder darauf hinzuweisen, aber irgendwie tut es weh, wenn ich höre, dass Leute etwas sagen wie: „Sie hält sich für die Beste, hat aber keine Ahnung, wie viel Glück sie hatte.“

Es gibt eben einfach Leute, die wollen mich auf Teufel komm raus kritisieren. Das ist okay, ich mache solchen Leuten einfach keine Zugeständnisse mehr.

KS: Es gab eine hitzige Debatte, weil du den Dealern kein Trinkgeld gegeben hattest. Später sagtest du, du hättest Fehler gemacht. Was hätte beim "Tipgate" anders laufen müssen?

CH: Der große Fehler war, nicht vor dem Duell zu klären, wie die Dealer kompensiert werden. Ich hatte früher bereits in der Show gespielt und es gab immer vorher eine Klärung zu diesem Thema. Das fand diesmal nicht statt und ich ging einfach davon aus, dass die Show bezahlen würde. Im Nachhinein war das keine angemessene Annahme.

KS: Hast du dir den Kommentar von dem Spiel angehört?

Cate Hall vs Mike Dentale
Finale Hand: Cate Hall vs Mike Dentale

CH: Alles hab ich nicht gesehen, aber ein paar größere und interessante Hände schaute ich mir an – in erster Linie, weil ich hören wollte, was Douglas Polk und Shaun Deeb zu sagen hatten.

Es ist schon eine einmalige Gelegenheit, wenn zwei richtig gute Spieler das eigene Spiel in jedem Detail auseinandernehmen. Das mag zwar manchmal etwas schmerzhaft sein, ist aber extrem wertvoll und ich wäre dumm, mir das nicht anzuschauen.

Bei einigen Händen stimmten sie mit meiner Spielweise nicht über ein und ich glaube, sie hatten bei einigen recht. Bei anderen denke ich, fehlten ihnen ein paar Informationen, die ich hatte, denn ich hatte Mike's Spielweise und Eigenarten im Vorfeld studiert.

Einige meiner Entscheidungen fußten auf diesen Zusatzinformationen und ich stehe nach wie vor hinter ihnen. Aber ich hab auch schlicht und ergreifend ein paar Fehler gemacht.

Ich habe in meinem Leben vielleicht ein paar hundert Hände Heads-Up gespielt, aber das war das erste Mal, dass ich ein Match gespielt hatte, nachdem ich versucht hatte, Heads-Up richtig zu lernen. In Summe bin ich mit meinem Experiment aber ganz zufrieden.

KS: Vielen Dank für das Gespräch.

Bitte füllen Sie die erforderlichen Felder korrekt aus.

Es ist ein Fehler aufgetreten!

Sie müssen drei Minuten warten, bevor sie einen weiteren Kommentar abgeben können.

Noch keine Kommentare