Auslandstochter bereitet Casinos Austria Kopfzerbrechen

Casino Loutraki
Sorgenkind Casino Loutraki.

Bei Casinos Austria läuft das Geschäft im Inland und bei den Lotterien in diesem Jahr sehr gut. Großen Anlass zur Sorge bereitet dagegen die Auslandstochter Casinos Austria International (CAI) die momentan hohe Verluste einfährt.

Die CAI betreibt 61 Casinos und Spielhallen in 18 Ländern. Dazu gehören 38 Casinos zu Land und fünf auf Schiffen, 15 Spielhallen und drei Video Lotterie Terminals (zentral vernetzte einarmige Banditen) in Italien. Des Weiteren unterhält das Unternehmen eine Lotterie in Argentinien und ein Online Casino namens Caigames.com in England. Es beschäftigt 8.500 Menschen weltweit.

Früher war die CAI eine Goldgrube für die Casinos Austria Gruppe, doch das hat sich in den letzten Jahren schlagartig geändert. 2010 rutschte die Auslandstochter zum ersten Mal ins Minus und fuhr einen satten Verlust in Höhe von 35,2 Millionen Euro ein. Trotzdem gelang es Casinos Austria am Ende mit 3,7 Millionen Euro Gewinn ein positives Jahresergebnis vorzulegen.

Karl Stoss
Karl Stoss.

So glimpflich wird es in diesem Jahr aber nicht ausgehen, denn bereits in den ersten sechs Monaten hat sich der Verlust der CAI von 14,4 auf 30,7 Millionen Euro mehr als verdoppelt! Größtes Sorgenkind ist dabei das Club Hotel Casino in Loutraki auf das alleine 17,6 Millionen Miese zurückzuführen sind.

Hier findet übrigens vom 15. bis 20. November die Premiere der EPT in Griechenland statt. Aufgrund der Schuldenkrise und aus Angst vor dem Finanzamt gehen die Griechen allerdings kaum mehr ins Casino: „In den Zeitungen findet man kostenlose Telefonnummern, wo man anrufen und sagen kann: Der Herr X spielt um sehr viel Geld", so der Chef von Casinos Austria Karl Stoss.

Er persönlich übernahm das Ruder bei der CAI, nachdem die beiden langjährigen Chefs Josef Leutgeb und Paul Herzfeld im Mai ihren Hut nehmen mussten. Seine Aufgabe ist es nun, ein umfassendes Sanierungskonzept zu erstellen: „Ich bin vom Aufsichtsrat beauftragt worden, mit Nachdruck dafür zu sorgen, die Problemkinder zu beseitigen".

Es ist nämlich nicht nur das Casino in Loutraki das Sorgen bereitet, sondern auch Italien, Brüssel und das RP5 in Hannover, wo sich die hohen Umbaukosten nicht rechnen. Außerdem erwies sich die Online Platform Caigames.com, welche in Großbritannien Glücksspiele im Internet anbietet, als absoluter Flop. Deshalb ist ihre Schließung und der Rückzug aus Italien inzwischen bereits beschlossene Sache. Zudem sucht man nach einem Käufer für den 6,8-prozentigen-Anteil, den die CAI am Casino in Loutraki hält.

Darüber hinaus will man sich in Zukunft auf andere Märkte konzentrieren, denn auch bei der CAI weiß man inzwischen, wo Barthel den Most holt. Während der Glücksspielmarkt in Europa aktuell pro Jahr nur um zwei bis drei Prozent und in den USA um drei bis 3,5 Prozent wächst, verbuchen Südostasien mit 23,7 Prozent und Lateinamerika mit 15,6 Prozent dagegen ein saftiges Plus. „Kanada, Argentinien und Chile gehen sehr gut", gesteht auch Stoss.

Darauf soll in Zukunft das Hauptaugenmerk gelegt werden, auch wenn momentan noch keine größeren Investitionen möglich sind.

- Lars Liedtke

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