Neuvergabe der Casinolizenzen in Österreich

eugerichtshof
EU-Recht geht über nationales Recht.

Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat entschieden, dass das bisherige österreichische Glücksspielmonopol unrechtmäßig ist. Infolgedessen müssen die Glücksspiellizenzen nun europaweit ausgeschrieben werden.

Bis jetzt besaß Casinos Austria alle 12 Casinolizenzen für Österreich, doch das soll sich nun ändern. Anfang nächsten Jahres werden diese neu vergeben und zum ersten Mal überhaupt können sich auch ausländische Unternehmen um die Lizenzen bewerben. Dem EuGH zufolge muss es Unternehmen aus allen EU-Mitgliedsstaaten möglich sein, in Österreich eine Casinolizenz zu erhalten.

Nun ist ein heißer Kampf zwischen dem Ex-Monopolisten Casinos Austria und dem Herausforderer Novomatic AG entbrannt. Doch auch Century Casinos, ein in Wien börsennotierter Glückspielkonzern, der Casinos in den USA, Kanada, Südafrika und Tschechien betreibt, möchte bei der Vergabe ein Wörtchen mitreden.

„Wir glauben, dass Casinos in Österreich besser geführt werden können als das aktuell der Fall ist“, greift Century-Sprecher Peter Hötzinger den bisherigen Monopolisten an. Außerdem ist er der Meinung, dass man aufgrund der Erfahrung auf dem amerikanischen Markt über ein moderneres und umfassenderes Konzept verfügt:

„Für uns ist der Spielbetrieb nur ein Teil des Gesamtpakets. Wir verbinden das mit anderen Formen der Unterhaltung, etwa einem Comedy Club oder Konzerten.“ Der Großraum Wien ist dabei von besonderem Interesse für die Bewerber. „Spielbanken in der Pampa sind vorbei“, so Novomatic Chef Franz Wohlfahrt.

Eine der 15 Lizenzen ist die Pokerlizenz. Diese ist besonders hart umkämpft. Je dichter deren Vergabe rückt, desto härter scheint der Wettbewerb zwischen den Card Casinos in Wien zu werden.

In der Vergangenheit war es der Verdrängungswettbewerb zwischen den Concord Card Casinos (CCC), dem Montesino und der Pokerworld, der im Vordergrund stand und der zur vorübergehenden Schließung der Pokerworld führte. Inzwischen wird auch die direkte Auseinandersetzung nicht mehr gescheut.

So gab das Montesino vor kurzem bekannt, dass es in der Lugner City, einem der größten Einkaufszentren der Stadt, eine Dependance eröffnen werde. Dagegen gebe es ja nichts einzuwenden, wenn sich diese nicht in unmittelbarer Nähe des Card Casinos City Poker befinden würde.

Das Concord Card Casino hat sein Interesse an der Pokerlizenz ebenfalls öffentlich bekundet: „Wir werden uns um die Pokerlizenz bewerben. Ich gehe davon aus, dass man mit der Pokerlizenz in der Tasche mehrere Standorte in ganz Österreich wird bespielen können“, so Gründer und Geschäftsführer des CCC Peter Zanoni.

Ein genauer Termin und wie das Vergabeverfahren aussehen wird, steht zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht fest. Klar ist nur, dass dies Anfang nächsten Jahres stattfinden soll. Wir werden euch auf Pokerzeit.com auf dem Laufenden halten!

- Lars Liedtke

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Lars Liedtke 2011-06-14 05:36:21

Da hast du natürlich vollkommen recht. Danke für den Hinweis, haben es soeben geändert.

viennagaming 2011-06-09 07:18:45

Die Casinos Austria besitzen derzeit 12 Lizenzen. Denn erst mir der Gesetzesnovelle 2010 wurden die Lizenzen auf 15 erhöht und eine Ausschreibung verbindlich gemacht. So viel Recherche ist einer Branchenplattform wie Pokerzeit schon zuzumuten.