Cada gegen Moon - Das Heads-up läuft

Joseph Cada
Cada wird am Montag gegen Darvin Moon antreten.

Es dauerte 17 Stunden, bis der jetzt bereits längste Final Table in der Geschichte der WSOP unterbrochen wurde. Erst am Sonntag Nachmittag (CET) standen die beiden Finalisten fest.

Wenn die letzten zwei Spieler in der Nacht zum Dienstag das Spiel wieder aufnehmen, kommt es zum Kampf zweier Generationen, Stile und Konzepte. Der 21-jährige Joe Cada könnte der jüngste Weltmeister aller Zeiten werden, der 46-jährige Holzfäller Darvin Moon aus Maryland würde als Sieger die Pokerswelt in ihren Grundfesten erschüttern.

Nach vier Monaten Pause, die ESPN viele WSOP-Sendungen mit schlechten Kommentaren ermöglichten, begann der Finaltisch schließlich eher verhalten. Es dauerte jedoch nicht lange, bis mehrere tausend Zuschauer im Penn & Teller Theatre des Rio Bellagio in Las Vegas von den sich überschlagenden Ereignissen geradezu überrollt wurden.

Er war als Chipletzter an den Tisch gekommen, aber es sah zunächst so aus, als sollte James Akenhead ein mächtiges Comeback starten. Mit K-Q gelang ihm ein Suck-out gegen A-K von Eric Buchman, als er auf dem River eine Dame fand.

Kurz darauf erlitt er jedoch einen Rückschlag, als er ein weiteres Mal mit Königen gegen Asse lief, dieses Mal gegen Kevin Schaffel, der inzwischen Shortstack war. Kurz danach ging Akenhead mit einem Paar Dreien all-in, Schaffel bezahlte mit 9-9, und der Engländer war Geschichte.

„Ich habe mein bestes Spiel gezeigt und keine Fehler gemacht", sagte Akenhead später. „Natürlich bin ich sehr enttäuscht, aber ich kam als Shortstack an den Tisch und musste schnell etwas unternehmen."

Für Schaffel schien es dagegen steil bergauf zu gehen, denn er fand kurze Zeit später schon wieder Asse. Wieder wanderten alle Chips in die Mitte, denn Buchman hielt Könige.

„Wenn man mit Assen gegen Könige spielt, denkt man, das ist mein Abend", kommentierte Schaffel. „Ich hatte das erst drei oder vier Hände vorher erlebt, und jetzt schon wieder. Ich dachte, jetzt bin ich ganz vorne dabei. Das ist der Tag meines Lebens."

Auf dem Flop fiel ein König.

Kevin Schaffel
„Mir wurde schlecht."

„Mir wurde schlecht", sagte Schaffel dazu. „Zum Glück hatte ich nicht viel gefrühstückt."

Auf dem Turn fiel der vierte König, und plötzlich war Schaffel auf Platz acht ausgeschieden.

Kurz darauf verlor der frühere Chipleader Darvin Moon etwa 18 Mio. Chips an Steven Begleiter, nachdem er auf dessen All-in auf einem Board vier hoch nicht bezahlte, obwohl er nur noch sechs Mio. Chips nachlegen musste. Damit setzte sich Buchman an die Spitze der Chiptabelle.

Nach der zweistündigen Pause für das Abendessen kamen die Spieler zurück, und Cada verlor einen Großteil seiner Chips an Jeff Shulman.

Antoine Saout war der nächste, der die Spitze der Tabelle eroberte. Er verdoppelte gegen Begleiter. Mit Flush Draw und zwei Overcards ging er auf dem Flop all-in, Begleiter bezahlte und Saout traf den Flush auf dem Turn.

Nun war es an Cada, zu verdoppeln. Zunächst wurde er von Buchman ausbezahlt, danach gewann er einen großen Coin Flip gegen Phil Ivey, der damit plötzlich Shortstack war.

Kurz danach ging Ivey aus erster Position mit A-K pre-Flop all-in. Moon bezahlte und sah mit A-Q nicht gut aus, aber wie so oft traf Moon auf dem Flop die Dame und schickte Ivey damit nach Hause.

„Ich verlor den Pot gegen Cada, und danach bekam ich keine Hände mehr", erläuterte Ivey. „ich hielt mich zurück und versuchte, solange wie möglich am Tisch zu bleiben. Dann ging ich mit A-K all-in und verlor. Ich konnte da nicht viel machen."

Insgesamt zeigte sich der Full Tilt Profi aber zufrieden mit seinem Spiel.

Phil Ivey
„Es war eine tolle Erfahrung."

„Es geht immer nur um den Sieg, also bin ich enttäuscht, weil ich nicht gewonnen habe. Andererseits habe ich mir nichts vorzuwerfen. Ich glaube, ich habe die richtigen Entscheidungen getroffen, und ich habe mir die Tür zum Sieg solange wie möglich offen gehalten."

Ivey war vor allem von der Atmosphäre beindruckt, die die Fans im Penn & Teller Theatre erzeugten.

„Es war eine tolle Erfahrung. Unglaublich, was Poker erreicht hat. Ich meine, als ich angefangen habe zu spielen und Leuten erzählte, dass ich davon lebte, sahen sie mich an, als wäre ich verrückt. Wenn man sich das heute ansieht, das ist schon enorm."

Begleiter war der nächste Spieler, dessen Turnierleben auf der Kippe stand. Mit einem Paar Damen bezahlte er eine riesige Overbet von Darvin Moon. Moon zeigte A-Q und lag damit weit zurück, aber auf dem River kam ein Ass, und für Begleiter war das Turnier auf Platz sechs beendet.

„Ich fühle mich wie erschlagen", sagte Begleiter zu seinem Ausscheiden. „Natürlich wollte ich diesen Pot gewinnen, aber ich gehe mit einem Lächeln. Was soll ich auch sonst machen? Ich habe meine Chips im richtigen Moment investiert und war nur eine Karte davon entfernt, ganz vorne dabei zu sein."

Cada gelang kurz darauf ein weiterer Double-up gegen Shulman. Mit einem Paar Dreien floppte er ein Set gegen Shulmans Buben. Damit war Shulman nun abgeschlagener Shortstack. Cada veroppelte danach ein weiteres Mal, als Moon K-9 mit einem All-in im falschen Moment gegen Cadas Asse lief.

Eine Stunde lang passierte daraufhin nichts, bis Shulman mit einem Paar Siebenen all-in ging und Saout sich mit A-9 zum Call entschied.

Jeff Shulman
„Ich bereue nichts."

Der Franzose traf eine Neun, Shulmans Gut Shot kam nicht an, und damit schied der Redakteur auf Platz fünf aus.

„Ich habe ganz gut gespielt, ziemlich tight", lautete sein Kommentar. „Ich spiele anders als die meisten Spieler, aber ich bereue nichts."

„Ich habe trotzdem ein oder zwei Millionen gewonnen. Wie sollte ich also nicht zufrieden sein?"

Mit noch vier Spielern am Tisch arbeitete sich Buchman nach und nach an die Tabellenspitze, verlor dann aber einen mächtigen Pot gegen Saout (A-Q vs. A-K).

Damit fand sich der Franzose plötzlich mit 90 Mio. Chips wieder, während Buchman zum Shortstack geworden war.

Buchman gelang ein schneller Verdoppler gegen Moon, verlor aber gleich in der nächsten Hand alle Chips mit A-5 gegen K-J von Moon. Buchman verabschiedete sich als Vierter.

„ich glaube, ich habe gut gespielt", resümierte Buchman. „Die entscheidende Hand war A-Q gegen A-K, aber bei nur noch vier Spielern schien mir die Hand eben sehr stark. Antoine hatte mich den ganzen Tag gereraist, und ich dachte, das wäre einfach ein guter Moment für einen Push. Hat nicht funktioniert. In der letzten Hand lag ich zu Beginn vorn. Hätte ich verdoppelt, hätte ich bei 45 Mio. Chips gehabt und wäre wieder gut Rennen. Leider ging das auch schief."

„Ich bin jetzt enttäuscht, aber das ist schon in Ordnung. Es kann eben nur einen Gewinner geben."

Darvin Moon
Was genau verstehen Sie unter einer Strategie?

Nach einer längeren ruhigeren Phase ging Cada einmal mehr all-in, dieses Mal auf ein Re-Raise von Saout. Cada: 2-2, Saout: Q-Q. Damit schienen die Teilnehmer des Heads-up festzustehen, doch Cada traf einen weiteren Zwei-Outer und verdoppelte.

Damit lag Cada plötzlich an der Spitze, und es war ein klassischer Coin Flip, der das Turnier für Saout letztlich beendete: Cada hielt A-K gegen Saouts Paar Achten.

Es dauerte zwar bis zum River, aber Cada traf den König. Es war kurz vor sechs Uhr morgens Ortszeit, als das Heads-up des WSOP 2009 Main Event Final Tables feststand: Joe Cada gegen Darvin Moon.

Cada geht in das Finale um 8,5 Mio. Dollar für den Sieger als 2,5:1 Chipleader. Moon hält knapp 60 Mio., Cada 137 Mio. Chips.

Im Finale stehen sich also ein Online-Profi und ein Mann ohne Internetanschluss und Email-Adresse gegenüber. Cada ist Heads-up-Spezialist und spielt regelmäßig $2250 HU. Er hat seine Strategie mit seinen Unterstützern bei PokerXFactor intensiv vorbereitet.

Darvin Moon hat bis heute genau einmal heads-up gespielt - bei seinem Gewinn des Main Event Tickets. Auf seine Strategie angesprochen antwortete er, „was genau verstehen Sie unter einer Strategie?"

Der Favorit steht also fest, aber Moon wäre nicht Moon, wenn er nicht noch ein paar Überraschungen bereithielte.

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