bwin.party - Nur eine kurze Affäre?

Bwin-PartyPoker

Nachdem man in letzter Zeit sowohl einen Rückgang bei den Einnahmen als auch beim Traffic hinnehmen musste, befindet sich bwin.party derzeit in einer äußerst schwierigen Situation. Der Vorstandvorsitzender Simon Duffy musste bereits seinen Hut nehmen und die Aktionäre fordern weitere Konsequenzen.

bwin.party auf dem Abwärtstrend

Die Zeiten sind alles andere als rosig beim Onlinepokerraum und Casino Bwin.party. Im letzten Jahr fiel der Gewinn um fast ein Fünftel auf 653 Millionen Euro und auch im ersten Quartal 2014 verzeichnete man einen Rückgang um 8% von 180,2 auf 165,7 Millionen Euro.

Das Unternehmen hat aber nicht nur Gewinn eingebüßt, sondern auch jede Menge Kunden. Der Traffic ist von Januar bis April 2014 um erschreckende 23% zurückgegangen.

Wie dramatisch die Situation tatsächlich ist sieht man, wenn man sich die Entwicklung der Aktie in den letzten fünf Jahren anschaut:


Philip Yea ist neuer Vorstandsvorsitzender

Noch dazu erklärte der Vorstandsvorsitzende Simon Duffy nach der Jahreshauptversammlung mit sofortiger Wirkung seinen Rücktritt.

Philipp Yea
Der neue Vorstandsvorsitzende von bwin.party Philip Yea.

Sein Nachfolger ist mit Philipp Yea allerdings ein sehr erfahrerener Mann, der zuletzt als Geschäftsführer bei Vodafone und davor bei der Bank of Scotland arbeitete. Dort konnte er sehr gute Ergebnisse erzielen und so setzt man große Hoffnungen in ihn.

Die Aktionäre sind besorgt und Ader kritisiert das Management

Der Abwärtstrend der letzten Zeit beunruhigt nun auch die Aktionäre. Jason Ader, der 6,1% der Aktien hält und Gründer des Hedgefonds “SpringOwl” ist, kritisierte diese Entscheidung am Mittwoch in einem Interview mit dem Telegraph: „Es scheint mir als würden die Personalentscheidungen nicht nach den Vorstellungen der Aktionäre getroffen. Ich finde es sehr bedauerlich, dass die Aktionäre für die Fehler des Vorstands nun gerade stehen müssen und man keinen Weg gefunden hat dies zu vermeiden.“

Ader ging sogar noch einen Schritt weiter und sagte: „Dass man sogar ein Ende der Fusion und eine Teilung der beiden Unternehmen in Erwägung ziehen sollte.”

Darüber hinaus forderte er eine Erklärung, warum es seit der Fusion im Jahre 2010, so viele Rückschläge gegeben hat. Seit diesem Zeitpunkt ist der Preis der Aktie um mehr als 50% gefallen.

Der Traffic lässt ebenfalls zu Wünschen übrig

Ziel der Fusion war unter anderem den Onlinepokerraum als zweite Kraft hinter dem unangefochtenen Marktführer PokerStars zu etablieren. Auch dieses Ziel muss man als verfehlt bezeichnen, denn schon seit geraumer Zeit ist 888 nun der zweitgrößte Pokerraum und bwin.party kämpft mit iPoker und Full Tilt lediglich noch um die Plätze 3, 4 und 5.

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Großaktionär Jason Ader sieht die Schuld an der Misere beim Management.

Dies nahm auch Jason Ader zur Kenntnis: „Schaut euch 888 an. Sie haben Bwin.party inzwischen den Rang abgelaufen. Wenn man sich die Zahlen anschaut, dann wird deutlich, dass bwin.party ganz klar hinter den Gewinnerwartungen zurückbleibt.”

Schnelle Reaktion des Managements

Das Management in Person von Norbert Teufelberger hat schnell reagiert und gestern eine breitangelegte Offensive für das zweite Quartal angekündigt.

Der Geschäftsführer des britisch-österreichischen Unternehmens gab in einem Interview mit dem EGR Magazin bekannt: „Dass es Aktionen in allen vier Geschäftssektoren geben wird.“

Eine davon wird sich auf den Sportwettenbereich, genauer gesagt auf die Fußball-WM 2014 beziehen, welche übrigens am 12. Juni beginnt: „Rechtzeitig zur WM wird das Wettangebot erheblich erweitert. Außerdem wird es spezielle Promotions geben, die für zusätzliche Einnahmen in der ansonsten fußballfreien Zeit sorgen sollten.“

Sowohl die Veröffentlichung der Sportsbook App in Spanien und Belgien sowie die Akquise der Online Casinos Games  von William Interactive beginnen sich bereits positiv auszuwirken.

Außerdem kündigte Teufelberger die Erhöhung der Anzahl der Casinospiele bei der Mobile Casino App von derzeit nur 6 auf 40 an.

Norbert Teufelberger
Geschäftsführer Norbert Teufelberger reagierte sofort mit einer Offensive.

Für die nächste Zeit ist zudem vorgesehen das Engagement im Onlinepoker- und Poker App Bereich auf den Märkten in New Jersey, Frankreich, Belgien und Dänemark deutlich zu erhöhen.

Man darf gespannt sein, ob das reicht den angeschlagenen Konzern aus der Krise zu führen oder ob die Fusion am Ende nur eine kurze Liaison war.

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